Philosophia perennis wird zwei Jahre alt

Von Jürgen Fritz, Di. 3. Jul 2018

Es war Ende Juni 2016, als der erste Artikel auf Philosophia perennis erschien unter dem Titel Flüchtlingsdebatte: Die Religionsfreiheit steht auf dem Spiel. 24 Monate später, am Samstag, den 30. Juni 2018, fand in Berlin die Feier zum zweijährigen PP-Jubiläum statt. David Berger hatte geladen und rund 40 illustre Gäste waren gekommen.

Philosophia perennis

Am 21. Juni 2016 war David Berger auf Facebook zum wiederholten Male gesperrt worden. Offensichtlich gab es Kräfte, die nicht wollten, dass er sich auf der größten elektronischen Kommunikationsplattform der Welt frei äußern konnte und dass andere hören beziehungsweise lesen konnten, was er zu sagen hatte. Wenige Tage später gründete er seinen eigenen Blog Philosophia perennis.

Der Name, ein philosophischer Fachterminus, bedeutet übersetzt die „immerwährende bzw. ewige Philosophie“. Dahinter steckt die Vorstellung, der zufolge sich bestimmte philosophische Einsichten über Zeiten und Kulturen hinweg erhalten (perennieren), so etwa Aussagen, insbesondere in Form von Prinzipien, die ewige, unveränderliche und universal gültige Wahrheiten über die Wirklichkeit, speziell über den Menschen, die Natur und den Geist zum Ausdruck bringen. Vertreter der Philosophia perennis halten solche Aussagen prinzipiell für möglich und versuchen teilweise selbst, diese zeitgemäß zu formulieren.

An der Namensgebung wird bereits deutlich, von wo David Berger kam. Der studierte, promovierte und habilitierte Theologe hat auch Philosophie studiert und hatte im Vatikan jahrelang eine Professur für Philosophie inne. Außerdem war er zu dieser Zeit Herausgeber von ‚Theologisches‘, einer theologischen Fachzeitschrift, die sich um die Wahrung der katholischen Identität bemüht.

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David Berger begrüßt die Gäste

Theologe – Bestsellerautor – Chefredakteur – PP-Macher

Durchs Programm führten am Samstagabend David Berger und die Frau, die in den letzten Monaten aus dem Einmannbetrieb inoffiziell eine Art Zweipersonen-Redaktion machte: Patrizia von Berlin. Diese stellte zunächst den Weg zu PP dar, wie es überhaupt dazu kam. Insbesondere stellte sie heraus, was für einen ungewöhnlichen Weg David Berger gegangen war.

Zuerst Theologe und Professor im Vatikan, dann nach seinem Coming-out als Homosexueller Ende 2010 Bestsellerautor mit seinem autobiographischen Buch „Der heilige Schein“, ab Mai 2013 Chefredakteur von Deutschlands größtem schwulen Livestylemagazin „Männer“, wo er 2014 wegen seiner öffentlichen Kritik am Islam entlassen wurde, und nun seit zwei Jahren Blogbetreiber von Philosophia perennis, welches sich innerhalb kürzester Zeit mit ca. zwei bis drei Millionen Seitenaufrufen pro Monat, teilweise sogar darüber, mit an die Spitze der freien Medien setzte.

Was den Social Impact von Philosophia perennis anbelangt, der nicht nur die Leserzahlen misst, sondern vor allem die Verbreitung im Internet, erreicht PP nach nicht mal zwei Jahren Bestehen bereits ca. ein Zehntel des Social Impact der gesamten Bild, ein Sechstel der Welt und Spiegel Online, ein Viertel von Focus, die Hälfte der Süddeutschen Zeitung und das Level der Frankfurter Allgemeinen, die ja alle über große Redaktionen und zig Ressorts verfügen. Bei einzelnen Artikeln ist PP mit seiner Zwei-Mann/Frau-Redaktion sogar deutlich besser.

Offensichtlich hat der Mann ein Talent, Dinge erfolgreich zu machen. Egal was er anpackt, machte Patrizia von Berlin deutlich, es scheint immer im Erfolg zu enden. Doch David Berger hat noch ein anderes Talent: Er hat die Fähigkeit, interessante und gute Leute anzuziehen, so auch bei seinen Gastautoren. Dies mag wohl insbesondere mit seinem Wesen als Mensch zu tun haben. Er ist nicht nur geistig sehr offen, sondern auch menschlich einfach ein ganz feiner Kerl. Ein Umstand, der mir gerade in der journalistischen Branche bei sehr erfolgreichen Leuten alles andere als gängig zu sein scheint. Und das machte sich am Samstagbabend bei den Gästen deutlich. Ich selbst hatte die Gelegenheit, viele Leute persönlich kennenzulernen, fast durch die Bank ausgesprochen interessante und sympathische Personen. Auf Grund des AfD-Parteitages absagen mussten leider Alice Weidel und Beatrix von Storch.

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David Berger mit Nachbarin Helga Lade, die eine der größten Bildagenturen Deutschlands gründete, und seinem langjährigen Lebenspartner Klaus Krauß

Weiter so!

Zum Abschluss sei mir eine persönliche Bemerkung erlaubt. Ende Juni 2016 ging Philosophia perennis online, Ende Juli, ein Monat später, veröffentliche David Berger den ersten Artikel von mir: „Stell dir vor, es ist Krieg und du öffnest deine Grenzen – dann kommt der Krieg zu dir!“. Er war in den folgenden Wochen und Monaten der erste, der mehr als nur einen oder zwei Artikel von mir publizierte und er war es auch, der mich sechs, sieben Monate später ermutigte, ab Februar 2017 meinen eigenen Blog zu betreiben, was sich im Nachhinein betrachtet als genau die richtige Entscheidung herausstellen sollte, da mich dies vollkommen unabhängig machte.

Die Grundlagen, wie man einen Blog professionell betreibt, hat David mir gezeigt. Dass ich mit meinem Blog bereits innerhalb des ersten Jahres in die Region von einer halben Million Seitenaufrufe pro Monat und teilweise noch mehr kommen könnte, hätte ich mir damals nie vorstellen können. Vielen Dank nochmals, lieber David, für deine Unterstützung in der Anfangszeit und dein Vertrauen! Ich weiß nicht, ob es ohne dich Jürgen Fritz Blog überhaupt gäbe.

David Berger ist meines Erachtens enorm wertvoll, nicht nur für seinen Partner, Klaus, ebenfalls ein unglaublich sympathischer, feiner Mann, und seine Freunde, auch für die Gesellschaft, die genau solche Stimmen braucht. Und in Patrizia von Berlin hat er eine wunderbare Partnerin für die redaktionelle Arbeit gefunden. Ich wünsche euch beiden und Philosophia perennis viel Erfolg für die nächsten zwei Jahre und darüber hinaus. Macht bitte weiter so!

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Ferdinand Lengsfeld, Vera Lengsfeld, Jürgen Fritz, Patrizia von Berlin und Karoline Seibt

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Titelbild: © Privatbild, von links nach rechts Vera Lengsfeld, Jürgen Fritz, David Berger und Karoline Seibt

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