Wie Grüne und Linke unsere Jugend seelisch deformieren und diese dann wiederum die nächste Generation

Von Jürgen Fritz, Fr. 27. Jul 2018

Die Genderisierung im Sprachgebrauch nerve. So lautete der Titel des Leitartikels von Sophie Laufer im Hamburger Abendblatt. „Zwischen Mutterland und Vatersprache: Hört auf mit dem Quatsch!“, titelte sie in der Unterüberschrift und schrieb einen wirklich ansprechenden, klugen Text, in dem sie starke, überzeugende Argumente gegen die Sprachgenderisierung vortrug. Gänzlich anders dagegen die Reaktion eines Lehramtsanwärters auf die Kritik der jungen Redakteurin des Abendblatts. Schauen Sie sich das bitte an. Wenn Sie es nicht mit eigenen Augen gesehen haben, werden Sie es nicht glauben. Und so jemand wird womöglich bald schon unsere Kinder unterrichten!

Die Genderisierung des Alltags, vor allem im Bereich der Sprache, fängt an zu nerven

Ja, gesteht Sophie Laufer gleich zu Beginn ihres beeindruckenden Artikels ein, wir müssten über Gleichberechtigung sprechen, die #MeToo-Diskussion sei richtig und wichtig für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Frauen seien in vielen Bereichen tatsächlich noch deutlich im Nachteil. Trotzdem fange die Allgegenwärtigkeit der Genderdebatte an, sie zu nerven.

Sie fühle sich im Deutschland des Jahres 2018 nicht unterdrückt. Trotz der Doppelt-, Drei- und Vierfachbelastung würde die junge Frau nicht einen Tag mit einem Mann tauschen wollen. Die Genderisierung des Alltags nerve sie inbesondere in dem Bereich, mit dem sie beruflich zu tun habe: der Sprache. Sie finde die ewig korrekte Sprechweise von Politikern schier unerträglich, wenn diese ständig von den „Bürgerinnen und Bürgern“, von „Wählerinnen und Wählern“ sprechen. In einer Talkshow sei der Vertreterin einer Partei sogar ein „Mitglieder und Mitgliederinnen“ rausgerutscht.

Seltsam bemüht wirke es auf sie auch, wenn nicht mehr von Professoren oder Professorinnen , sondern von Lehrenden gesprochen werde, oder wenn aus Zuschauern das Publikum wird. Und das alles nur, um politisch korrekt zu sein. Immer öfter würden diese Sprachverrenkungen sogar im Schriftlichen benutzt und dies mache Texte immer holpriger, nehme die Freude am Zuhören und Lesen.

Durch künstliche Sprachverkomplizierung ändern wir am Verhalten der Menschen gar nichts

Interessant sei bei der ganzen Debatte auch, bemerkt Sophie Laufer messerscharf, dass bei negativ besetzten Wörtern wie Mörder oder Verbrecher kein Mensch die weibliche Form einfordere oder nutze. Wenn man konsequent gendern würde, müsste man dann künftig nicht auch von Steuerhinterzieherinnen und Steuerhinterziehern, von Gewalttätern und Gewalttäterinnen sprechen?

Und dieser Unsinn gehe immer so weiter: „Wollen wir künftig wirklich von Mutterland und Vatersprache reden?“ fragt die Abendblattredakteurin.  Wollen wir etwa auch bald „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Mutterland/Vaterland/Mutter- und Vaterland?“ singen? „Danach lasst uns alle streben, schwesterlich/brüderlich/schwester- und brüderlich mit Herz und Hand?“ Oder noch schlimmer: „Danach lasst uns alle streben, geschwisterlich mit Herz und Hand.“

Durch eine solche Verkomplizierung der Sprache änderten wir am Verhalten der Menschen gar nichts. Dazu bedürfe es mehr als künstlich aufgeblähter Reden oder Wörter. „Was wir Frauen wirklich brauchen, sind flexiblere Arbeitszeiten, mehr Home-Office, umfassende gute Kinderbetreuung. Und Männer, die trotz Genderisierung Männer bleiben (können)“, so Sophie Laufer wörtlich.

„Wen interessiert es, was die Trulla nervt?“

Und nun schauen Sie sich bitte an, wie auf Twitter ein Herr namens Leonhard Frank auf diesen wirklich bemerkenswerten Artikel einer jungen Frau reagierte:

„Und wen interessiert es, was die Trulla nervt? Wie soll sie das mit dem Sprachgebrauch nur schaffen? Die Arme. Oh je. Ohne Alice Schwarzer und Co. könnte sie ihren Mann bitten, Geld vom Konto zu holen, Kaffee kochen und die Fresse halten.“

Leonhard Frank

Haben Sie dazu noch Worte? Eine junge, kluge Frau schreibt einen in beide Richtungen kritischen Artikel, genau so, wie sich das jeder Lehrer und Professor, der dialektisches Denken unterrichtet, nur wünschen kann, und dann so eine Reaktion.

So und nun halten Sie sich bitte fest. Dieser Leonhard Frank ist laut eigener Angabe Lehramtsanwärter (Deutsch und Geschichte). In seinem Twitter-Profil ist weiter zu lesen:

„In Gedenken an Leonhard Frank“ (Anmerkung: ein deutscher Schriftsteller, Sozialist und entschiedener Pazifist, JF). „Ob Hexen, Juden oder Muslime: der Deutsche weiß, wovor er sich fürchtet“.

Welche bemerkenswerte Wortwahl und welch beeindruckende Gesinnung

Prof. Dr. Diringer schreibt dazu auf Twitter:

„Lehramtsanwärter erklärt Journalistin warum sie die ‚Genderiesierung im Sprachgebrauch‘ gefälligst gut zu finden hat … – und das mit bemerkenswerter Wortwahl. Ich glaube das ist dieses ‚mansplaining‘ von dem man immer wieder liest. ;-)“

Diringer

Erläuterung: Mansplaining = herablassende Erklärungen eines Mannes, der fälschlicherweise davon ausgeht, er wisse mehr über den Gesprächsgegenstand als die – meist weibliche – Person, mit der er spricht.

Das Schlimmste aber von allem: Sollte dies tatsächlich stimmen, dass dieser „Leonhard Frank“ beziehungsweise der Typ, der sich hinter diesem Namen versteckt, Lehramtsanwärter für Deutsch und Geschichte ist, dann können Sie sich leicht vorstellen, was dieser seinen Schülern in wenigen Jahren schon beibringen, wie er sie, Jahr für Jahr gezielt in eine ganz bestimmte politische und weltanschauliche Richtung drängen wird. Und jetzt verstehen Sie wahrscheinlich auch ein bisschen besser, wo insbesondere die 12 bis 15 Prozent für B’90/Grüne herkommen.

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Titelbild: YouTube-Screenshot, die Landesregierung in NRW hat gesetzlich festgeschrieben, dass die Studentenwerke sich in „Studierendenwerke“ umbenennen müssen, was diese selbst zum Großteil gar nicht wollen. Diese Umbenennung soll laut „Hart aber fair“ alleine in NRW ca. 1,2 Millionen Euro verschlingen.

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