Tatverdächtiger: „Es ist Brauch in Syrien, dass nach einem Ehebruch beide getötet werden“

Von Jürgen Fritz, Fr. 27. Jul 2018

Mit acht Mann gingen sie auf den 19-Jährigen los, verpassten ihm Faustschläge, schlugen mit Latten auf ihn ein und stachen ihm mit Messern in Bauch und Lunge,  ja führten sogar ein Teilskalpierung durch. Weshalb? Weil er eine Liebesaffaire mit der zuvor zwangsverheirateten Tochter des Hauses eingegangen war. Daher sollte er sterben, hatte die syrische Sippe gemeinsam beschlossen. „Das mag im Orient vielleicht so üblich sein, für uns ist das ein versuchter Mord aus niederen Beweggründen“, sagte die Oberstaatsanwältin und ließ zwölf Personen verhaften. „Die Beweggründe stehen auf unterster Stufe“.

Beide müssen sterben!

19 Jahre ist die Syrerin jung, die mit ihrer Familie in Essen lebt. Vor zwei Jahren, mit 17 wurde sie mit einem damals 26-jährigen Landsmann zwangsverheiratet. „Bei einer Durchsuchung fanden wir eine Art Kaufvertrag. Geld und Gold waren für die Hochzeit geflossen“, erklärt die Leiterin der Mordkommission, Tanja Hagelücken (46), wie die Bild berichtet. Das 17-jährige Mädchen war regelrecht verkauft worden an die Familie ihres „Ehemannes“. Es flossen wohl mehrere tausend Dollar plus eine Goldabgabe. Doch dann verliebte sich die junge Frau im Deutschunterricht in einen gleichaltrigen anderen Syrer. Es begann eine heimliche Liaison.

Vor einigen Monaten dann kam die Familie der jetzt 19-Jährigen ihrer Affaire auf die Schliche, zunächst über Fotos bei Facebook. Diese Ehrverletzung wollte die Familie, mit deren Moralkodex ein solches Verhalten nicht nur nicht tolerierbar, sondern eine Todsünde darstellt, nicht auf sich sitzen lassen. Nun beschloss die ganze Sippe mit sogenannten „Friedensrichtern“: Beide müssen sterben! Dass der inzwischen 28-jährige Ehemann selbst eine außereheliche Beziehung zu einer anderen Frau hatte, interessiert in der Familie offenbar niemanden.

Mit acht Mann, bewaffnet mit Messern, lauert die syrische Sippe dem Nebenbuhler auf

Später zeigt sich die syrische Sippschaft, von der ein Großteil in Essen wohnt, einige in Viersen, wo vor kurzem erst eine 15-Jährige brutal erstochen wurde, und Sachsen-Anhalt, dann doch gnädig und beschließt, die eigene Tochter respektive Verwandte, vorerst noch am Leben zu lassen. Aber der Nebenbuhler müsse definitiv für immer verschwinden. Einige Familienmitglieder sind schon seit 2012 in Deutschland, der größte Teil ist laut den Ermittlern aber erst während der Flüchtlingswelle nach Deutschland gekommen.

Am 31. Mai lauern ihm also, als er abends mit seinem Bruder und seiner Mutter gerade nach Hause kommt, acht Männer vor seiner Wohnung in Essen auf. Der 19-Jährige reagiert geistesgegenwärtig und schickt oder schubst die Mutter und den kleinen Bruder schnell ins Haus und wird sofort von einem der acht Männer, die ihm auflauerten, angegriffen. Doch es gelingt ihm zunächst zu flüchten. Er rennt weg und versucht, irgendwo Zuflucht zu finden. In einem Hinterhof eines Getränkemarktes an der Steeler Straße aber holen ihn seine Verfolger ein. Nun gehen sie gemeinsam auf ihn los und das nicht nur mit Fäusten, sondern auch mit Messern und Latten.

Der 19-Jährige wird niedergeschlagen, in Bauch und Lunge gestochen und zum Teil skalpiert, überlebt nur mit großem Glück

Sie schlagen und stechen auf ihn ein. Hierbei erleidet der junge Mann bereits schwere Gesichtsverletzungen sowie Stiche in den Oberbauch, in die Lunge und in die Galle. Selbst als er völlig hilflos am Boden kauert mit blutüberströmtem Gesicht, lässt die Bande nicht von ihm ab, ja man versucht wohl sogar den schon schwer Verletzten zu skalpieren.

Und natürlich filmen die Syrer auch noch, was sie mit dem von ihnen „zum Tode verurteilten“ anstellen, vielleicht um es den anderen Sippschaftsmitgliedern zuhause zeigen zu können oder vielleicht auch anderen syrischen Clans und jungen Frauen zur Abschreckung. Als die Täter denken, ihr Opfer wäre schon tot oder werde sicherlich seinen Verletzungen erliegen, lassen sie von ihm ab. Die Polizei, die gerufen wurde, findet den jungen Mann dann blutüberströmt an einer Mauer liegen. Dazu Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens (58):

„Wir fanden Handyvideos der Tat. Der Mann saß blutüberströmt auf dem Boden und die Angreifer machten einfach weiter. Sein Gesicht wies massivste Verletzungen auf, die Rechtsmediziner stellten später auch eine Teilskalpierung fest. Stichverletzungen hatten zudem seine Lunge und seinen Darm verletzt. Er hat das nur durch eine sofortige Not-Operation überleben können.“

Sie spricht auch „ganz schrecklichen Bildern“, die die Ermittler zu sehen bekamen. Kurz nach der Tat werden zunächst drei männliche Verdächtige festgenommen, dann später weitere sieben Männer und zwei Frauen, insgesamt also zwölf Personen, im Alter von 22 bis 46 Jahre. Sie alle kommen in U-Haft, darunter auch die Eltern der 19-jährigen Zwangsverheirateten. Der junge Mann soll sich von seinen Verletzungen gut erholt haben, bleibt aber wahrscheinlich fürs Leben gezeichnet.

„Das mag im Orient vielleicht so üblich sein, für uns ist das ein versuchter Mord aus niederen Beweggründen – unterste Stufe“

Polizeisprecher Lars Lindemann sprach von einer „außergewöhnlich brutalen Tat, bei der man nur den Kopf schütteln kann“. Bei der polizeilichen Vernehmung sagt einer der Tatverdächtigen: „Es ist Brauch in Syrien, dass nach einem Ehebruch beide getötet werden.“

Die Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens stellte daraufhin unmissverständlich klar: „Das mag im Orient vielleicht so üblich sein, für uns ist das ein versuchter Mord aus niederen Beweggründen. Die Beweggründe stehen auf unterster Stufe und sind sehr verachtenswert.“

Oberstaatsanwälting

Twitter-Screenshot

Und auch der Polizeipräsident Frank Richter (58) fand deutliche Worte: „Diese verabscheuungswürdige Tat hat mit Ehre nichts zu tun. Hier glauben Friedensrichter, über Leben und Tod entscheiden zu können. Solche Parallelwelten dulden wir hier nicht. Die Festnahmen sollten ein klares Signal für andere Clans sein, dass sie sich hier an deutsche Gesetze halten müssen.“

„Seine Wunden heilen schnell, ich muss mein ganzes Leben mit der Ehrverletzung leben“

Doch nun zum Verrücktesten von allem, was wieder einmal zeigt, wie sehr diese Menschen innerlich geprägt, um nicht zu sagen seelisch zumeist für immer deformiert sind. Die 19-jährige Syrerin, die von der eigenen Familie regelrecht monetär veräußert wurde – inklusive Kaufvertrag! -, die zwangsverheiratet und von ihrer Sippe zum Tode verurteilt wurde, weil sie sich in einen gleichaltrigen verliebte, den ihre Familie ihr nicht ausgesucht hatte, und die damit die „Ehre der Familie“ beschmutzt hatte, hat sich inzwischen bereits von ihrem Liebhaber und ihrer Liaison distanziert und will in den Schoß ihrer verbrecherischen Familie zurückkehren. Gegenüber den polizeilichen Ermittlern sagte sie:

„Seine Wunden heilen schnell, ich muss mein ganzes Leben mit der Ehrverletzung leben.“

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Quellen: Bild, Der Westen, WAZ

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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