CDU nur noch 3,5 Punkte vor der AfD

Von Jürgen Fritz, Di. 11. Sep. 2018

Bei den schwedischen Reichstagswahlen am Sonntag kamen die Schwedendemokraten, die bei uns in etwa der AfD entsprechen, auf 17,6 Prozent. Fast das identische Ergebnis würde die AfD derzeit bei Bundestagswahlen erzielen, nämlich 17,5 Prozent. Damit stellt die Alternative für Deutschland ihren bisherigen Rekordwert ein. Auf den niedrigsten Stand, den INSA jemals gemessen hat, fällt dagegen die Union und hier ganz besonders die CDU.

AfD steigt auf 17,5 Prozent und hält Platz 2

28,4 Prozent erzielten die Sozialdemokraten in Schweden am Sonntag. Dies ist zwar ihr schlechtestes Reichstagswahlergebnis seit 1908, also seit 110 Jahren, aber von 28,4 Prozent können die deutschen Sozialdemokraten seit langem nur noch träumen. Seit Januar bewegen sie sich im Bereich mit einer 1 vorne und das ist auch diese Woche nicht anders. Derzeit könnten Sie im neuesten INSA-Meinungstrend mit ca. 17 Prozent rechnen. Das ist zwar ein Punkt mehr als letzte Woche, würde aber dennoch nicht für Platz 2 reichen. Denn auch die AfD kann zulegen und zwar auf jetzt 17,5 Prozent. Damit stellt die Alternative für Deutschland ihren eigenen Rekordwert ein.

Union fällt auf niedrigsten Wert, den INSA je gemessen hat

Die Union fällt dagegen noch tiefer, nämlich auf den niedrigsten Wert den INSA jemals gemessen hat: 28 Prozent. Der schlechteste Wert, den CDU/CSU jemals bei einer Bundestagswahl erzielten, war übrigens 1949, damals kamen sie auf 31 Prozent. Dabei teilen sich diese mageren 28 Prozent wie folgt auf: 21 Prozent für die CDU, 7 Prozent für die CSU. Das heißt, die CDU liegt derzeit nur noch ca. 3,5 Punkte vor der AfD.

Wo die CDU ist, da sind Die Grünen inzwischen nicht weit – nicht, was die Prozentzahlen angeht, sondern die inhaltliche und personelle Nähe der Parteien. Bündnis 90/Die Grünen bleiben unverändert bei 13,5 Prozent, damit klar auf Platz 4, vor der Linkspartei, die einen halben Punkt zulegen kann auf jetzt 10,5 Prozent. Abgeschlagen auf Platz 6, jetzt sogar noch weiter als zurück als zuvor, ist die FDP, die nochmals einen halben Punkt einbüßt und jetzt nur noch auf ca. 9 Prozent käme.

INSA-Meinungstrend vom 11. September 2018

INSA befragte im Zeitraum 07.09. (Fr.) bis 10.09.2018 (Mo.) über 2.000 Personen (2.042) per Online-Befragung von gezielt ausgewählten Mitgliedern einer Personengruppe (Befragten-Pool) und rechnete die Ergebnisse nach hauseigenen Formeln hoch. Die maximale Fehlertoleranz beträgt +/- 2,5 Prozentpunkte. Hier die Ergebnisse (in Klammern die Veränderungen zur Vorwoche):

  1. CDU/CSU: 28 % (– 0,5)
  2. AfD: 17 % (+ 0,5)
  3. SPD: 17 % (+ 1)
  4. GRÜNE: 13,5 %
  5. LINKE: 10 % (+ 0,5)
  6. FDP: 9 % (– 0,5)
  7. Sonstige: 4,5 % (– 1)

2018-09-11

Zum Vergleich: die Werte aller Institute

Hier zum Vergleich die jeweile Bandbreite der Parteien, wenn wir alle sechs Institute zu Grunde legen, die in den letzten drei Wochen (bezogen auf den mittleren Tag der Befragung) Umfragen durchführten, und hierbei von jedem Institut die aktuellste heranziehen (in Klammern die Durchschnittswerte dieser sechs Institute).

  1. CDU/CSU: 28 – 31 % (29,3)
  2. AfD: 14 – 17 % (16,1)
  3. SPD: 16 – 18 % (17,2)
  4. GRÜNE: 13 – 15 % (13,9)
  5. LINKE: 8 – 11 % (9,9)
  6. FDP: 8 – 9 % (8,7)
  7. Sonstige: 4 – 6 % (4,9)

Gewinne/Verluste gegenüber der Bundestagswahl 2017

Bei Neuwahlen gäbe es derzeit also zwei große Gewinner: die AfD und Die Grünen sowie zwei große Verlierer: die SPD und die CDU/CSU. Bezogen auf die INSA-Werte ergeben sich folgende Veränderungen im Vergleich zur Bundestagswahl vom 24. September 2017:

  1. AfD: + 4,9 %
  2. GRÜNE: + 4,6 %
  3. LINKE: + 1,3 %
  4. Sonstige: – 0,5 %
  5. FDP: – 1,7 %
  6. SPD: – 3,5 %
  7. CDU/CSU: – 4,9 %

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Titelbild: © AfD

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