Versucht die ARD, ihre Konsumenten wie Affen zu konditionieren?

Von Jürgen Fritz, Di. 19. Feb 2019, Update Mi. 20. Feb 2019

Über acht Milliarden Euro lassen ARD, ZDF & Co. den deutschen Bürgern mit Hilfe der Staatsgewalt, die wiederum von den Altparteien kontrolliert wird, über Zwangsenteignungen jedes Jahr wegnehmen. Den Großteil davon, über 70 Prozent, greift sich die ARD. Die wiederum zahlt aus diesen Zwangsenteignungen der Bürger 120.000 Euro für eine raffinierte psychologische Anleitung, wie sie die Bürger noch besser manipulieren kann, so dass diese ihre eigene Zwangsenteignung und ihre eigene Manipulation auch noch begrüßen sollen.

ARD holt sich Anleitung vom Berkeley International Framing Institute, wie sie ihre Rezipienten noch subtiler lenken kann

Die Medien seien in einer demokratischen Gesellschaft unverzichtbar für die Meinungsbildung, sagte Hans-Georg Maaßen am Samstag in seinem Vortrag vor der WerteUnion in Köln. Denn die Menschen müssten ja eine belastbare Tatsachengrundlage haben, auf Grund derer sie ihre politischen Entscheidungen treffen können. Und sie bräuchten eine kompetente Einordnung und Bewertung von Sachzusammenhängen. Eine Demokratie könne nur dann funktionieren, wenn der Souverän wisse, worüber er entscheidet und was seine Entscheidungen für Folgen haben können. Doch genau das scheinen gewisse Medien mit aller Macht verhindern zu wollen, insbesondere die ARD. Wie diese ihre Rezipienten systematisch zu manipulieren und in eine ganz bestimmte Richtung zu steuern trachtet, darüber gibt ein sogenanntes „Framing-Gutachten“ detailliert Auskunft, das nun publik wurde.

Wir haben in Deutschland ein Medien-Problem und eine Medienkrise, vor allem aber eine Vertrauenskrise in die Medien. Und das aus gutem Grund und nicht erst seit dem Fall Relotius, so führte der Präsident des Bundesverfassungsschutzes a.D. Hans-Georg Maaßen am Samstag in seinem Vortrag in Köln weiter aus. Es bestehe bei vielen Menschen der Eindruck, dass bestimmte Tatsachen von deutschen Medien nicht oder in manipulativer Weise verbreitet würden. Ein befreundeter Professor habe ihm vor kurzem gesagt, er lese nur noch die Neue Zürcher Zeitung. Diese sei für ihn so etwas wie „Westfernsehen“.

Wie sehr der Präsident des Bundesverfassungsschutzes a.D., der befreundete Professor und Millionen von Menschen, die das längst bemerkt haben, Recht haben, belegt nun sehr eindrücklich das „Framing-Gutachten“ des Berkeley International Framing Institute. Dieses Institut gibt der ARD genaue Anweisungen respektive Tipps und Ratschläge, wie die ARD-Rezipienten systematisch konditioniert werden können. Im folgenden werden einige Originalaussagen aus diesem „Gutachten“, genauer: aus dieser Manipulationsanleitung wörtlich wiedergegeben.

Fachliche ARD-Anleitung zur Indoktrination und Konditionierung ihrer Konsumenten

„Beginnen wir direkt mit dem Wichtigsten: Wenn Sie Ihre Mitbürger dazu bringen wollen, den Mehrwert der ARD zu begreifen und sich hinter die Idee eines gemeinsamen, freien Rundfunks ARD zu stellen – auch und gerade in Zeiten, in denen Gegner der ARD deren Relevanz in Frage stellen und orchestrierte Kampagnen fahren, die die ARD in starken Bildern und Narrativen abwerten – dann muss Ihre Kommunikation immer in Form von moralischen Argumenten stattfinden. In Form von Argumenten also, die eine moralische Dringlichkeit kommunizieren und eine Antwort auf die Frage geben: Wieso ist die ARD gut – nicht schlecht, wie Ihre Gegner es halten; und wieso ist es wichtig und richtig, die ARD in ihrer Form zu erhalten – nicht überflüssig und falsch, wie Ihre Gegner es propagieren.

Das bedeutet, dass die Worte, Slogans und Narrative, die Sie verwenden, ein primäres Ziel haben müssen: das Ziel, bei der Diskussion von Fakten rund um die ARD und Themen wie „Beitragszahlungen“ oder „Strukturreform“ immer zunächst ihre moralische Perspektive sprachlich offenzulegen. Denken und sprechen Sie nicht primär in Form von Faktenlisten und einzelnen Details. Denken und sprechen Sie zunächst immer über die moralischen Prämissen. Der Grund ist einfach: Wenn Menschen sich für oder gegen eine Sache einsetzen, dann tun sie das nicht aufgrund von einzelnen Faktenargumenten und auch nicht aufgrund eines reinen Appellierens an ihren materiellen Eigennutz. Sondern, sie tun es, wenn sie das Gefühl haben, dass es ums Prinzip geht. Dass bei einer Sache das moralische Gleichgewicht aus den Fugen geraten ist oder droht, aus den Fugen zu geraten. Dass etwa Menschen ein Unrecht angetan wird (sagen wir, durch „Zwangsgebühren“), und es daher einen gemeinschaftlichen Auftrag gibt, dieses Unrecht zu korrigieren (indem wir Bürgern „die Freiheit zurückgeben“, über den „Erwerb von Rundfunkangeboten“ selbst zu entscheiden). (…)

Hat man einmal die moralischen Prämissen der eigenen Haltungen und Ziele (wie etwa den Erhalt eines gemeinsamen, freien Rundfunks ARD) durchdrungen, gilt es, diese im nächsten Schritt in Worte zu fassen und dauerhaft eine Sprache zu verwenden, die im Denken der Mitbürger kräftig wirkt und sie von der Notwendigkeit eines gemeinsamen, freien Rundfunks ARD überzeugt. Zum einen bietet das vorliegende Manual dafür konkrete Hinweise in Form von Narrativen, Schlagwörtern und Slogans zu den vier Themenbereichen ‚Unser Rundfunk ARD‘ (Legitimation), ‚Freiheit‘ (Unabhängigkeit), ‚Beteiligung‘ (Beitragsakzeptanz) und ‚Zuverlässigkeit‘ (Reform & Zukunft). (…)

Begeben wir uns auf die nächste Ebene – von moralischen Anliegen zur Sprache. Sprache ist das wirkvollste Instrument für die Mobilisierung von Mitbürgern, aufgrund einer einfachen Wahrheit: Sprache aktiviert Frames. (…) Der dahinterliegende Prozess nennt sich neuronale Simulation. (…) Sie erkennen, worum es geht. Um Worten eine Bedeutung zuzumessen, aktivieren unsere Gehirne kognitiv­neuronale Frames, die unter anderem das Simulieren von Gefühlen, Gerüchen, Geschmäckern, Bewegungen und Bildern umfassen. Darüber hinaus steckt in jedem Frame viel mehr an Wissen und Assoziationen, als sich vermeintlich hinter einem einzelnen Wort verbirgt. Beispiel: Das Wort Nagel aktiviert einen Frame, in dem Ideen wie Holz, Hammer und Schlagen auftauchen. Assoziationen wie diese werden, wenn wir ein Wort lesen, so eindrücklich mitgedacht, dass Menschen oft der Meinung sind, sie hätten die assoziierten Ideen tatsächlich gelesen. Sprich, Ideen und Dinge, die ‚technisch gesprochen’ nicht in einem Wort stecken, aber als Folge seiner sogenannten Frame­Semantik mitaktiviert werden, nehmen einen immensen Einfluss auf unsere Wahrnehmung und prägen, was wir denken. (…)

Oder nehmen Sie den Konsumenten­-Frame, den die ARD nutzt, wenn sie von ihren Mitbürgern in ihrer Rolle als Nutzer der gemeinsam geschaffenen medialen Infrastruktur spricht, etwa wo es um den „Consumer Value“ geht, also die „Erfüllung der individuellen Bedürfnisse aus Sicht der Konsumenten”. Das Wort „Konsument“ aktiviert einen Frame der prototypischen ökonomischen Transaktion. Er verfügt über vier sogenannte frame­semantische Rollen: ein Waren­ oder Dienstleistungsanbieter, eine Ware oder Dienstleistung, einen Konsumenten oder Kunden, der die jeweilige Ware oder Dienstleistung be­gehrt, und schließlich Geld, das im Tausch gegen die Ware oder Dienstleistung vom Kunden an den Anbieter gezahlt wird.

Das Wort „Konsument“ also hat schwerwiegende Folgen für das Voranbringen der Interessen der ARD. Sie ergeben sich aus der inhärenten Logik des Frames gemäß unserer alltäglichen Welterfahrung. (…)

Der Frame, der in unseren Köpfen durch den Begriff „Konsument“ aktiviert wird – ebenso durch weitere Begriffe wie „Angebot“ oder „günstige TVFlatrate“ – macht die Anliegen und Handlungen der ARD unmoralisch. Es ist nämlich ein Frame, der vom legitimen materiellen Eigeninteresse von Verkäufer und Konsument erzählt, wo es um den Tausch von Ware gegen Geld geht. Der Frame wird dem moralischen Anliegen, gemeinschaftlich einen freien Rundfunk ARD zu ermöglichen, nicht gerecht. Schlimmer noch, er macht die Handlungen der ARD illegitim und unmoralisch.

Wer nun meint, all dies sei linguistische Erbsenzählerei, der irrt. Sprachliche Framings wirken sich unmittelbar auf die implizite Bewertung faktischer Informationen aus. Der Mechanismus heißt Framing-­Effekt. Entgegen dem gängigen Mythos entscheidet der Mensch sich nicht ‚rein rational’ und aufgrund einer ‚objektiver’ Abwägung von Fakten für oder gegen Dinge, denn objektives, faktenbegründetes und rationales Denken gibt es nicht, zumindest nicht in der Form, in der es der Aufklärungsgedanke suggeriert. Jedes Verarbeiten von Fakten findet innerhalb von Frames statt – und ein und derselbe Fakt erlangt in unterschiedlichen Frames ganz unterschiedliche und oft sogar gegensätzliche Bedeutungen. (…)

Wann immer Sie sich mit solchen sprachlichen Angriffen konfrontiert sehen, dürfen Sie Eines nicht tun: Die Begriffe der Angreifer in jedweder Form aufgreifen, und sei es in Form von Negierungen. Sagen Sie nicht, Sie fänden den Begriff „Lügenpresse“ unangebracht. Sagen Sie nicht, der Vorwurf, die ARD sei „Steigbügel der Politik“ sei ungerechtfertigt. Sprechen Sie auch nicht von der „sogenannten“ Lügenpresse oder nutzen Anführungszeichen, um sich rhetorisch von einem Konzept zu distanzieren, wie etwa: „Lügenpresse“. In jedem dieser Fälle propagieren Sie den moralischen Angriff Ihrer Gegner. Denn Frames zu negieren bedeutet, sie zu aktivieren. (…)

Wann immer ein Frame über Sprache aktiviert wird, egal ob es sich um affirmative oder verneinende Sprach handelt, gewinnt er an Stärke in den Köpfen der Rezipienten. Der dahinterstehende Mechanismus heißt Hebbian Learning: Je öfter Neuronengruppen simultan im Gehirn feuern, desto stärker wird die synaptische Verbindung zwischen ihnen.

Wir nehmen es nicht wahr und wir können es auch nicht beeinflussen. Aber es hat zentrale Konsequenzen für Ihre Kommunikation: Nutzen Sie nie, aber auch wirklich nie, den Frame Ihrer Gegner, und nutzen Sie diejenigen Frames, die Ihre moralische Perspektive auf die Sachverhalte deutlich machen, immer und immer wieder – von Interview zu Interview, von Debatte zu Debatte, von Schriftsatz zu Schriftsatz. Nur durch die ständige Wiederholung neuer sprachlicher Muster über längere Zeit hinweg ist es möglich, den neuen Frames kognitiv Geltung zu verschaffen und sie damit zu einer realistischen Wahrnehmungsalternative werden zu lassen. (…)

Strategisches Framing ist ein stufenweiser Prozess, und: Es führt kein Weg an einem strategischen Framing vorbei, will man erfolgreich Mitbürger mobilisieren und sie heute und morgen für die ARD begeistern. (…)

Gehen Sie also folgendermaßen vor: Geben Sie den neuen Framings zunehmend Raum in Ihrer Kommunikation. An mancher Stelle können Sie sehr schnell relativ viele neue Frames setzen, etwa in Texten und Interviews, die sonst von einer eher abstrakten Sprache geprägt sind. Eine konkretere, moralisch dringlichere Sprache als die bisherige fällt hier weniger ins Auge als andernorts. Nutzen Sie vor allem Plakatkampagnen und Werbesport im TV oder Radio, um die neuen Framings in Form von Slogans und Schlagwörtern umzusetzen und Geschichten zu erzählen, die ihrer moralischen Perspektive treu sind. Denken Sie bei alldem daran, nie die moralisch diffamierenden Frames Ih­rer Gegner zu nutzen. Diese können und sollten über Nacht aus Ihrem Vokabular gestrichen werden.

Je länger Sie die neuen Framings nutzen, desto stärker werden Ihre Rezipienten die ihnen innewohnenden Assoziationen zu der Arbeit und Rolle der ARD verinnerlichen. Hebbian Learning ist ein unbewusster und langfristiger Prozess, der auf ständige sprachliche (und bildsprachliche) Wiederholung von Framings angewiesen ist.

… die neuen Begriffe werden Ihnen Aufmerksamkeit in Debatten verschaffen. Manche Begriffe mehr, andere Begriffe weniger. Und ja, Ihre Gegner werden sich an ihnen reiben. Aber: Die Aufmerksamkeit von Menschen zu erlangen, indem man starke neue und vor allem moralisch dringliche Konzepte auf den Tisch legt, ist genau das, was Sie brauchen! Eine Kampagne braucht Aufmerksamkeit, eine Kommunikationswende hin zu einer klareren Sprache ist schneller geschafft, wenn sie Aufmerksamkeit erregt – denn was einen aufmerken lässt, das dringt tiefer ins Bewusstsein.

Selbst die Aufmerksamkeit ihrer Gegner ist positiv. Denn wo man Sie und Ihre neuen Konzepte angreift, da entsteht eine Debatte. Eine Debatte bedeutet wertvolle Aufmerksamkeit. In eine Debatte mischen sich Bürger ein und denken mit. In vieler Hinsicht ist ein lauter, öffentlicher Streit über ein Thema – wie die Rolle und der Erhalt der ARD – wirkkräftiger als eine Werbekampagne. Und da Sie es sind, die die neuen Konzepte und Ideen auf den Tisch legen, wird Ihr Gegner immer Gefahr laufen, sich in Ihre (neuen) Frames einzukaufen und sie zu propagieren, indem er sie negiert. Und nicht nur das, es besteht auch eine gute Chance, dass die angestoßene Debatte oder Diskussion unter dem Titel Ihrer moralischen Framings geführt wird – denn Worte und Konzepte, an denen sich andere reiben, werden oft zur Bezeichnung einer Debatte …“

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Quelle: Hier können Sie die gesamte 89-seitige ARD-Manipulations-Anleitung nachlesen.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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