Twitter sperrt Ali Utlu an Weihnachten für eine Woche

Von Jürgen Fritz, Fr. 27. Dez 2019, Titelbild: YouTube-Screenshot

Ali Utlu bezeichnet sich selbst als politischer, liberaler Humanist und „Atheist“ (JFB: metaphysischer Asket), als Ex-Muslim und homosexueller LGBTI-Aktivist, der sich vor allem für die Menschenrechte einsetzt und dabei nicht nur an einer, sondern an beiden großen monotheistischen, metaphysisch-spekulativen Weltanschauungen Kritik übt. Schon vor Jahren stand er deswegen unter Polizeischutz. Twitter hat ihn nun am Weihnachtsfeiertag für eine Woche gesperrt. Und das ohne Angabe des konkreten Anlasses, wie er schildert.

Was für ein Spiel wird hier gespielt?

Ali Utlu vermutet, dass einfach alles von ihm systematisch gemeldet wird, um ihn so aus dem öffentlichen Diskurs auszuschalten. Denn er bekommt quasi über jeden Tweet, den er veröffentlicht, eine Mitteilung von Twitter, dass dieser gemeldet wurde.

Schon lange gibt es massive Hinweise, dass sich Personen regelrecht zu Gruppen (Banden) zusammenfinden, die dann beschließen, bestimmte Personen, deren Weltbild ihnen missfällt, regelrecht abzuschießen und mundtot zu machen. Und die Plattformbetreiber springen darauf oft an, beugen sich quasi dem Druck solcher Gruppen, weil ihnen das natürlich Arbeit macht, wenn ständig Meldungen über bestimmte Personen eingehen.

Schon vor drei Jahren löschte wize.life meinen kompletten Account für immer, obschon ich selbst aktuell gar nichts eingestellt hatte

Ich selbst erlebte dies schon vor knapp drei Jahren auf der Plattform wize.life, die sogar mein Profil, inklusive über hundert Artikeln, die ich dort im Themenbereich veröffentlicht hatte, komplett löschte, obschon ich dort schon seit ca. sechs Monaten kaum noch etwas und seit Wochen gar nichts mehr eingestellt hatte.

Der Grund war wohl, dass durch meine Artikel auf Jürgen Fritz Blog (JFB) Unruhe auf wize.life entstand, da andere Hinweise auf meine Artikel auf wize.life einstellten mit Verlinkungen zu JFB . Dadurch kam es immer wieder zu Meldungen, die so viel Arbeit und Unruhe verursachten, dass dies die Kapazitäten der Plaffformbetreiber übersteigen würde. Daher hatten diese beschlossen, mein Profil, inklusive meiner Artikel komplett zu löschen. Von mir bzw. durch meine Aktivitäten würde eine kontinuierliche Störung der Gemeinschaft der wize.life Plattform ausgehen. Dies hätte zur Folge, dass ein extrem hoher betrieblicher Aufwand durch mich bzw. meine Aktivitäten ausgelöst würde, den wize.life so nicht länger dulden könne.  Und man tat dies, ohne mir vorher Bescheid zu geben, so dass ich meine eigenen Artikel noch hätte sichern können.

Das heißt, diese Strategien gibt es seit Jahren. Sie werden lange schon angewendet und das mit Erfolg, denn die Plattformbetreiber beugen sich ihnen, womöglich sogar durch Automatismen, die dann ausgelöst werden. Nach dem Motto: Wenn eine(r) dauernd gemeldet wird, wird das schon seine Gründe haben. Er kann sich ja so verhalten, dass kein anderer Anstoß daran nimmt.

Den Menschen wird systematisch immer mehr Angst eingejagt, offen und frei zu sprechen

Nun hat es also Ali Utlu erwischt. Was dieses System – einige schließen sich zu Meldebanden zusammen, um andere systematisch menschenrechtswidrig mundtot zu machen und ihre Kritik an dem, was sie nicht kritisiert haben wollen, aus dem öffentlichen Diskurs auszuschalten, und die Betreiber der elektronischen Kommunikationsplattformen, ja sogar die deutsche Bundesregierung mit ihrem Netzwerkdurchsetzungsgesetz und ihrer geplanten BKA-Meldepflicht unterstützen diese Menschenrechtsfeinde in ihrem anti-demokratischen, anti-liberalen Treiben – bewirkt, dürfte klar sein:

Die Menschen bekommen immer mehr Angst, offen und frei zu sprechen. Und diese Angst wird ihnen systematisch gemacht. Denn wenn es vielen missfällt, was einige Mutige sagen, dann müssen diese damit rechnen, aus dem öffentlichen Diskurs ausgeschaltet zu werden. Das aber ist letztlich das Ende der liberalen Demokratie, der damit die Basis entzogen wird.

Ali Utlu: Kurze Erklärung zu meiner Twittersperre

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