Die zwei Achsen des Bösen

Von Jürgen Fritz, Do. 15. Jan 2026, Titelbild: YouTube-Screenshot

„Dem Problem der Toleranz dürften Sie kaum gewachsen sein, Ingenieur. Prägen Sie sich immerhin ein, daß Toleranz zum Verbrechen wird, wenn sie dem Bösen gilt.“ (Thomas Mann: Der Zauberberg) Das Böse umgibt uns wie lange nicht. Ja es bedroht uns. Und es gibt gleich mehrere Zentren des Bösen, die auf zwei Achsen miteinander verbunden sind.

Die zwei Achsen des Bösen

Wir haben zwei Achsen des Bösen, die recht unterschiedliche politische und ideologische Kräfte fest zusammenhalten, denn sie alle verbindet bei aller Unterschiedlichkeit ein großes Ziel: die Zerstörung der abendländischen griechisch-römischen, jüdisch-christlichen Kultur (Antiokzidentalismus), der freiheitlich-demokratischen, menschenrechtsbasierten westlichen Welt (antidemokratisch und menschenrechtsfeindlich), des Liberalismus (illiberal). Diese Achsen sind primär Zweckbündnisse. Man findet nicht alles gut, was der Bündnispartner tut, aber im Zweifelsfall hält man immer zusammen, weil man im großen geopolitischen Kampf seine Verbündeten nicht verlieren will.

Erste Achse: das faschistoide, mafiöse Russland – das kommunistische Chinadie islamofaschistische Welt und hier ganz besonders der Iran (Schiiten) und all die islamischen Terrorgruppen, die von ihm unterstützt werden: Hisbollah, Huthis (Schiiten) und Hamas, IslamischerDischihad (Sunniten). Daneben gibt es aber noch weitere radikalislamische Verbindungen und islamisch-sunnitische Terrorgruppen, wie die Muslimbruderschaft, Al Quaida, den Islamischen Staat, Erdogans AKP usw. usf.

Zweite Achse: Islamofaschisten – westliche neomarxistische Sozialisten und Wokeisten (der Feind im eigenen Bett) => in Deutschland zu finden vor allem in der SPD, bei den Grünen, in der mehrfach umbenannten SED, aktueller Name: Die Linke, aber auch dem BSW und vor allem in einem Großteil unserer Massenmedien, insbesondere dem ÖRR: ARD, ZDF, Deutschlandradio, aber auch RTL, ntv, DER SPIEGEL, SZ, DIE ZEIT usw. usf.

Das Bündnis der „Postkolonialisten“ mit dem ultrakonservativen und radikalen Islam

Die westlichen Sozialisten beziehungsweise Wokeisten sind zum Großteil Anhänger des sogenannten „Postkolonialismus“. Diese Ideologie dominiert zusammen mit dem Genderismus die westlichen Hochschulen weitgehend. Postkolonialisten dämonisieren die westliche Welt, die abendländische, griechisch-römische, jüdisch-christliche Kultur, inklusive Israel, das quasi als Speerspitze der abendländischen Welt gesehen wird, die in die arabisch-islamische Welt hineinreicht und die deshalb als erstes weg muss (sozialistischer, woker und islamischer Antisemitismus).

Die gesamte abendländische Kultur stellen sie als im Kern zutiefst „imperialistisch“ dar („Antiimperialismus“), alle anderen Kulturen dagegen als „Opfer des Westens“. Unser Reichtum würde vor allem auf der „Ausbeutung“ der anderen beruhen (Weiterentwicklung des Marxschen Grunddogmas, insbesondere durch die beiden Schlüsselwerke dieser Ideologie, Frantz Fanon: „Die Verdammten dieser Erde“, 1961 und Edward Said: „Orientalism“, 1978). Das neue Revolutionssubjekt sind also nicht mehr die westlichen Arbeiter und Arbeitnehmer, sondern „die Verdammten dieser Erde“, ganz besonders Muslime und der neue Feind ist nun die gesamte westliche Welt, ganz besonders aber weiße Männer. Diese neulinke postmoderne Ideologie ist also zutiefst rassistisch und sexistisch, damit grundgesetzwidrig und menschenrechtsfeindlich.

Die jüngere Generation (Greta & Co., auch die Klimabewegung, die sich weniger für das Klima und die Umwelt engagiert als vielmehr primär gegen die westliche Welt gerichtet ist, diese deindustrialisieren will) ist zum beachtlichen Teil tief von dieser Ideologie durchdrungen, daher oftmals so fanatisch. Dies gilt ganz besonders für westliche Studenten und Akademiker, weil diese Ideologie quasi in allen westlichen Hochschulen verabreicht wird. Und das geht inzwischen schon in den Schulen los. Diese Bewegung, die anfangs durchaus einiges Gutes an sich hatte, radikalisiert sich seit Jahrzehnten immer mehr, fängt schon an, ihr eigenen ideologischen Kinder zu fressen, und sie hat es die letzten 60 Jahre geschafft, fast alle westlichen Gesellschaften immer mehr in ihre Richtung zu ziehen. Doch es kommt ein anderer Faktor entscheidend und erschwerend hinzu, der die Sache gerade so gefährlich und so bedrohlich macht. Denn die Anhänger dieser Ideologie haben sich mit einer anderen antiokzidentalen extremistischen Bewegung verbündet: dem ultrakonservativen und dem radikalen Islam.

Emrah Erken: Ich nehme die westlichen Linken seit etlichen Jahren als Verbündete der Islamofaschisten wahr

Emrah Erken, Schweizer, liberaler Rechtsanwalt mit türkischen Wurzeln, schreibt zur zweiten Achse folgendes: »1979: „Islamische Revolution“ im Iran ➡️ Große Freude bei den westlichen Linken. Khomeini wird zu einem iranischen Gandhi verklärt.

1991: Die Islamische Heilsfront in Algerien gewinnt die Wahlen. Das Militär verhindert die islamistische Machtübernahme und zerschlägt die Bewegung. ➡️ Empörung bei den westlichen Linken.

2002: Erdogans islamistische AKP gelangt in der Türkei an die Macht. ➡️ Große Freude bei den Linken. Die islamistisch regierte Türkei wird EU-Beitrittskandidat und es fließen „Demokratisierungsmilliarden“, um den (seit Atatürk, jf) säkularen Staat zu islamisieren und die Bevölkerung in der Türkei der Scharia zuzuführen.

2012: Die ägyptischen Muslimbrüder gelangen nach dem sog. „Arabischen Frühling“ an die Macht. ➡️ Große Freude bei den westlichen Linken. Sie unterstützen auch weitere islamistische Gruppierungen im arabischen Raum.

2015: Atom Deal mit dem islamofaschistischen Mullah Regime ➡️ Große Freude bei den westlichen Linken, die dafür verantwortlich sind. Sehr große Enttäuschung und Empörung, als Trump später aus dem Deal aussteigt.

2023: Pogrom in Israel ➡️Große Freude bei Teilen der westlichen Linken und öffentlicher Support für die Hamas und für den 7. Oktober 2023. Die UNRWA, die mit dschihadistischen Terrororganisationen verbandelt ist, bekommt Millionen. Jeder weiß, dass dieses Geld auch in die Hände der Hamas gerät. Den westlichen Linken ist das egal.

2024: Israel schaltet die gesamte Führung der Hisbollah und zahlreiche weitere Kaderleute aus. ➡️ Die westlichen Linken befürchten eine Störung der „Stabilität“ des Libanon.

2024/2025: Dschihadistische Terroristen putschen Assad weg. ➡️ Große Freude bei den westlichen Linken. Man verspricht den Islamofaschisten erhebliche Geldmittel.

2025: Das islamofaschistische Mullah Regime steht vor dem Fall. ➡️ Westliche Linke befürchten „Chaos“ und „Instabilität“ in der Region.

Die westlichen Linken glauben fest daran, dass sie für mehr Gerechtigkeit auf der Welt einstehen. Ich nehme sie seit etlichen Jahren als Verbündete der Islamofaschisten wahr.<<

Obama leitet das Mullah-Regime-Appeasement ein und gibt der Muslimbruderschaft Auftrieb

Und Emrah Erken weiter: »Nachdem Barack Hussein Obama am 20. Januar 2009 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt wurde, hat das Weiße Haus nur zwei Monaten später eine aufgezeichnete Botschaft von ihm ausgestrahlt, die sich an das Mullah Regime und dessen Anhänger richtete. Obama sagte (ins Deutsche übersetzt):

„Heute möchte ich allen, die weltweit Nowruz feiern, meine besten Wünsche übermitteln. Dieser Feiertag ist sowohl ein altes Ritual als auch ein Moment der Erneuerung, und ich hoffe, dass Sie diese besondere Zeit des Jahres mit Freunden und Familie genießen. Insbesondere möchte ich mich direkt an die Menschen und Führer der Islamischen Republik Iran wenden.“

Das war das erste Mal, dass ein US-amerikanischer Präsident den Ausdruck „Islamic Republic of Iran“ überhaupt verwendete. Weiter sagte Obama:

„Anlässlich Ihres Neujahrsfestes möchte ich Ihnen, dem iranischen Volk und seinen Führern, versichern, dass die Zukunft, die wir anstreben, eine Zukunft mit neuem Austausch zwischen unseren Völkern und größeren Möglichkeiten für Partnerschaft und Handel ist.“

Diese Worte von Obama stellen den Beginn des amerikanischen Mullah Regime Appeasements dar, der zum Abschluss des Atom Deals (2015) mündete. Einige Monate später, am 4. Juni 2009, hielt Obama – sicherlich einer der schlechtesten US-Präsidenten aller Zeiten – eine Rede an der al-Azhar Universität in Kairo, mit der er die ägyptische Muslimbruderschaft empowerte.«

Antiwestliche Ausrichtung mit dem Muslim als Symbolfigur des Widerstands gegen den „kolonialen“ Westen

Die in Deutschland lebende Exiliranerin Monireh Kazemi, die den Iran nach der islamischen Revolution 1979 vor über 40 Jahren verließ, beschreibt die zweite Achse hier sehr gut: »Viele Akteure im linken bis linksliberalen Spektrum sowie selbsternannte Progressive begegnen Iranerinnen und Iranern, die den Islam offen und grundsätzlich kritisieren, mit deutlicher Reserve bis offener Ablehnung. Der Grund liegt auf der Hand: Fundierte Islamkritik kollidiert schmerzhaft mit ihrem ideologischen Weltbild.

Die tieferliegende Gemeinsamkeit zwischen Teilen der westlichen Linken und islamistischen Strömungen ist nämlich eine geteilte antiwestliche Grund-DNA: die Feindschaft gegenüber „westlichem Imperialismus“, Kapitalismus, Liberalismus und den universellen Frauen- und Menschenrechten westlicher Prägung. Diese strukturelle Überschneidung führt zu einer faktischen politischen Allianz, mal offen, mal stillschweigend, in der der gemeinsame Gegner (der Westen, die USA, Israel, die individuelle Rechte der liberale Demokratie) wichtiger ist als alle Differenzen.

Für viele dieser Kreise sollen Muslime möglichst in ihren traditionellen, vormodernen Rollenmustern und Weltbildern verbleiben, am besten in der Steinzeit-Ideologie des politischen Islam. Ob Frauen, Homosexuelle, Abtrünnige oder säkulare Denker darunter leiden, unterdrückt werden oder gar ihr Leben verlieren, tritt dabei in den Hintergrund. Entscheidend ist allein die antiwestliche Ausrichtung: Der Muslim als Symbolfigur des Widerstands gegen den „kolonialen“ Westen.

Ein säkularer, moderner, prosperierender Iran brächte das linke Narrativ ins Bröckeln

Genau deshalb stellt ein wirklich säkularer, moderner Iran eine existenzielle Bedrohung für dieses Narrativ dar. Ein Land, das mit großer mehrheitlich muslimischer Bevölkerung Religion und Staat konsequent trennt, Demokratie und Frauenrechte ernst nimmt und dennoch kulturell prosperiert, würde den Kern ihrer postkolonialen und antiimperialistischen Welterzählung implodieren lassen. Es würde beweisen: Die Islamisierung ist kein unausweichliches Schicksal „muslimischer Gesellschaften“, und damit würde das ganze ideologische Gebäude bröckeln.

Diese Angst vor dem säkularen Gegenbeweis zeigt sich in Deutschland besonders deutlich: In Teilen der SPD wirken Netzwerke, die der Muslimbruderschaft nahestehen oder zumindest deren Agenda nicht stören wollen, ein säkularer, demokratischer Staat im Nahen Osten kommt für sie nicht infrage. Bei den Grünen dominieren häufig identitätspolitisch geprägte Aktivisten, die jede Kritik am Islam reflexartig als „antimuslimischen Rassismus“ brandmarken und damit genau die Kräfte schützen, die sie vorgeblich bekämpfen wollen (müssen).«

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