Von Jürgen Fritz, So. 01. Mär 2026, Titelbild: WELT-Screenshot
„Israel greift nicht den Iran an, sondern das terroristische Mullah-Regime.“ – „Die Linken verteidigen das Böse mit dem Wort ‚Völkerrecht‘.“ – „Die AfD stramm an der Seite von Annalena Baerbock.“ – „Das ist kein Krieg gegen den Iran oder sein Volk. Es ist der Befreiungskampf von 80 Millionen Geiseln.“
Einige grundlegende Fakten zum Angriff Israels und der USA auf den Iran und dessen Gegenschläge
Samstagmorgen kurz vor 07:30 Uhr startete Israel einen Angriff auf den Iran, laut eigenen Angaben den größten Angriff der israelischen Luftwaffe ihrer Geschichte. Rund 200 Kampfflugzeuge hätten etwa 500 Ziele angegriffen, teilte das israelische Militär mit. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz: „Der Staat Israel hat einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen für den Staat Israel zu beseitigen“.
Kurz danach gaben die USA bekannt, dass sie sich am israelischen Militärschlag gegen den Iran beteiligen. US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Streitkräfte hätten einen großen Kampfeinsatz im Iran begonnen. Die US-Angriffe auf den Iran erfolgen demnach von der Luft und von See aus. Israelischen Verteidigungskreisen zufolge ist das Vorgehen mit dem Verbündeten abgestimmt. Es sei monatelang vorbereitet worden.
Aus Teheran wurden mehrere Explosionen gemeldet. Nach Augenzeugenberichten wurde unter anderem die Residenz von Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getroffen. Es gibt inzwischen glaubwürdige Meldungen und Bestätigungen, dass dieser bereits tot ist. Im Süden Teherans wurden außerdem mehrere Ministerien angegriffen. Zudem soll es Attacken auf den Geheimdienst der Revolutionsgarden gegeben haben. Auch in den iranischen Städten Isfahan, Ghom, Karadsch und Kermanschah werden der Nachrichtenagentur Fars zufolge Explosionen gemeldet.
Die muslimischen Hisbollah-Terroristen in Libanon haben den Verbündeten in Teheran ihre Solidarität zugesagt. Auch die muslimischen Huthi-Terroristen in Jemen, die ebenfalls vom Iran unterstützt werden, versprachen die „volle und unerschütterliche Solidarität“ mit Teheran.
In Israel wurde landesweit Luftalarm ausgelöst, um die Bevölkerung vor einem möglichen Gegenschlag des Iran zu warnen. Der Iran hat als Reaktion auf die israelischen und US-Angriffe Israel, Dubai, Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate angegriffen. Die iranische Revolutionsgarde bestätigte nach Angaben des Staatsfernsehens, dass sie Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region verübte.
Solche Kommentare
Annalena Baerbock, ehem. Bundesvorsitzende der Grünen und deutsche Außenministerin, aktuell Präsidentin der 80. Sitzungsperiode der Generalversammlung der Vereinten Nationen: »Ich verurteile die äußerst gefährliche militärische Eskalation im Nahen Osten. Die UN-Charta ist eindeutig: Alle Mitgliedstaaten müssen ihre internationalen Streitigkeiten friedlich beilegen, und zwar so, dass der Weltfrieden, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden. Sie müssen in ihren internationalen Beziehungen ferner jegliche Androhung oder Anwendung von Gewalt gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates sowie jede andere Handlungsweise unterlassen, die mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbar ist. (…) Ich appelliere an die Vereinigten Staaten, Israel und den Iran, die Situation zu deeskalieren, die Nachbarländer nicht in diesen Konflikt hineinzuziehen und zur Diplomatie und zu Verhandlungen zurückzukehren.«
AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag: »Zum Angriff auf den Iran und zur Lage im Nahen Osten teilen die Vorsitzenden der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Alice Weidel und Tino Chrupalla, mit: „Mit großer Sorge haben wir die Angriffe Israels und der USA auf den Iran zur Kenntnis genommen. Wir fordern alle Kriegsparteien zur unbedingten Zurückhaltung auf. Die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur müssen geschützt bleiben. Das Völkerrecht sowie das humanitäre Völkerrecht müssen uneingeschränkt eingehalten werden. Die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liegt nicht im deutschen Interesse und muss beendet werden.“
Botschaft der Russischen Föderation: »Erklärung des Außenministeriums Russlands bezüglich der bewaffneten Aggression der USA und Israels gegen den Iran: (…) Besondere Besorgnis ruft die systematische Art und Weise, in der die US-Administration in den vergangenen Monaten mit destabilisierenden Handlungen die völkerrechtlichen Grundpfeiler der Weltordnung untergraben hat, darunter die Prinzipien der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten, des Verzichts auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt sowie der friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten. Wir rufen nachdrücklich dazu auf, die Situation unverzüglich wieder auf den Weg einer politisch-diplomatischen Lösung zu bringen. Russland ist wie bisher bereit, zur Suche nach friedlichen Lösungen auf der Grundlage des Völkerrechts, des gegenseitigen Respekts und eines ausgewogenen Interessenausgleichs beizutragen.
Und ganz andere Kommentare
Madeleine, Frauenrechtlerin: »Israel greift nicht den Iran an, sondern das terroristische Mullah-Regime. Genau diese Unterscheidung wird aber regelmäßig bewusst verwischt. Eine klassische rhetorische Figur, um den jüdischen Staat zu dämonisieren und den Eindruck zu erwecken, es ginge um einen Angriff auf ein ganzes Land oder gar die iranische Bevölkerung. Genau das erfreut Islamisten und radikale Linke, die sich so in ihrer Weltsicht bestätigt fühlen.«
Norbert Bolz, lehrte bis 2018 als Professor für Medienwissenschaften an der Technischen Universität Berlin: »Die Linken verteidigen das Böse mit dem Wort „Völkerrecht“.« Und zu dem AfD-Kommentar: »Dafür hat der amerikanische Philosoph Harry Frankfurt den Terminus „Bullshit“ geprägt.«
(Bullshit im Sinne von Harry G. Frankfurt meint: ein Gerede, das im Gestus prätentiös, inhaltlich aber leer ist und einer Wahrheitsprüfung nicht standhält, wenn Menschen gezwungen sind oder auch nur Gelegenheit erhalten, über Dinge zu sprechen, von denen sie nicht genug verstehen. Bullshit macht insbesondere aus: a) die irreführende, trügerische Absicht, b) die Falschdarstellung, die aber nicht mit Lüge identisch ist, c) die Anmaßung oder Prätention, die das Motiv dafür sein kann (aber nicht muss), dass Bullshit geredet wird. Wer Bullshit redet, liefert eine Falschdarstellung ‒ aber nicht eine Falschdarstellung der Sache, über die er redet, sondern eine Falschdarstellung von sich selbst. Er will in anderen einen bestimmten Eindruck über sich selbst erzeugen und über das, was in seinem Kopf vor sich geht.)
Julian Reichelt, NiUS-Chefredakteur: »Die AfD stramm an der Seite von Annalena Baerbock und an einem wahrlich historischen Tag auf der falschen Seite der Geschichte. (…) Die AfD hängt außenpolitisch vollkommen fest zwischen Wagenknecht, Friedensbewegung der 80er, Bonner Hofgarten, Romantisierung von global agierenden Terrorregimen und gescheiterter Steinmeier-Gesprächsfaden-Ideologie. Gruselig. (…) Besonders erschütternd ist aber, dass die AfD offenbar nicht die intellektuelle Tiefe hat, um über „Abschiebung! Grenzen dicht!“ hinaus zu erkennen, dass es das iranische Regine ist (war), dass all die Phänomene der illegalen Migration (Terror, Menschenhandel, Schwerstkriminalität) als ihr Geschäftsmodell betreibt. Außenpolitisch ist diese AfD so leider nicht im Freien Westen verankert, sondern eher in der (scheinheilig) proklamierten Nicht-Einmischung irgendwo zwischen Kreml und Peking. (…) soviel außenpolitisch-intellektuelle Trübseligkeit war eigentlich ein linkes Monopol. Meloni, Wilders, Milei, Trump – außenpolitisch-strategisch-weltanschaulich alle in einer vollkommen anderen Liga als diese appeasende Mullah-Tümelei der AfD.«
Thorsten Alsleben, Berlinreporter: »Lieber Donald Trump, JD Vance und Elon Musk, wenn ihr das nächste Mal Wahlempfehlungen für die AfD abgebt, lasst bitte alle ihre Beiträge übersetzen, nicht nur die, die euch Naomi Seibt zeigt.«
Birgit Kelle, Autorin: »Warum nur hört man Völkerrechtler immer nur dann besorgt in der Öffentlichkeit, wenn Schlächter bekämpft werden und nie, wenn Schlächter töten? Ich frage für zehntausende Tote im Iran.«
Yair Lapid, 2021 bis 2022 israelischer Außenminister, ab Juli 2022 auch Ministerpräsident, seit 2023 Oppositionsführer der Knesset: »In einer Reihe von Interviews mit internationalen Medien habe ich heute eine klare Botschaft übermittelt. Wir sind uns alle einig über die Berechtigung und Wichtigkeit eines Angriffs auf das mörderische iranische Regime, das Zehntausende seiner eigenen Zivilisten getötet hat und den gesamten Nahen Osten bedroht. Als Oppositionsführer unterstütze ich diese Operation uneingeschränkt.«
Nico Lange, Politikwissenschaftler, Sicherheitsexperte, bis 2022 Leiter des Leitungsstabes im Bundesministerium der Verteidigung, Gründer und Direktor des Instituts für Risikoanalyse und Internationale Sicherheit (IRIS): »Die Mullahs müssen weg. Der Sturz des menschenfeindlichen Regimes des Iran wäre moralisch gerechtfertigt, strategisch wünschenswert und für Millionen Menschen eine Befreiung. (…) Militärisch öffnet dieser Schlag eine Tür, die sich womöglich nur schwer wieder schließen lässt. Die Mullahs werden reagieren. Israel drohen massierte Drohnen- und Raketenangriffe aus mehreren Richtungen. Hisbollah, Houthis, irakische Milizen – Teheran wird sein gesamtes Netzwerk aktivieren. (…) Die MAGA‑Basis, die Trump mit Isolationismus mobilisiert hat, wird amerikanische Särge kaum akzeptieren. Der innenpolitische Sprengstoff ist offensichtlich. (…) Und Europa? Europa wird leider wohl wieder tun, was Europa in solchen Momenten immer tut: appellieren, mahnen, warnen – und hoffen, dass andere die Verantwortung tragen. Deutschland wird „Diplomatie“ fordern, ohne eine eigene Initiative zu besitzen. (…) Die Wahrheit bleibt unbequem: Der Sturz der Mullahs wäre ein Segen für die Menschen im Iran und die gesamte Region. Doch der Weg dorthin führt durch Eskalation, innenpolitische Zwänge, harte Entscheidungen und die Abkehr von europäischen Illusionen.«
Johannes Hartl, Philosoph, römisch-katholischer Theologe, Buchautor, Gründer des Gebetshauses Augsburg: »Meine Nachbarin ist aus dem Iran. Sie telefonierte eben mit ihren Verwandten dort und die meinten: Wir sind das einzige Land der Welt, das sich freut, wenn es bombardiert wird. Die Perser sehnen das Ende dieses Regimes herbei.«
Zeev Rosenberg, Blogger: »Auf den Straßen, in Chats, in stillen Wohnungen wird gejubelt. Nicht aus Lust an Gewalt – sondern aus Hoffnung auf ein Ende der Angst. Viele Iraner sehen im Angriff auf den Führer der Islamischen Republik keinen Akt der Zerstörung, sondern die Chance auf Befreiung. Jahrzehnte der Unterdrückung, der Zensur und der Gewalt haben Spuren hinterlassen. Jetzt richtet sich der Blick auf Ali Chamenei – Symbol eines Systems, das keine Zukunft mehr verspricht. Gesagt wird leise, aber klar: Das Regime ist nicht das Volk. Gedacht wird laut: Vielleicht beginnt heute ein neues Kapitel.«
Linda Teuteberg, Bundesvorstand FDP: »Der Präventivschlag Israels und der USA richtet sich gegen die verbrecherische Mullah-Diktatur, einen der größten Finanziers des internationalen Terrorismus. Der Iran bedroht andauernd Frieden und Entwicklung in der gesamten Region. Friedlichen Protest eigener Bürgerinnen und Bürger für Freiheit und Selbstbestimmung hat das Regime brutal niedergeschlagen und Zehntausende ermordet. Eine Gefahr für die Bevölkerung ist vor allem das Mullah-Regime. Die derzeitigen Machthaber dürfen niemals in den Besitz von Atomwaffen kommen.«
Lindsey Graham, US-Senator: »Zu sagen, dass ich von der gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens zur Operation Epic Fury enttäuscht bin, wäre eine Untertreibung. Es ist so traurig zu sehen, wie westliche Demokratien ihre Leidenschaft für Gerechtigkeit und ihr Gefühl für Recht und Unrecht verlieren, je weiter entfernt von ihren Küsten sich das Ereignis abspielt. Alle in Europa sind zu Recht empört über die Invasion Russlands in der Ukraine. Aber wenn es um das seit langem leidende iranische Volk geht, hat sich Europa erbärmlich verhalten. An die Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens: Das iranische Volk hat nicht Unrecht, wenn es ein Ende der Unterdrückung durch das blutrünstige Regime der Ayatollahs fordert, das amerikanisches und europäisches Blut an den Händen hat. Ihr seid es, die Unrecht haben, weil ihr euch weigert, dem iranischen Volk zu helfen, und noch eins drauf setzt, indem ihr vorschlagt, dass wir weiterhin mit religiösen Nazis verhandeln sollten. Das ist erbärmlich. Wie tief ist Westeuropa gesunken. An das iranische Volk: Präsident Trump hat eure Schreie gehört. Hilfe ist in großem Umfang eingetroffen. An unsere europäischen Verbündeten: Ihr seid erbärmlich weich geworden und habt offenbar euren Eifer verloren, dem Bösen entgegenzutreten, es sei denn, es steht vor eurer Haustür. So traurig.«
Gerd Buurmann, Schauspieler, Regisseur, Comedian, Podcaster, Blogger: »Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wenn ich lese, dass Leute eine Eskalation im Iran oder in der ganzen Region fürchten. (…) Im Iran eskaliert die ganze Sache schon seit Jahrzehnten (…) und zwar seit Ende der siebziger Jahre, als die Mullahs im Iran die Macht übernommen haben und das politische System zur strengen Theokratie umgebaut wurde. In all den Jahren seitdem haben Frauen, Minderheiten und Andersdenkende eine fortlaufende, brutale Eskalation erlebt, nicht nur punktuell, sondern systematisch (…). Es ist eine Eskalation, wenn Homosexuelle aufgrund ihrer Identität hingerichtet werden (…) Es ist eine Eskalation, wenn Frauen unterdrückt werden, gezwungen sind, Kleidervorschriften einzuhalten oder vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Es ist eine Eskalation, wenn Männer und Frauen aufgrund von religiösem Fanatismus, politischer Meinung oder Kritik verfolgt, inhaftiert oder getötet werden. Warum also sollen Menschen ausgerechnet jetzt eine Eskalation fürchten? (…) Wenn also jemand eine Eskalation fürchtet, dann frage ich: Was genau meint er? Eine momentane Eskalation, die die seit fast fünfzig Jahren bestehende ständige und alltägliche Eskalation beendet und Schutz für Frauen, Minderheiten und Andersdenkende schafft, ist eine Eskalation, die ich nicht so sehr fürchte wie die ständige Eskalation.«
Monireh Kazemi, floh Mitte der 1980er Jahre aus dem Iran und fand in Deutschland eine Heimat: »HÖRT AUF ZU HEUCHELN – ODER SCHWEIGT FÜR IMMER! – An deutsche Politikerinnen und Politiker, Parteien, Medien, Künstlerinnen, Schauspieler, Prominente und Influencer: 47 Jahre Terrorherrschaft, Geschlechter-Apartheid, Folter, Vergewaltigungen, Hinrichtungen, Massenmorde. Im Januar zuletzt: über 40.000 Tote, Hunderttausende Verletzte und Inhaftierte – innerhalb von zwei Tagen. Wo wart ihr? Nirgends. Und jetzt? Ihr schweigt weiter. Das ist kein Krieg gegen den Iran oder sein Volk. Es ist der Befreiungskampf von 80 Millionen Geiseln. Und ja, es geht auch um die Befreiung der Welt von islamischer Ideologie, um die Sicherheit Israels, der Region und der gesamten Menschheit. Schweigt also weiter. Oder erhebt endlich eure Stimmen – gegen die Verbrecher der islamischen Machthaber im Iran. Die Iranerinnen und Iraner brauchen keine moralische Heuchelei.«
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