Wie man ein guter Mensch wird: durch gute Handlungen

(Jürgen Fritz, 17.10.2019) „Das erste ist, dass der Mensch zu wissen beginnt, dass das Gute und Wahre etwas Höheres ist. Ganz äußerliche Menschen wissen nicht einmal, was gut und was wahr ist. Denn sie meinen, alles, was Gegenstand der Selbstliebe und Weltliebe ist, sei gut, und meinen, alles, was jene Liebe begünstigt, sei wahr.“ – Emanuel Swedenborg, Himmlische Geheimnisse, Nr. 20

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Warum Religion zur Begründung von Moral nicht taugt

(Jürgen Fritz, 05.10.2019) Fragt man nach dem Verhältnis von Moral und Religion, so muss man mindestens drei Fragen unterscheiden: 1. Kann Religion eine Moral begründen? Kann jene diese rechtfertigen? 2. Kann Religion helfen, dass eine wohlbegründete, gerechtfertigte Moral (oder auch eine nicht gerechtfertigte) eher eingehalten wird? Dies wäre also nicht die Frage nach der Begründung der Richtigkeit, sondern die Frage nach der Motivation, einer (richtigen oder falschen) Moral Folge zu leisten. 3. Schließlich kann die Frage gestellt werden, ob die Moral eine Religion rechtfertigen kann. Dieser Frage widmete sich insbesondere Immanuel Kant. Ich will im folgenden die erste Frage untersuchen und dabei wichtige Hinweise zur zweiten geben.

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Rüdiger Safranski über gut und böse

(Jürgen Fritz, 04.10.2019) Der Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Philosoph Rüdiger Safranski gilt als einer der großen Intellektuellen im Lande. Bekannt wurde er vor allem durch seine Monografien zu Friedrich Schiller, E.T.A. Hoffmann, Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Johann Wolfgang von Goethe und Martin Heidegger. Noch bekannter dann, als er von 2002 bis 2012 zusammen mit Peter Sloterdijk im ZDF „Das Philosophische Quartett“ moderierte. Hans-Martin Esser sprach für „The European“ mit dem Bestsellerautor, auch über das Thema gut und böse.

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Echte und falsche Toleranz und Bescheidenheit

(Jürgen Fritz, 29.09.2019) Toleranz oder Duldsamkeit bedeutet im allgemeinen, dass man Dinge, die man selbst nicht gut, vielleicht sogar falsch oder schlecht findet, erträgt, dass man Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten anderer bis zu einem gewissen Grade gelten lässt oder aushält. Toleranz ist dabei weniger als Akzeptanz, mit der ein Gutheißen einhergeht, kein Ertragen oder Aushalten. Eine maßvolle, aber nicht grenzenlose Toleranz könnte man dabei, wie auch die Bescheidenheit, also die freiwillige Selbstbeschränkung als Kontrapunkt zur Geltungssucht, als Tugend auffassen. Dabei gilt es jedoch eine wahre und eine falsche Toleranz und Bescheidenheit zu unterscheiden.

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Sein-Sollen-Fehlschluss und naturalistischer Fehlschluss: Was ist der Unterschied?

(Jürgen Fritz, 21.09.2019) In seinem berühmten Werk A Treatise of Human Nature (Ein Traktat über die menschliche Natur) stellte der schottische Philosoph David Hume 1739/40 bereits fest, dass aus einem Sein kein Sollen geschlossen werden könne. Dieser Sein-Sollen-Fehlschluss, auch Humes Gesetz genannt, wird häufig auch als naturalistischer Fehlschluss bezeichnet beziehungsweise mit diesem verwechselt. Doch der naturalistische Fehlschluss nach George Edward Moore ist wieder etwas anders. Was ist der Unterschied? Hier die Erklärung.

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Die fehlerhafte Kopplung von Gott und gut

(Jürgen Fritz, 19.04.2019) Der Grundfehler der monotheistischen Göttergläubigen war und ist der, das Gute an ihren jeweiligen Gott zu koppeln, quasi die Fortführung der frühkindlichen Moralvorstellung, gut sei, was der Papa sagt und tut, nicht weil er das Gute eher zu erkennen vermag – dann gäbe es ja einen Begriff von gut jenseits des Vaters, auf den er dann blicken könnte, einen solchen Begriff von gut hat das Kleinkind aber gerade noch nicht -, sondern einfach weil es der Papa sagt, der mithin als die Quelle von Moralität fehlinterpretiert wird (Stufe 1 von 6 der Moralentwicklung nach Kohlberg).

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Was ist das Gute?

(Jürgen Fritz, 05.04.2019) Angenommen du hast ein Kind und möchtest es vor der Wirklichkeit der Welt schützen, da du befürchtest, dass es diese, zumal es ein sehr sensibles Kind ist, nicht aushalten, dass es an ihr zerbrechen könnte. Also erzählst du ihm von Anfang an Lügen. Nicht aus böser Absicht, sondern um deinen kleinen Schatz, der dir so sehr am Herzen liegt, ja welchen du mehr liebst als dein eigenes Leben, zu schonen, um ihn zu beschützen vor dieser schrecklichen, ja manchmal geradezu grausamen und ungerechten Welt.

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Philosophischer Start in den Tag: Europas verlorene Identität

(Aphorismen, 29.01.2019) „Wenn Europa die Heimat der Welt werden will, muss es eine Definition für sich finden, die weit genug ist für die ganze Welt. Aber noch bevor dieser Wunsch in sich zusammenbricht, werden unsere Werte – weil zu weit gefasst – jede Bedeutung verlieren. Während die europäische Identität in der Vergangenheit auf sehr spezifischen, um nicht zu sagen, philosophisch und historisch tief fundierten Werten (der Herrschaft des Rechts, einer Ethik, die aus der Geschichte des Kontinents und der Philosophie herauskristallisiert wurde) beruhte, bestehen heute Ethik und Glaube – das heißt die Identität und die Ideologie Europas – aus »Respekt«, »Toleranz« und (die höchste Stufe von Selbstverleugnung) »Diversität«. Solch flache Selbstdefinitionen können zwar noch ein paar Jahre halten. Aber sie sind nicht imstande, die tiefe Loyalität hervorzubringen, die eine Gesellschaft braucht, um für eine lange Zeit zu überleben.“ (Douglas Murray)

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Sind die Grünen wirklich anderen moralisch überlegen?

(Jürgen Fritz, 14.09.2018) Linke fühlen sich fast immer anderen moralisch überlegen. Doch inwieweit ist dies tatsächlich gerechtfertigt? Könnte es sogar sein, dass wir es hier in Wahrheit mit einer Form der moralischen Minderwertigkeit zu tun haben, dass Linke um einer in der Zukunft antizipierten in höchstem Maße fragwürdigen Vorstellung von Gerechtigkeit willen im Hier und Jetzt unzählige Ungerechtigkeiten begehen, so dass letztlich die Ungerechtigkeit selbst mehr und mehr zu ihrem inneren Wesen wird?

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Wahrheit und Vernunft lassen sich nie dauerhaft unterdrücken

(Jürgen Fritz, 01.08.2018) Wir schreiben den 8. November des Jahres 1723. Ein berühmter Professor der Philosophie, der wahrscheinlich größte Geist der Zeit, macht sich in Halle auf den Weg in seine Vorlesung. Da kommt ein Eilbote der Universität und händigt ihm ein Schreiben aus. Der Mann liest es und wird kreidebleich. Zeugen werden später behaupten, er habe sich erbrochen. Der Schreck fährt ihm in sämtliche Glieder. Kein Gedanke mehr an die Vorlesung, kein Gedanke mehr an seine Studenten. Sofort dreht er um und läuft wieder nach Hause. Der Inhalt des Briefes: eine Ungeheuerlichkeit, eine Schicksalsfrage für Europa.

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Was macht ein gutes Leben, was einen guten Menschen aus?

(Jürgen Fritz, 27.06.2018) Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird zu leben, meinte der römische Kaiser, Philosoph und Stoiker Marcus Aurelius (121-180). Bisweilen befällt uns die Furcht, unser Leben nicht richtig zu führen. Ein jeder sehnt sich nach dem guten Leben, doch was genau bedeutet „ein gutes Leben“?

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Gut für mich – Moral – Ethik – Metaethik

(Jürgen Fritz) Das Giftige nicht zu essen, stattdessen das Wohlschmeckende, das einem gut tut und Energie verleiht, ist bereits eine Bewertung: Dieses ist gut für mich, jenes nicht. Ohne Bewertung, keine Ausrichtung des Lebens. Doch das ist erst der Anfang des Bewertenerlernens. Mit der Weitung des geistigen Horizontes entwickeln sich neue Dimensionen von „gut“, aber auch Kräfte, die just diese Horizontweitungen bis aufs Blut bekämpfen und zu unterdrücken suchen.

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Die tiefste Krankheit der westlichen Welt: die Abkehr vom ethischen Objektivismus

(Jürgen Fritz, 06.05.2018) Die westliche Welt ist vom Weg abgekommen. So sehr, dass sie sich selbst zu zerstören droht. Wie konnte es so weit kommen? Um diese Frage zu beantworten, muss man verstehen, was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhält. Es ist dies die gemeinsame Vorstellung, was gut und was böse, was richtig und was falsch ist. Geht das verloren, fehlt der innere Kitt, der innere Zusammenhalt. Der Skeptizismus, in seinen Spielarten des Subjektivismus und Relativismus, hat genau dies zerstört. Der Kulturrelativismus fußt auf dem ethischen Relativismus. Was wäre also die richtige Medizin, wenn nicht die Rückkehr zum ethischen Objektivismus, welcher von religiöser Seite fälschlicherweise an die Existenz von Göttern gekoppelt wurde, wo doch schon Platon aufzeigte, dass Götter niemals eine Moral rechtfertigen können? Die Lösung liegt natürlich woanders.

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Warum wir Helden brauchen

(Jürgen Fritz) Der Heldenbegriff wurde in den letzten Jahrzehnten von den 68ern, Pazifisten und anderen gezielt pejorisiert, bekämpft und in Verruf gebracht, ist seither weitgehend aus dem aktiven Wortschatz der meisten verschwunden, womit geistig und ethisch ein großer Verlust verbunden ist. Aber was ist überhaupt ein Held und warum brauchen wir solche?

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