Russische Geschichtspolitik und ukrainische Leidensgeschichte

(Herwig Schafberg, 27.03.2022) Geschichte ist nicht das, was entstand, sondern was erzählt wird. Soll sie der Aufklärung dienen, darf Entstandenes nicht verklärt werden, wie es im Kontext der Entstehung von Nationen häufig geschieht. Das ist besonders verhängnisvoll, wenn dadurch nationale Besitzansprüche legitimiert werden sollen, wie etwa russische Ansprüche auf die Ukraine. Kurzer Beitrag zur Aufklärung von Herwig Schafberg.

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422. Todestag: Wie die katholische Kirche Giordano Bruno lebendig verbrennen ließ

(Jürgen Fritz, 17.02.2022) Wir schreiben den 17. Februar im Jahre 1600. Nach fast acht Jahren Kerkerhaft, die den 52-Jährigen sichtlich gebrochen haben, steigt Giordano Bruno, auf dem Campo de Fiori in Rom auf den Scheiterhaufen. Jahrelang hat er vergeblich versucht, eine Audienz beim Papst zu erreichen, war sogar bereit, seine Lehre teilweise zu widerrufen. Doch dies genügt der kirchlichen Inquisition nicht.

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80. Jahrestag der Wannsee-Konferenz

(Herwig Schafberg, 19.01.2022) Am 20. Januar 1942 fand in einer Villa am Berliner Wannsee eine Konferenz von Staats- und Parteivertretern des nationalsozialistischen Deutschlands statt. Anders als manchmal zu lesen ist, wurde dort nicht die Vernichtung des Judentums beschlossen, sondern deren Effizienzsteigerung; denn mit der Vernichtung hatte man schon zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion im Sommer 1941 begonnen. Am Ende stand die Ermordung von nahezu sechs Millionen Juden, was indirekt zur Gründung des Staates Israel beitrug. Der Historiker Herwig Schafberg blickt zurück.

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Sturm aufs Kapitol 2021: ein unvergleichlicher Anschlag auf die Demokratie?

(Herwig Schafberg, 01.01.2022) Es war vor einem Jahr, als Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump mit dem Sturm aufs Kapitol in Washington D.C. die Bestätigung des Wahlergebnisses mit Gewalt verhindern wollten. Damit wurde nicht zum ersten Mal in der Geschichte des Landes ein Gesetzgebungsorgan unter gewaltigen Druck gesetzt, wie der Historiker Herwig Schafberg zu bedenken gibt.

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20 Jahre 9/11: Verschwörungs-Verirrungen und Wirrungen amerikanischer Bündnispolitik

(Herwig Schafberg, 11.09.2021) Heute vor zwanzig Jahren wurden die Twin Towers des World Trade Center in New York zum Einsturz gebracht. Urheber waren augenscheinlich Flugzeugentführer, die ihre Maschinen in die Türme gelenkt hatten. Oder lag die Ursache für der Einsturz  woanders, wie mancher bis heute glaubt? Zu diesem Irrglauben hat die Bündnispolitik der US-Amerikaner in Afghanistan sowie anderswo möglicherweise beigetragen, wie Herwig Schafberg verdeutlicht.

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Moderne Grundlegung des Begriffs der Nation durch Emmanuel Joseph Sieyès

(Jürgen Fritz, 13.08.2021) Emmanuel Joseph Sieyès‘ Schrift Qu’est-ce que le Tiers État? (Was ist der Dritte Stand?) vom Januar 1789 ist bis heute die auflagenstärkste politische Flugschrift aller Zeiten. Sie gilt als programmatisch für den modernen Begriff der Nation, da Sieyès darin alle Menschen, gleich welcher Herkunft, die sich den Idealen der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – verpflichtet fühlen, dem dritten Stand = der Nation zurechnet.

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Zum Tod von Esther Bejarano: Was ARD und ZDF Ihnen nicht sagen werden

(Jürgen Fritz, 11.07.2021) Esther Bejarano ist gestern in Hamburg im Alter von 96 Jahren gestorben. Bei allem Respekt und tiefer Anteilnahme für das, was diese Frau, wie Millionen andere auch, durch die Nazi-Schergen bis 1945 erleiden musste, sollte aber gleichwohl nicht völlig unerwähnt bleiben, wo Bejarano politisch stand, von wo aus ihr politisch-gesellschaftliches Engagement erfolgte und was sie damit womöglich auch bediente.

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Der Pakt der Macht mit dem Christentum: die konstantinische Wende

(Jürgen Fritz, 23.05.2021) Durchgesetzt habe sich der Katholizismus nicht wegen seiner „Rechtgläubigkeit“, sondern weil er sich durchsetzte, wurde er rechtgläubig, schrieb einst Karlheinz Deschner. Der Katholizismus „siegte, weil er am besten organisiert, im Konkurrenzkampf am brutalsten war… Doch erst nachdem ihn Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert favorisiert hatte, schlug er alle seine christlichen Gegner durch Zerstörung ihrer Kirchen, Konfiskation, Zwangstaufen und andere ähnliche Mittelchen nieder. Dass sich in der Geschichte nicht immer die Besten behaupten und der Sieg selten mit der Wahrheit identisch ist“, sei gerade von der theologischen Forschung oft betont worden. „Auf dem Sektor des Geistes jedenfalls sind die Entscheidungen über das, was ‚rechter‘ Glaube und ‚Irrlehre‘ war, meist nicht gefallen, sondern fast stets auf dem der Macht“, so Deschner. In der Tat spielte der Pakt der Macht mit dem Christentum für dessen Überleben und Aufstieg eine Schlüsselrolle – bis heute.

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In Erinnerung an Sophie Scholl und die weiße Rose

(Jürgen Fritz, 09.05.2021) Heute vor hundert Jahren, am 9. Mai 1921, wurde Sophie Scholl geboren. Am 22. Februar 1943 haben die Nationalsozialisten die 21-Jährige zusammen mit ihrem Bruder Hans und dem Kommilitonen Christoph Probst mit der Guillotine enthauptet. „So ein herrlicher Tag, und ich soll gehen. Aber was liegt an unserem Leben, wenn wir es damit schaffen, Tausende von Menschen aufzurütteln und wachzurütteln,“ sagte Sophie am Tag ihrer Hinrichtung.

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Heute vor 76 Jahren im KZ Dachau ermordet: Georg Elser

(Jürgen Fritz, 09.04.2021) Am 8. November 1939 hatte Georg Elser im Münchner Bürgerbräukeller mit einer selbstgebauten Zeitbombe ein Attentat auf Adolf Hitler und nahezu die gesamte NS-Führungsspitze durchgeführt, welches nur knapp scheiterte. Am 9. April 1945, ein Monat vor der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht, zwanzig Tage vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau durch US-Truppen, wurde Georg Elser ohne Gerichtsverhandlung per Genickschuss getötet.

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Vor 150 Jahren: Gründung des Deutschen Reiches 1871

(Herwig Schafberg, 18.01.2021) Das Deutsche Reich wurde 1871 von den Fürsten gegründet, nicht vom Volk. Dieses war allerdings damit mehrheitlich ebenso einverstanden wie ein halbes Jahrhundert später die Mehrheit des Volkes mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Die wäre zwar ohne Zustimmung der westlichen Siegermächte nicht möglich gewesen, erfolgte aber anders als die Reichsgründung auf demokratischem Wege.

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240. Todestag von Maria Theresia: Eine Frau steht ihren Mann – konservativ und progressiv

(Herwig Schafberg, 29.11.2020) Heute vor 240 Jahren, am 29. November 1780 starb Maria Theresia nach vierzigjähriger Herrschaft über die Erbländer des Hauses Habsburg. Es war eine Verlegenheitslösung gewesen, dass sie als Frau die Thronfolge angetreten hatte – und es bereitete ihr große Mühe, sich durchzusetzen. Doch sie sollte zu einer prägenden Monarchin des aufgeklärten Absolutismus werden, wie der Historiker Herwig Schafberg aufzeigt.

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Die Französische Revolution und ihre Auswirkungen

(Herwig Schafberg, 14.07.2020) Heute, am 14. Juli, feiern die Franzosen ihren Nationalfeiertag. Es ist der Kalendertag, an dem 1789 Aufrührer in Paris die als Kerker genutzte Bastille stürmten. Als der Herzog von Liancourt König Ludwig XVI. davon berichtete, rief dieser bestürzt: „Das ist eine Revolte!“ „Nein, Sire,“ entgegnete ihm der Herzog: „Das ist eine Revolution!“. Der Historiker Herwig Schafberg zieht Bilanz.

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Hölderlin, Hegel, Beethoven: Die Popstars der Freiheit feiern 250. Geburtstag

(Stefan Groß-Lobkowicz, 04.07.2020) Das Jahr 2020 ist so etwas wie der Rock’n’ Roll der Geistesgeschichte und es ist das Jahr der großen Deutschen. Die drei Genies Hölderlin, Hegel und Beethoven feiern ihren 250. Geburtstag. Der Geist der Freiheit wehte durch ihre Dichtungen, Philosophien und wurde Musik. Die Freiheit floss buchstäblich durch die Adern aller drei und in der Französischen Revolution sahen sie einen Aufbruch in eine neue Welt, ein Göttergeschenk, wie Stefan Groß-Lobkowicz aufzeigt.

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