Die fünf Positionen zum Thema Migration

Von Jürgen Fritz

Rein sachlich-logisch gibt es fünf mögliche Positionen, was das Thema Migration anbelangt. Diese sollen kurz genannt und dargestellt werden. Anschließend wird aufgezeigt, welche Partei welcher Position zuzuordnen ist.

Position 1: unbegrenzte Immigration

Immigration ist grundsätzlich etwas Gutes. Wo Güter importiert werden, kann man es den Menschen nicht verwehren, wenn sie nach Deutschland kommen wollen, sei es, weil sie politisch verfolgt werden, weil sie vor Krieg, Bürgerkrieg oder auch vor wirtschaftlichem Elend fliehen. Wir wären umgekehrt doch auch froh, wenn uns ein reiches Land aufnehmen würde, wären wir in einer ähnlichen Situation. Helfen kennt keine Obergrenze und helfen vor Ort reicht nicht. Wir müssen so viele Menschen bei uns aufnehmen wie irgend möglich. Es ist moralisch nicht richtig, Menschen womöglich dann sogar mit Gewalt abzuwehren, die zu uns kommen wollen. Darüber sollten wir uns freuen, dass sie zu uns und nicht woanders hin möchten. Da kommt frisches Blut ins Land, vor allem auch viele junge Leute, die unserer überalterten Gesellschaft gut tun werden mit ihrer Vitalität. Die Probleme, die durch die andere Sozialisation entstehen, sind lösbar. Da müssen wir eben sehr viel Geld in die Hand nehmen und uns viel mehr als in der Vergangenheit um Integration bemühen. Dann ist dies auch machbar.

Außerdem tut dies unserem Ruf in der Welt gut, der bedingt durch den Nationalsozialismus arg beschädigt ist, eine Schuld, die im Grunde niemals abgetragen werden kann. Lasst uns also Humanitäts-Weltmeister sein! Warum denn nicht? Unser Sozialstaat wird das schon aushalten und nicht zusammenbrechen. Wir sollten uns von den Schwarzsehern keine Angst machen lassen. Deutschland ist ein starkes Land. Wir werden auch drei, vier, fünf, sechs oder acht Millionen Immigranten pro Dekade schaffen. Was ist das denn schon? 800.000 pro Jahr ist pro 100 Einwohner ein neuer, der dazu kommt. Ein reiches Land wie Deutschland kann das auf jeden Fall schaffen. Wir müssen lernen zu teilen. Das wird uns sogar glücklicher machen und unser Land bunter, fröhlicher und humaner.

Das Abendland gibt doch immer vor, christlich geprägt zu sein. Glaubt ihr, Jesus hätte jemanden, der in Not ist und zu ihm kommen will, abgewiesen?

Position 2: begrenzte Immigration, Obergrenze 200.000

Immigration wird grundsätzlich wie bei Position 1 ebenfalls als etwas Gutes angesehen, unbegrenzte Massenimmigration aber als nicht zu bewältigen. Daher wird eine Maximalgrenze von ca. 200.000 neuen Immigranten pro Jahr, zwei Millionen pro Dekade als Ziel angestrebt.

Position 3: Obergrenze Null

Ende 2016 gab es bereits über 10 Millionen Ausländer in Deutschland, also Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, wobei hier Leute mit Doppelpass, also zwei oder noch mehr Staatsangehörigkeiten nicht mitgezählt werden. Bezogen auf ca. 82,8 Millionen Gesamtbevölkerung entsprach dies bereits über 12 Prozent – Tendenz immer weiter steigend.

Noch viel höher war aber der Anteil der direkten und indirekten Immigranten („Personen mit Migrationshintergrund“). 2016 gab es in Deutschland bereits 18,6 Millionen (direkte/indirekte) Immigranten auf ca. 64,2 Millionen Ursprungsdeutsche. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung von ca. 82,8 Millionen entspricht dies 22,5 Prozent – Tendenz auch hier: immer weiter steigend.

Das Verhältnis (direkte/indirekte) Immigranten zu Ursprungsdeutschen betrug 2016 nur noch 1 zu 3,5. Auf knapp 3,5 Ursprungsdeutsche kam also bereits ein (direkter/indirekter) Immigrant. Oder anders formuliert: Fast jeder Vierte in Deutschland ist bereits eine Person mit Migrationshintergrund. Ein Immigrantenanteil von deutlich über 25 Prozent wäre zu hoch, weil dies die Gesellschaft a) überfordern, b) in ihrer kulturellen, vor allem moralischen Substanz völlig verändern würde und sie c) vollkommen destabilisieren würde und zwar sowohl ökonomisch (ein Immigrant wird uns langfristig im Schnitt ca. 450.000 EUR kosten), was die Sozialkassen anbelangt und auch die Kriminalitätsraten, so dass das Vertrauen in den Rechtsstaat und auch in den Mitmenschen, das wichtigste kulturelle Kapital überhaupt, mit der Zeit flöten gehen würde.

Diejenigen, die jetzt aber schon hier sind, auch wenn sie illegal eingereisten oder eigentlich nie hätten kommen dürfen, sollen jetzt aber alle bleiben, sofern sie keine schweren Straftaten begehen oder keine zeitlich befristet Anerkannte oder Geduldete sind.

Position 4: leichte Remigration

Das in 5 genannte Ziel und die Begründung sind vollkommen richtig, aber das ist praktisch in der hohen Zahl (mindestens 200.000 pro Jahr) schwerlich durchführbar. Einige zigtausend pro Jahr sollten es aber schon sein, die remigrieren müssen.

Position 5: Remigration, mindestens 200.000 p.a.

Schon Aristoteles wusste, dass einer der Hauptgründe für Revolutionen und gesellschaftliche Umwälzungen, mithin den Untergang von Gemeinwesen in der Ankunft fremder Kolonisten zu sehen ist. Wir würden heute statt von Kolonisten von Immigranten respektive verschleiernd manipulativ von ‚Flüchtlingen‘ (oder neuerdings ‚Geflüchteten‘) reden. Hierin sah Aristoteles eine große Gefahr für den Staat, also für die bestehende Gemeinschaft, weil er in solchen Gesellschaften einen fehlenden Gemeinschaftssinn befürchtete. Weshalb dies?

Weil jede republikanische, freiheitlich-demokratische Gesellschaft, die nicht von oben von einem absolutistischen oder totalitären Regime mit Gewalt zusammengehalten wird, davon lebt, dass es ein inneres Band gibt, welches die Staatsbürger zusammenhält. Erinnert sei hier an das berühmte Böckernförde-Diktum des späteren Richters am Bundesverfassungsgericht:

„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat.“ – Ernst-Wolfgang BöckenfördeStaat, Gesellschaft, Freiheit. 1976, S. 60.

Diese moralische Substanz und die Homogenität der Gesellschaft, die Böckenförde hier anspricht, ist just dieses innere Band, welches die Solidarität der Bürger, ebenso die Mündigkeit, das heißt die Fähigkeit zur Selbst- und Mitbestimmung in dem politischen Gemeinwesen garantieren kann. Zum solidarischen und mündigen Bürger (= politische Freiheit) müssen Menschen aber erst erzogen werden, was ein langwieriger, kontingenter und fallibler Prozess ist, der sogar bei den Menschen scheitern kann, die von klein auf in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft aufwachsen und zehn, zwölf, dreizehn Jahre lang entsprechend geschult werden.

Zu glauben, man könne Jugendliche oder gar Erwachsene, deren Sozialisationsprozess weitgehend oder gar vollständig abgeschlossen ist, aus einer Tribalgesellschaft  (Stammesgesellschaft) oder einem islamischen Gottesstaat oder sonst einer außereuropäischen nicht republikanisch-freiheitlich-demokratischen Gesellschaft von hier nach da verpflanzen, er werde dann schon mit der Zeit ein guter demokratischer, freiheitlich orientierter Staatsbürger werden, kann schwerlich anders als hochgradig naiv bezeichnet werden.

Da wir aber schon fast 19 Millionen direkte und indirekte Immigranten, zumeist aus völlig anders gearteten Kulturkreisen im Lande haben, von denen nicht wenige enorme Probleme bereiten – sowohl ökonomische (die ersten Jahre zu über 90 Prozent von Sozialtransfers abhängig) als auch kulturelle und was die Kriminalität und Verrohung der Gesellschaft anbelangt -, sollte unser Ziel für die nächsten zehn Jahre sein, wenigstens die zehn Prozent von ihnen, die die größten Probleme bereiten, außer Landes zu bekommen, also mindestens zwei Millionen (jeweils ein Prozent pro Jahr). Deutschland ist ein starkes Land. Das können wir schaffen und damit langfristig das Überleben unserer einzigartigen Kultur sichern.

Hätte Jesus eine Ehefrau, Kinder, vier Eltern und acht Großeltern versorgen müssen und hätte nur ein kleines Haus sein eigen nennen können, welches er mit seinen Händen selbst erbaute, und hätten zig oder gar hunderte von Personen aus einem anderen Kulturkreis, darunter auch Verbrecher und Terroristen darum gebeten, dauerhaft in sein Häuschen einziehen zu dürfen und dort dann über die Hausregeln mitzubestimmen, wie hätte Jesus dann wohl entschieden?

Welche Partei vertritt welche Position?

Position 1: Linkspartei, Grüne, SPD und in weiten Teilen die CDU, wobei hier nochmals Unterschiede bestehen: die CDU will sich nicht auf die 200.000 pro Jahr festlegen lassen, hält aber 800.000 oder eine Million neuer Immigranten pro Jahr für deutlich zu hoch, die SPD hält auch deutlich mehr als 200.000 neue Immigranten p.a. für machbar, die Grünen sehen das noch lockerer und die Linkspartei hätte auch mit einer Million neuer Immigranten pro Jahr keine Probleme.

Position 2: CSU, vermutlich auch die FDP (bei ihr weiß man nie so genau), Frankreich, USA, Großbritannien, Kanada, Australien und die meisten anderen westlichen Länder, jedoch mit viel geringeren Obergrenzen als das CSU-Ziel

Position 3: AfD (hier aber sehr unterschiedliche Positionen innerhalb der Partei, die von 2 bis 5 reichen), die neue österreichische Regierung scheint auch in diese Richtung zu tendieren, Ungarn (insbesondere was Mohammedaner anbelangt), viele andere Länder Osteuropas, Japan, Südkorea …

Position 4: (noch) keine Partei, aber Teile der AfD

Position 5: (noch) keine Partei

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Bild: Youtube-Screenshot

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7 Antworten auf „Die fünf Positionen zum Thema Migration

  1. Pingback: Mögliche Positionen zum Thema Migration – Leserbriefe

  2. trumpelman

    Position 6:
                                      Waffenrecht wie in den USA.
    Nahezu jeder „Flüchtling“ stolziert mit einem Messer in der Tasche herum
    Vielen von den Goldstücken gilt Gewaltanwendung als Kommunikationsform.
    Formen des Rechtsstaates wie hier sind ihnen fremd und schon deshalb verachtenswert, weil jene von Ungläubigen geschaffen und praktiziert sind.
    Aggression beruht bei vielen Migranten auf grundsätzlicher und muslimisch gebotener Verachtung der „Westler“.

    Nahkampfunerprobte deutsche „Eingeborene“ benötigen jedoch eine Waffe mit „Fernwirkung“, um sich verteidigen zu können.
          Deshalb:
          Freigabe von Handfeuerwaffen für deutsche Staatsbürger!

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  3. Tanzender Berg

    Gute Zusammenfassung der Alternativen. Es handelt sich hier um DIE entscheidende Frage, die über Sein oder Nichtsein als kulturell europäisches Land bestimmt. Die einzige Position, die unser Überleben sichert, ist die Variante 5: null weitere Zuwanderung und massive Rückwanderung über viele Jahre.
    Die einzig halbwegs akzeptable Position hat hier die AfD. Auch die AfD muß ihr Profil noch schärfen. Im Wahlprogramm für die Bundestagswahl ist die Rede von Minuszuwanderung. Das ist richtig, muß aber noch viel mehr kommuniziert und viel konsequenter gefordert werden. Wichtige Entscheidungen dazu müssen am Wochenende auf dem Parteitag getroffen werden. Vor allem Personen in wichtige Funktionen wählen, die glasklar für die Position Null Zuwanderung plus konsequente Rückwanderung eintreten.

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  4. Pingback: Waarom zijn er in Japan, Hongarije en Tsjechië zo weinig terreuraanslagen? | E.J. Bron

  5. Reinhard

    Eine sehr gelungene Zusammenfassung, anhand der 5 Positionen.

    Ich empfehle hierzu unbedingt auch das Buch von Prof. Dr. Sieferle das Migrationsproblem

    Habe hier eine eine kurze Leseprobe aus dem Buch Das Migrationsproblem gefunden
    Die letzten 3 Seiten, der nur knapp 16 Seiten umfassenden Leseprobe sind eine unglaublich geniale Zusammenstellung des Migrationsproblems!

    http://www.docdroid.net/fyxqMAw

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  6. Realist

    Nur Einwanderungsstopp, also Obergrenze Null (Punkt 3) reicht nicht mehr, dafür sind einfach zu viele in den letzten Jahren illegal eingereist, wahrscheinlich über 2 Mill. Diese Massen werden wir niemals integrieren können, die meisten leisten kaum einen produktiven Beitrag, kosten uns nur viele Milliarden, viele sind hochgewalttätig und eine Gefahr für unser Land. Die Lösung kann nur Punkt 5 sein, d.h.Massenabschiebungen, ca. 1000 pro Tag bei Null Einwanderung, selbst dann würde es Jahre dauern bis wir den alten Zustand vor 2013 wieder hätten. Große Teile der AfD wollen das, sogar Teile von CDU und CSU (aber nicht die Mehrheit).

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  7. Pingback: Der Feind in den eigenen Reihen | Das Erwachen der Menschen

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