Alles wird gut: die Landesgrenzen werden wieder gesichert

Ein Gastbeitrag von Axel Stöcker

Achtung, Satire! Böse Zungen behaupten immer wieder, unser Staat habe das aufgegeben, was einen Staat gerade ausmache: ein eigenes Territorium, über das man souverän bestimme, ein abgegrenztes Stück Land, das uns gehört. Unsere Grenzen würden schon seit Jahren gar nicht mehr richtig kontrolliert, jeder könne ausreisen, wie er wolle. Doch das sind alles gezielt gestreute Mythen von gefährlichen Rattenfängern, wie Axel Stöcker eindeutig und ein für alle mal nachweist.

Das Kalkül der Rattenfänger geht allzu oft auf und manche Frauen haben wirklich völlig absurde Vorstellungen vom Zusammenleben

Unter Wutbürgern macht in diesen Tagen das Gerede vom „Staatsversagen“ die Runde. Rechtspopulisten sehen die recht(s)staatliche Ordnung außer Kraft gesetzt und phantasieren Horrorszenarien wie den Untergang Deutschlands oder das Ende der Bratwurst als Konsensform herbei. Eine durchsichtige Strategie um Ängste zu schüren und verschiedene gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aufzuhetzen, immer in der Hoffnung, dass es sich an der Wahlurne schon auszahlen werde. Mit dieser infamen Strategie schafften es „echte Nazis“ (Siggi Gabriel) bekanntlich bis in den Bundestag. Was für eine Schande für unser Land!

Umfragen zeigen, dass das Kalkül der Rattenfänger aufgeht und bis in die gesellschaftliche Mitte hinein Zweifel am rechtmäßigen Funktionieren des Staates gesät wurden. Unlängst solidarisierten sich in einer ominösen „Gemeinsamen Erklärung 2018“  angeblich über 165.000 Bürger mit Frauen, die für die absurde Forderung demonstrierten, auf der Kölner Domplatte ohne Anwesenheit der GSG9 Silvester feiern zu können. Kurzum: Man solidarisiert sich mit denen, die, frei nach Gerdi Schröder, den „Aufstand der Unanständigen“ vorantreiben.

Die Bundesländer greifen knallhart durch

Doch, falls es noch eines Beweises bedurft hätte, dass solche Bewegungen keinerlei rationale Basis haben – er wäre mit der kürzlich durchgeführten Polizeikontrolle am Flughafen Memmingen erbracht worden. „Bundesländer greifen durch – auch mithilfe der Polizei“, war in der Welt zu lesen. Und Stefan Düll, Direktor des Justus-von-Liebig-Gymnasiums im schwäbischen Neusäß, wird mit den Worten zitiert: „Ich finde es gut, dass sie nicht einfach jeden durchwinken“. Wenn also schon notorische Eine-Welt-Apologeten und Bionadetrinker wie unsere Lehrer einem starken Staat das Wort reden, wo bitteschön soll dann das Problem liegen?

Es geht – Sie ahnen es bereits – um das schwerwiegende Vergehen des Schuleschwänzens vor dem Beginn des Ramadans – pardon – der Pfingstferien. Eltern schreiben ihre Kinder krank, um einen Tag früher (und oft kostengünstiger) in den Urlaub zu fliegen. Ein solch schmarotzerhaftes Verhalten wird von Seiten des Staats nun – endlich! – durch Kontrollen der ohnehin unterbeschäftigten Polizei an Flughäfen und mit Bußgeldern von bis zu 5.000 Euro unterbunden. Law-and-order in Reinkultur. Wozu da noch AfD wählen?

Die Ausreise wird strengstens kontrolliert, zumindest bei Deutschen

Kann man in Deutschland ohne Identitätsnachweis einfach so über die Grenze? Alles Märchen! Direktor Düll kann ein Lied davon singen: „Es war gar nicht so leicht, ihr [der Beamtin, A.S.] zu beweisen, dass ich der Schuldirektor bin und wir rechtmäßig zur besten Unterrichtszeit zum Schüleraustausch nach England wollten“. Die Ausreise wird also strengstens kontrolliert – von wegen Staatsversagen! Jedenfalls meistens. Nach unbestätigten Berichten hat die Polizei am selben Tag eine Familie von Asylbewerbern, die dabei waren ihren Heimaturlaub anzutreten, zwar nicht kontrolliert. Doch dafür sollte man Verständnis aufbringen, handelt es sich bei diesen Personen doch um politisch Verfolgte!

Angesichts der Null-Toleranz-Strategie gegen wirklich relevante illegale Grenzübertritte, ist schwer zu verstehen, was manche Leute immer noch zu mosern haben. So zum Beispiel die Journalistin Anabel Schunke auf ihrer Facebookseite:

„Frei nach Zeman: Wenn du in einem Land lebst, in dem Schulschwänzer für die Ausreise eher belangt werden, als Menschen, die illegal, ohne Papiere einreisen, dann kannst du mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Land von Idioten regiert wird.“

Frau Schunke, man kann sich auch über die Mücke an der Wand aufregen!

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Zum Autor: Axel Stöcker, Jahrgang 1967, hat Mathematik und Chemie studiert und ist Gymnasiallehrer. Auf seinem Blog, die-grossen-fragen.com, arbeitet er sich an den großen Fragen zwischen Naturwissenschaft und Philosophie ab. Doch auch politische Verwerfungen stacheln ihn gelegentlich zu Kommentaren an.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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9 Antworten auf „Alles wird gut: die Landesgrenzen werden wieder gesichert

  1. Pingback: Recht und Gesetz sind wieder vollständig hergestellt im Lande – Leserbriefe

  2. 300sel

    DDR 2.0 XXL eben. Nur mit dem Unterschied, ähm ich meine natürlich Fortschritt, dass in der DDR 1.0 noch kontrolliert wurde, wer einreist und das inzwischen abgeschafft wurde. Außerdem wurde das Territorium verdreifacht und die Einwohnerzahl verfünffacht. Die Auswahl an Automodellen und gleichgeschalteten Medienangeboten hat sich auch vergrößert. Im Übrigen lassen George Orwell und Aldous Huxley herzlich grüßen.

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  3. Der Beurteiler

    „Wenn du in einem Land lebst, in dem Schulschwänzer für die Ausreise eher belangt werden, als Menschen, die illegal, ohne Papiere einreisen, dann kannst du mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Land von Idioten regiert wird.“

    Damit wurde alles Wichtige gesagt. Problem, viel zu viele Bürger denken wirklich so, darum geht unser Land zugrunde!

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  4. Pingback: Recht und Gesetz sind wieder vollständig hergestellt im Lande – BAYERN online

  5. Axel Stöcker

    Das Schlimme ist: Eigentlich müssten schon bei dem Satz von Herrn Düll „Ich finde es gut, dass sie nicht einfach jeden durchwinken“ alle in höhnisches Gelächter ausbrechen. Aber fast niemand tut es.

    Wie soll man da noch eine Parodie schreiben?

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