Viersen: 15-Jährige mit Messerstichen übersät erliegt ihren Verletzungen

Von Jürgen Fritz, Mo. 11. Jun 2018 – Update: Di. 12. Jun 2018

Kurz nach 12 Uhr in Viersen, in der Nähe von Düsseldorf: Ein 15-jähriges Mädchen bricht mit Messerstichen übersät und blutüberströmt zusammen. Sie wird sofort in eine Klinik gebracht. Doch ihre Verletzungen sind so schwer, dass sie nicht mehr gerettet werden kann. Es beginnt eine Großfahndung nach dem mutmaßlichen Täter. Am frühen Abend stellt sich ein polizeibekannter 25-jähriger Türke.

Die junge Frau stirbt den Chirurgen unter den Händen weg

Mittagszeit, kurz nach 12 Uhr im Casinopark in Viersen in NRW, Regierungsbezirk Düsseldorf: Einige Obdachlose sitzen im Park, trinken ihr Bier. Der Park gilt als Treff der Trinker- und Obdachlosenszene. Es handelt es sich um einen schmucken Park mit Skulpturen des Beuys-Schülers Anatol. Mitten im Park ein moderner und beliebter Spielplatz, einer der schönsten der Stadt.

Plötzlich hören die Personen laute Schreie. Sekunden später kommt ihnen eine verletzte junge Frau beziehungsweise ein verletztes Mädchen entgegen. Zwei der Obdachlosen, ein Mann und eine Frau, laufen sofort zu der Verletzten hin. Diese sagt noch: „Ich sterbe, ich sterbe“, torkelt auf die beiden zu. Da fällt sie auch schon auf die Knie, den beiden in die Arme. Sie ist blutüberströmt und mit Messerstichen übersät. Die beiden rufen sofort die Polizei und die Feuerwehr an, wie sie später der Bild berichten.

Der Notruf geht um 12:22 Uhr ein. Das Mädchen wird umgehend in eine Klinik eingeliefert, doch seine Verletzungen sind so schwer, dass es dort kurze Zeit später verstirbt. Die Verletzte stirbt den Chirurgen förmlich unter den Händen weg.

Eine Mordkommission fahndet sofort mit Großaufgebot nach dem Täter

Die Polizei bildet sogleich eine Mordkommission, an ihrer Spitze der bundesweit bekannte Chefermittler Ingo Thiel. Dieser löst umgehend die Fahndung nach dem flüchtigen Verdächtigen aus, lässt ein Polizei-Großaufgebot auffahren. Beamte durchkämmen den gesamten Park und die Umgebung, auf der Suche nach Täter und Tatwaffe. Zusätzlich gibt es Unterstützung aus der Luft: Über dem Casino-Garten schwebt lange ein Polizeihubschrauber.

Nach Zeugenaussagen sollen der Täter und sein Opfer gemeinsam im Park gewesen und dort auf einer Bank gesessen haben, zusammen mit anderen Personen aus den Obdachlosen-Milieu. Dann soll die junge Frau bzw. das Mädchen plötzlich aufgestanden sein und gerufen haben: „Ich falle jetzt um!“. Vermutlich sind dem Mädchen die Messerstiche beim gemeinsamen Sitzen auf der Bank zugefügt worden.

Am Nachmittag sucht die Polizei mit einem Großaufgebot nach dem Täter, der geflohen ist. Ein Zeuge gibt der Polizei Hinweise auf den mutmaßlichen Täter. Demnach soll der Mann, der das Mädchen erstochen habe, etwa 1,70 Meter groß sein und „nordafrikanisch aussehen“. Er habe „schwarze glänzende Haare“ und trage schwarze Kleidung und dunkle Schuhe, hieß es anfangs.

Das tote Mädchen war gerade mal 15 Jahre alt – ein polizeibekannter Türke stellte sich am frühen Abend

Da das Mädchen keine Ausweispapiere mit sich führte, bleibt ihre Identität zunächst unklar. Doch dann führen die Ermittlungen zur Identifizierung der Toten. Es handelt sich nicht, wie anfangs zu lesen war, um eine ca. 20-Jährige, sondern um eine 15-jährige Jugendliche aus Viersen mit rumänischer Herkunft (siehe Bild oben). Ihr Name: Iulia R.

Im Rahmen der Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter entzog sich ein Mann durch Flucht einer Polizeikontrolle. Dieser stellte sich dann am frühen Abend auf der Polizeiwache in Viersen. Der Mann stammt aus der Türkei, ist 25 Jahre alt und „polizeibekannt“. Seine mögliche Tatbeteiligung werde derzeit geprüft.

Update vom 12.06.2018

Wie die Polizei heute mitteilte, hätten die bisherigen Ermittlungen ergeben, dass der 25-jährige Türke, der sich gestern Abend auf einer Viersener Polizeiwache gemeldet hatte, als mutmaßlicher Täter ausgeschlossen werden könne. Der Mann habe bei seiner Vernehmung angegeben, sich der polizeilichen Kontrolle deswegen entzogen zu haben, weil er Angst hatte, wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz überprüft zu werden.

Der mutmaßliche Täter, der gestern Mittag die 15-jährige Iulia R. im Casinogarten in Viersen niedergestochen und getötet hat, habe sich heute Mittag auf einer Polizeiwache in Mönchengladbach gestellt. Es handelt sich um einen 17-jährigen Jugendlichen, der aus Bulgarien stamme und in Viersen wohne. Er erschien mit seiner Rechtsanwältin bei der Polizei. Täter und Opfer seien miteinander bekannt gewesen. Der 17-Jährige sei festgenommen worden. Die Ermittlungen zu den näheren Umständen und Hintergründen der Tat dauerten an. Die Ermittler scheinen sich sicher, den mutmaßlichen Täter gefasst zu haben. 

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Hier geht es zum Presseportal der Kreispolizeibehörde Viersen

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Titelbild: YouTube-Screenshot von Iulia R.

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