So sieht es aus, wenn man die Wahlergebnisse aus Sachsen und Brandenburg addiert

Von Jürgen Fritz, Di. 03. Sep 2019, Titelbild: © JFB

Am Sonntag haben die Sachsen und die Brandenburger ihre Landesparlamente neu gewählt. Die Ergebnisse sind bekannt, JFB hat sie ausführlich dargelegt und erörtert. Interessant ist nun, wenn man die beiden Ergebnisse aus Sachsen und Brandenburg zusammenrechnet, denn dann wird eines überdeutlich.

AfD insgesamt ganz knapp vor der CDU auf Platz eins

In Sachsen waren knapp 3,3 Millionen, in Brandenburg knapp 2,1 Millionen Bürger zur Wahl ihrer Landesparlamente aufgerufen. Die Wahlbeteiligung war in beiden Bundesländern mit 66,6 und 61,3 Prozent erfreulich hoch. In Sachsen haben 2,19 Millionen, in Brandenburg 1,28 Millionen Menschen an der Wahl teilgenommen. Jeweils knapp 99 Prozent der abgegebenen Wahlscheine waren gültig. Zählen wir nun die gültigen Listenstimmen (Zweitstimmen) aus beiden Bundesländern zusammen, so kommen wir auf 2.166.216 + 1.265.039 = 3.431.255 gültige Listenstimmen. Diese über 3,4 Millionen Stimmen verteilten sich wie folgt auf die einzelnen Parteien:

  1. AfD: 892.959 = 26,02 %
  2. CDU: 892.483 = 26,01 %
  3. SPD: 498.618 = 14,53 %
  4. LINKE: 359.983 = 10,49 %
  5. GRÜNE: 323.172 = 9,42 %
  6. FDP: 149.029 = 4,34 %
  7. Freie Wähler: 136.582 = 3,98 %
  8. Sonstige: 178.429 = 5,20 %
Sachsen+Brandenburg

(c) JFB

Ziel von Zigtausenden war: Bloß verhindern, dass die AfD Erster wird

Wir sehen also, a) die AfD ist, wenn wir Sachsen und Brandenburg zusammen betrachten, voll auf Augenhöhe mit der CDU und lag bei den beiden Wahlen zusammen sogar minimal vor dieser auf Platz eins, erhielt mehr als ein Viertel aller Stimmen, mit der CDU zusammen über 52 Prozent. b) Die SPD bekam insgesamt nicht viel mehr als halb so viele Stimmen wie die AfD. c) Linkspartei (SED) und Grüne bewegen sich gerade mal um die 10 Prozent, die Grünen sogar darunter. Vor allem für die Linkspartei ist ein mindestens ein mittleres Desaster, waren doch die östlichen Bundesländer immer ihre Hochburgen. e) Rot-Rot-Grün kamen in Sachsen und Brandenburg zusammen nur etwas über 34 Prozent, also rund ein Drittel aller Stimmen, AfD und CDU auf mehr als die Hälfte. f) Und die FDP enttäuschte trotz Zugewinnen maßlos, kam in beiden Bundesländern nicht einmal auf fünf Prozent, was man dann auch noch schön zu reden versuchte, nach dem Motto: „Wir waren doch weniger schlecht als beim letzten Mal“.

Und jetzt wird auch noch verständlicher, warum die CDU in Sachsen und die SPD in Brandenburg viel weniger schlecht abschnitten als wenige Wochen vor den Wahlen noch zu erwarten war und warum die Wahlergebnisse deutlicher als sonst von den Umfragewerten abwichen, welche ein, zwei Wochen vor der Wahl erhoben worden waren. Denn Zigtausenden in Sachsen und Zigtausenden in Brandenburg war natürlich bewusst, wie groß die – aus ihrer Sicht – Gefahr war, dass die AfD stärkste Kraft in ihrem Bundesland werden könnte. Daher wählten jeweils Zigtausende (wenn nicht noch mehr) nicht die Partei, die ihnen eigentlich am nächsten stand und die sie normalerweise präferiert hätten, sondern diejenige, von der sich dachten: „Die kann am ehesten die AfD noch abfangen und verhindern, dass jene auf Platz eins landen.“ Ohne diesen Faktor wären die CDU-Werte in Sachsen und die SPD-Werte in Brandenburg mit Sicherheit noch schlechter und die Verluste noch höher ausgefallen, mithin der Abstand der AfD vor CDU und SPD insgesamt sogar noch größer.

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