Hoppstädter Axt-Angreifer, ein Flüchtling aus Eritrea, wurde per Kopfschuss getötet

Von Jürgen Fritz, Di. 05. Nov 2019, Titelbild: SWR-Screenshot

Wie hier bereits berichtet, kam es am Samstagabend im rheinland-pfälzischen Hoppstädten-Weiersbach zu einem tödlichen Schusswaffeneinsatz der Polizei gegen einen Axt-Angreifer. In den allermeisten Medien außer JFB wurde der Axt-Mann nicht näher beschrieben, obschon bereits in der ersten Polizeimeldung, wenngleich erst am Ende, von einem Mann „südosteuropäischen Aussehens“ die Rede war. Inzwischen steht die Identität des Erschossenen fest. Nein, es war kein Südosteuropäer. Und es steht auch fest, wo ihn der tödliche Schuss traf.

Stundenlang lief der Mann mit der Axt durch den Ort

Stundenlang lief der Mann mit der Axt durch den Ort. Schon am Morgen gegen 08.30 Uhr ging die erste Meldung bei der Polizei ein, ein Mann südosteuropäischen Aussehens würde mit einer Axt bewaffnet herumlaufen. Dieser sei dann in den angrenzenden Wald verschwunden. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief aber zunächst ergebnislos.

Dann gegen 17 Uhr die zweite Meldung. Nun wurde ein apathisch wirkender und mit einer Axt bewaffneten Mann am Sportlerheim in Hoppstädten gemeldet. Dieser eine Person bedroht und auf deren Fahrzeug eingeschlagen. Kurz darauf sei er in ein angrenzendes Waldstück geflüchtet. Wieder gelang es der Polizei nicht, den Tatverdächtigen ausfindig zu machen.

Um 20.32 Uhr ging dann die dritte Meldung ein. Eine weitere Zeugin gab an, dass sie einen auf die Personenbeschreibung passenden Mann mit einer Axt im Bereich des Nordwegs in Hoppenstädten gesehen hätte. Dieser laufe nun über ein Feld in Richtung der Tennisplätze. Dort stellte ihn die Polizei und es kam zum tödlichen Schusswaffeneinsatz.

Axt-Mann wurde von vorne in den Kopf geschossen

Details geben Polizei und Staatsanwaltschaft noch immer kaum heraus. Was wir aber inzwischen wissen, ist folgendes: Nach einer Großfahndung wurde der laut Staatsanwaltschaft aggressive Mann dann in der Nähe der Tennisplätze in Hoppenstädten entdeckt und von einem Polizisten erschossen.

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach teilte nach der Obduktion am Montagnachmittag mit, der Mann habe einen Schuss in den Kopf erhalten und sei vermutlich sofort tot gewesen. Der Schuss habe den Kopf des Mannes von vorne getroffen. Weitere Einzelheiten zu dem Polizeieinsatz wollte der Leitende Oberstaatsanwalt Michael Brandt nicht nennen.

Kein Südosteuropäer, sondern ein Eritreer (Ostafrikaner)

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach ist die Identität des Mannes mittlerweile geklärt: Es handelt sich nicht um einen Südosteuropäer, sondern um einen 26-jährigen anerkannten „Flüchtling“ aus Eritrea. Er hatte zuletzt im Landkreis Birkenfeld gelebt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Seine Leiche wurde am Montag obduziert.

Nun laufen die Ermittlungen zu den Umständen des tödlichen Schusswaffeneinsatzes. Ob der Mann krank war oder Drogen genommen hat, war zunächst unklar. Die Obduktion diene auch dem Zweck, herauszufinden, ob er Rauschgift konsumiert hatte. Bis ein Ergebnis feststehe, werde es aber einige Zeit dauern, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Notwehrsituation?

Innenminister Roger Lewentz (SPD) erklärte, nach seinen Informationen sei ein Bedrohungsszenario dem tödlichen Schusswaffengebrauch vorausgegangen. Das müsse von der Staatsanwaltschaft sehr genau untersucht werden. Wenn jemand mit einer Axt bewaffnet sei, sei dies eine schwierige Situation für Polizeibeamte, so Lewentz.

Die Beweggründe des Mannes sind noch ungeklärt. Der Eritreer habe im Kreis Birkenfeld gewohnt, aber dort keine feste Meldeadresse, so die Staatsanwaltschaft. Ob der Mann krank war oder Drogen genommen hat, sei noch unklar.

52 Prozent der Eritreer sind Muslime

Eritrea liegt im nordöstlichen Afrika, grenzt im Nordwesten an den Sudan, im Süden an Äthiopien, im Südosten an Dschibuti und im Nordosten an das Rote Meer.

EritreaMap

Die Bevölkerung Eritreas teilt sich offiziell zu fast gleichen Teilen in Muslime (hauptsächlich Sunniten) und Christen (Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche, Protestanten, Katholiken). Der vom US State Department herausgegebene International Religious Freedom Report ging für das Jahr 2007 von 50 Prozent Muslimen und 48 Prozent Anhängern des Christentums in Eritrea aus. Die Association of Religion Data Archives bezifferte für das Jahr 2015 insgesamt 51,6 Prozent Muslime (50,3 Prozent Sunniten und 1,3 Prozent Schiiten) und ca. 46,3 Prozent Christen, vor allem Orthodoxe (42,9 Prozent).

In den letzten Jahren kam es zur systematischen Verfolgung nicht anerkannter christlicher Minderheiten durch die Regierung, weil diese nicht den ideologischen Paradigmen der Regierungsseite entsprechen. Evangelikale Nachrichtenagenturen aus den USA berichten inzwischen regelmäßig von Christenverfolgungen im Land. Amnesty International gab an, Angehörige staatlich verbotener Minderheitenkirchen seien bei extremer Hitze unter Erstickungsgefahr in Frachtcontainern gefangen gehalten worden.

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