Brandanschlag auf Auto von AfD-Chef: Chrupalla erleidet Rauchvergiftung

Von Jürgen Fritz, Mo. 02. Mär 2020, Titelbild: Privatfoto, das brennende Auto von Tino Chrupalla

Einen mutmaßlich linksextremistischen Anschlag gab es in der Nacht von Sonntag auf Montag im Kreis Görlitz (Sachsen) auf das Auto des AfD-Politikers Tino Chrupalla. Am Sonntag gegen 23.20 Uhr schlichen sich, so jedenfalls der Verdacht, Brandstifter auf das am Waldrand gelegene abgeschlossene Privatgrundstück des Malermeisters. Kurz darauf ging der VW-Caddy des zweiten Bundesvorsitzenden der AfD Tino Chrupalla in Flammen auf. Er selbst zog sich beim Versuch, das Fahrzeug zu retten, eine Rauchvergiftung zu und wurde, da er über Atembeschwerden klagte, ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Chrupallas Auto wahrscheinlich gezielt in Brand gesetzt

Der mutmaßlich linksextremistische Anschlag ereignete sich am späten Sonntagabend. Gegen 23:20 Uhr schlichen die Brandstifter wohl auf das abgeschlossene Grundstück und zündeten das Fahrzeug des AfD-Politikers an. Der Bundestagsabgeordnete Chrupalla (44) bemerkte den Brand und versuchte, ihn selbst zu löschen. Dabei erlitt er eine Rauchvergiftung und wurde in eine Klinik gebracht. Nach mehreren Stunden auf Station entließ sich Chrupalla selbst aus dem Krankenhaus.

Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Zudem sei der Staatsschutz wegen einer möglichen politisch motivierten Tat eingeschaltet. Der Tatort wurde gesichert. Polizeisprecherin Katharina Korch: „Ein Brandursachenermittler kommt am Tage zum Einsatz. Hinsichtlich einer möglichen politisch motivierten Tat hat der polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.“

Nach Angaben der Polizei konnte die Feuerwehr eine Ausbreitung der Flammen zwar noch verhindern, das Auto selbst aber nicht mehr retten. Die Polizei, die Chrupalla nicht namentlich nannte, berichtet weiter, der Fahrzeughalter habe nach eigenen Löschversuchen über Atembeschwerden geklagt und sei vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht worden. „Ich habe noch Atembeschwerden“, sagte Chrupalla am Vormittag. Er habe sich selbst aus dem Krankenhaus entlassen.

Es werde wegen des Verdachts auf Brandstiftung ermittelt, teilte die Polizei mit. Außerdem prüfe der polizeiliche Staatsschutz einen politischen Hintergrund.

Entsetzen bei der AfD über diese weitere bösartige Gewalttat, die gegen ihre Vertreter verübt wird

Chrupalla teilte der Nachrichtenagentur dpa mit, der Wagen habe auf dem abgeschlossenen Grundstück seines Hauses gestanden (auf dem Bild oben gut zu erkennen). Er wohnt im nordostsächsischen Gablenz. Gegenüber der BILD sagte Chrupalla heute morgen:

„Bei aller Schärfe in der politischen Auseinandersetzung, aber das ist ein direkter Angriff auf meine Familie. Das überschreitet alle nur denkbaren Grenzen. Diese Eskalation muss aufhören.

Auf Twitter schreibt Chrupalla:

„Dieser Brandanschlag auf meine Familie und mich ist ein weiterer Beweis für das, wovor ich gewarnt und weshalb ich alle politischen Akteure zur Mäßigung und Selbstreflexion aufgerufen habe.“ 

Der erste Bundesvorsitzende der AfD Jörg Meuthen erklärte: „Erneut zeigt sich, wohin die unverantwortliche Stimmungsmache der anderen Parteien führt.“ Politiker und Journalisten sollten sich in ihrer Kritik an der AfD mäßigen, „denn Extremisten verstehen diese als Aufforderungen zu schlimmsten Straftaten“.

Alice Weidel, neben Gauland Fraktionsvorsitzende der AfD im Deutschen Bundestag, schreibt auf Twitter:

„Sein PKW ging in Flammen auf, er erlitt eine Rauchvergiftung. Ich verurteile diesen Anschlag aufs Schärfste. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Menschen ernsthaft zu Schaden kommen.“

Und die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Beatrix von Storch schreibt:

„Feueranschlag auf das Auto unseres Bundesvorsitzenden. Was für ein Wahnsinn! Es reicht! Gemeinsam gegen Gewalt: Ich erwarte von allen Solidarität mit Tino Chrupalla  – ohne jedes ‚ABER‘!“

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Pohl schreibt:

„Herr Stegner Sie haben dazu aufgerufen, ‚dass Personal der AfD‘ anzugreifen. Sie sind der geistige Brandstifter. Wann #SPD erfolgt die übliche Distanzierung? Gute Besserung Tino Chrupalla!“

Auch Politiker anderer Parteien verurteilen den Anschlag scharf

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer, der kürzlich erst durch seine Hetze gegen eigene Parteikollegen, die sich in der WerteUnion engagieren, auffiel, äußerte sich wie folgt:

„Der Anschlag auf das Fahrzeug des AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla  ist klar zu verurteilen. Die #noAfD muss mit allen politischen und rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden. Gewalt darf kein Mittel dafür sein – sowas geht deutlich zu weit.“

Marco Buschmann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, schreibt:

„Ich halte so ziemlich alles für falsch, wofür Tino Chrupalla politisch steht. Aber Gewalt darf kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein – gegen niemanden. Die AfD muss man mit Argumenten und Mitteln des Rechtsstaates bekämpfen und nicht mit Brandsätzen.“

Der SPD-Vorsitzender Sachsen, Ostbeauftragter der SPD, stellvertretender Ministerpräsident des Freistaates Sachsen Martin Dulig:

„Gewalt gegen Politikerinnen und Politiker ist inakzeptabel. Das ist keine Form der politischen Auseinandersetzung. Ich verurteile das aufs Schärfste.“

Der Bundestagsabgeordnete und Generalsekretär der FDP-NRW Johannes Vogel:

„Gewalt darf niemals ein Mittel politischer Auseinandersetzung in der Demokratie sein – gegen niemanden! #Chrupalla“

Gehen die Staatsgewalten bei Anschlägen von Linksextremisten mit der gleichen Entschiedenheit und Konsequenz vor wie bei rechtsextremistischen Taten?

Tino Chrupalla ist seit knapp drei Monaten zweiter AfD-Bundesvorsitzender („Bundessprecher“). Er hatte vor seinem Einzug in den Deutschen Bundestag als Malermeister gearbeitet und wohnt bis heute in der Region, in der er aufgewachsen ist. Im vergangenen Dezember war er zum Nachfolger von Alexander Gauland an die Bundesspitze der Partei gewählt worden. Seine Kandidatur war damals unter anderem vom Thüringer AfD-Fraktionschef und Gründer des rechtsnationalen „Flügels“, Björn Höcke, unterstützt worden. Chrupalla selbst bemüht sich aber meist um eine gemäßigte, deeskalierende Rhetorik.

Dieser Anschlag steht in einer langen Reihe von Gewaltakten, die immer wieder gegen AfD-Politiker verübt werden. Offensichtlich versuchen Linksextremisten und Linksradikale die ungeliebte Partei mit bösartiger Gewalt zu bekämpfen und sie so durch Einschüchterung aus dem politischen Wettbewerb auszuschalten. Und wieder einmal stellt sich die Frage, ob Polizei und Staat wirklich mit der erforderlichen Sorgfalt in alle Richtungen des Extremismus ermitteln und mit aller Härte des Gesetzes gegen alle Feinde der freiheitlichen (liberalen) Demokratie vorgehen.

P.S.

Bereits 2016 hatte der damalige stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD Ralf Stegner öffentlich dazu aufgerufen, man müsse „Positionen und Personal der Rechtspopulisten attackieren, weil sie gestrig, intolerant, rechtsaußen und gefährlich sind!“

Und vor wenigen Monaten hat der CDU-Politiker, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der sich nun sogar um den CDU-Parteivorsitz bewirbt und Bundeskanzler werden möchte, öffentlich dazu aufgerufen, die AfD „bis auf Messer zu bekämpfen“. Aus Worten werden Taten, Armin Laschet.

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