So würden die Deutschen heute wählen

Von Jürgen Fritz, So. 09. Aug 2020, Titelbild: © JFB

Im Wahl-O-Matrix-Mittel aller Institute stehen CDU/CSU inzwischen gut 19 Punkte vor den Grünen und mehr als 23 Punkte vor der SPD. Auf 100 Unions-Wähler kämen gerade noch 38 SPD-Wähler. Grün-Rot-Dunkelrot liegen zusammen lediglich bei 40,6 Prozent, nicht viel mehr als die Union alleine. Die AfD kann sich leicht erholen und klettert wieder über 10 Prozent. Die Linke verharrt unter 8, die FDP unter 6 Prozent.

So würden die Deutschen heute wählen

Betrachten wir zunächst, wie die Bundesbürger im Falle von Bundestagswahlen im Moment votieren würden. Angegeben ist für jede Partei der Wahl-O-Matrix-Mittelwert aller Institute,  die – bezogen auf den mittleren Tag der Befragung – in den letzten drei Wochen repräsentative Erhebungen durchführten. Dies waren insgesamt sieben. Aufgeführt ist für jede Partei der niedrigste und der höchste Wert dieser sieben einbezogenen Institute (für jedes Meinungsforschungs-Institut wurde die jeweils neueste Umfrage herangezogen) sowie fettgedruckt das arithmetische Wahl-O-Matrix-Mittel aller sieben Werte:

  1. CDU/CSU: 36 – 38 % ==> 37,5 %
  2. GRÜNE: 16,5 – 21 % ==> 18,4 %
  3. SPD: 14 – 15 % ==> 14,4 %
  4. AfD: 811 % ==> 10,1 %
  5. LINKE: 69 % ==> 7,8 %
  6. FDP: 56,5 % ==> 5,9 %
  7. Sonstige: 4 – 8 % ==> 5,9 %
2020-08-09

© JFB

Die Erhebungen dieser Institute wurden ausgewertet

Die sieben Institute, die (bezogen auf den mittleren Tag der Befragung) in den letzten drei Wochen Erhebungen durchführten, welche ausgewertet wurden, waren:

  • GMS, mittlerer Tag der Befragung: 24./25.07.2020, telefonische Befragung von 1.003 zufällig ausgewählten Personen
  • Forschungsgruppe Wahlen, mittlerer Tag der Befragung: 29.07.2020, telefonische Befragung von 1.249 zufällig ausgewählten Personen
  • INSA, mittlerer Tag der Befragung: 01./02.08.2020, internetbasierte Befragung von 2.090 nach Quotenvorgaben ausgewählten Mitgliedern eines Befragten-Pools
  • YouGov, mittlerer Tag der Befragung: 01./02.08.2020, internetbasierte Befragung von 1.623 nach Quotenvorgaben ausgewählten Mitgliedern eines Befragten-Pools
  • Kantar, mittlerer Tag der Befragung: 02./03.08.2020, telefonische Befragung von 1.564  zufällig ausgewählten Personen
  • Infratest dimap, mittlerer Tag der Befragung: 04.08.2020, telefonische Befragung von 1.511 zufällig ausgewählten Personen
  • Forsa, mittlerer Tag der Befragung: 05.08.2020, telefonische Befragung von 2.502 zufällig ausgewählten Personen

Wahl-O-Matrix, Deutschlands führendes Meta-Analyse-Tool (von JFB gegründet), hat damit eine recht breite Datenbasis von insgesamt 11.542 Befragten.

Mögliche Regierungskoalitionen und Kanzlerkandidaten

Für eine Mehrheit der Sitze im Bundestag wären (wegen der 5,9 Prozent für sonstige Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern nicht über 50, sondern) ca. 47,1 Prozent der Stimmen notwendig. Folgende Koalitionen wären zu erwarten und kämen auf …

  • SchwarzGrün: 55,9 %
  • SchwarzRot: 51,9 %
  • SchwarzGelb: 43,4 %
  • GrünRotDunkelrot: 40,6 %

Derzeit hätte also sowohl Schwarz-Grün als auch Schwarz-Rot eine klare Mehrheit der Sitze im Parlament. Für Schwarz-Gelb würde es nicht reichen und für Grün-Rot-Dunkelrot noch weniger. Damit deutet im Moment alles darauf hin, dass CDU/CSU nach Konrad Adenauer (1949-1963), Ludwig Ehrhard (1963-1966), Kurt Georg Kiesinger (1966-1969), Helmut Kohl (1982-1998) und Angela Merkel (2005-2021), bis 2021 nach dann 52 von 72 Jahren in der Geschichte der Bundesrepublik, auch den nächsten Kanzler stellen werden.

Anfang Dezember will die CDU in Stuttgart einen Nachfolger für die derzeitige Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer wählen. Kandidieren wollen Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen. Im Januar soll dann gemeinsam mit der CSU der Unions-Kanzlerkandidat festgelegt werden. Ob die Grünen mit einem eigenen K-Kandidaten antreten werden, scheint noch nicht klar.

Die SPD, die 14,4 Prozent-Partei, möchte auf jeden Fall mit einem eigenen Kanzlerkandidaten in die Bundestagswahl 2021 gehen und hat angekündigt, einen solchen noch in diesem Sommer, also bis spätestens  Ende September, nominieren zu wollen. Wenigstens hier will sie mal ganz vorne sein, siehe dazu: 14,4 Prozent-Partei will eigenen Kanzlerkandidaten nominieren.

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