Rainer Wendt nach Würzburg-Mord: Die Rückkehr zur Tagesordnung ging mir zu schnell

Von Jürgen Fritz, Fr. 09. Jul 2020, Titelbild: YouTube-Screenshot

Heute vor zwei Wochen hat in Würzburg ein abgelehnter somalischer Asylant, der seit sechs Jahren subsidiären Schutz genoss, drei Frauen mit einem langen Messer ermordet. Ein halbes Dutzend weiterer Menschen, zumeist ebenfalls Frauen, versuchte er außerdem zu töten. Doch nur wenige Tage später war man in Deutschland zur Tagesordnung übergegangen. Dazu einige kritische Anmerkungen, insbesondere von Rainer Wendt.

Wer trägt über den immigrierten Mörder hinaus die Verantwortung für das grausame Zu-Tode-Kommen von Christiane, Steffi und Johanna?

Heute vor zwei Wochen, am Freitag, den 25. Juni 2021, kurz nach 17 Uhr, starben in Würzburg drei Menschen, drei Frauen: Christiane (49), Steffi (24) und Johanna (82). Ein halbes Dutzend weitere Personen wurde zum Teil sehr schwer verletzt, zumeist ebenfalls weibliche.

Diese drei Frauen wurden brutal ermordet, die anderen nicht nur leicht verletzt, von einem, bei dem sich die Frage stellt, ob er überhaupt in diesem Land hätte sein dürfen. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen abgelehnten somalischen Asylanten, der sich seit mehr als sechs Jahren in Deutschland aufhielt (seit 2015) und  subsidiären Schutz genoss (die Bevölkerung Somalias gehört zu fast 100 Prozent dem sunnitischen Zweig des Islam an, davon sind etwa 80 Prozent Schafiiten und 20 Prozent Hanafiten).

Dieses Verbrechen war keine unvermeidbare Naturkatastrophe, die über zehn Menschen hereinbrach. Es gibt über den Mörder hinaus Personen, die tragen für den Tod und die schweren Verletzungen dieser zehn Menschen Verantwortung. Und das sollte auch ganz konkret und öffentlich benannt werden. Jeder sollte wissen, wer die Verantwortlichen sind. Das haben diese Menschen, das haben Christiane, Steffi und Johanna, ihren Familien und Freunde und auch auch all die Verletzen verdient.

So sollte es eigentlich sein. Aber wie sieht die Wirklichkeit aus?

Es scheint, als sollen wir die Gefahren tickender Zeitbomben achselzuckend als allgemeines Lebensrisiko hinnehmen, gegen das man nichts tun kann

Rainer Wendt, seit 2007 Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) im Deutschen Beamtenbund (DBB), schrieb dazu bereits am 29. Juni um 11:16 Uhr, also keine vier Tage nach dem Mehrfach-Mord:

„Sinngemäß hat der damalige bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß die Folgen nach einem Anschlag so beschrieben: Entsetzen und Abscheu, Mahnung vor Überreaktion und Rückkehr zur Tagesordnung. Nach Würzburg habe ich das Gefühl, der Prozess hat sich atemberaubend beschleunigt und die einzelnen Stufen verschwimmen miteinander. In das Entsetzen über Tote und Verletzte mischte sich unverzüglich die Belehrung, dass man nun auf keinen Fall pauschale Urteile über Gruppen von Menschen fällen dürfe. Das hat zwar auch niemand gemacht, ist aber für die gefällige politische Darstellung nie falsch.

Und heute ist die Tagesordnung schon da, die Nachrichten schon woanders. Reiserückkehrer in Quarantäne und der beabsichtigte Kniefall unserer Millionäre in kurzen Hosen, die mal wieder gefahrlos Haltung zeigen, sind spannender. Es scheint, als sollen wir die Gefahren tickender Zeitbomben achselzuckend als allgemeines Lebensrisiko hinnehmen, gegen das man nichts tun kann

Dabei ist das Versprechen des Staates, alle Möglichkeiten für den optimalen Schutz der Bevölkerung zu nutzen, eine der herausragenden Grundlagen zivilisierter Gesellschaften. Dieses Schutzversprechen scheint einseitig aufgekündigt und neuen Zeitgeistversprechen gewichen zu sein. Das kann für unser Zusammenleben fatale Auswirkungen haben.“

Und einen Tag später schrieb Rainer Wendt:

Es gibt keine Pflicht des Staates, Menschen zu intergieren, die durch Täuschung ins Land gekommen sind und eine Gefahr darstellen. Es ist vielmehr Pflicht des Staates, diese Personen schnellstmöglich außer Landes zu bringen.

Ich teile die Auffassung unseres Bundesinnenministers nicht. Ein gefährlicher Mensch, der wahrheitswidrig politische Verfolgung vorgetäuscht hat, muss nicht integriert werden, schon gar nicht ist unsere Gesellschaft dazu verpflichtet, sich ‚zu kümmern‘. Wie soll das aussehen? Rund-um-die-Uhr-Betreuung, während in unseren Kitas, Krankenhäusern und Pflegeheimen das Personal an allen Ecken fehlt?

Das einzige ‚Kümmern‘, wozu unser Staat verpflichtet gewesen wäre, sind zwei Dinge:

1. Wie schützen wir die Bevölkerung bestmöglich vor einem Menschen, der bereits auffällig geworden ist und von dem Gefahren ausgehen?

2. Wie bringen wir diese Person so rasch wie nur irgend möglich wieder außer Landes?

Beides ist erkennbar nicht erfolgt. Und darauf muss Politik Antworten geben, statt ausgerechnet uns noch die Verantwortung für ihre Versäumnisse zuweisen zu wollen.“

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