90 Prozent der Erwachsenen, die Deutsch sprechen, sind geimpft

Von Jürgen Fritz, Fr. 03. Dez 2021, Titelbild: COVIMO-Screenshot

68,8 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft, 71,7 Prozent mindestens einmal. Dabei sind 16,5 Prozent der Bevölkerung unter 18 Jahre. Bezogen auf die Erwachsenen, die Deutsch sprechen, lag die Impfquote schon vor zwei Monaten bei 90 Prozent, bei Indigenen noch höher.

Fast 69 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft, fast 72 Prozent mindestens einmal und 16,5 Prozent der Bevölkerung sind unter 18 Jahre

Ca. 68,8 Prozent der Bevölkerung in Deutschland waren laut Impfdashboard am 2. Dezember 2021 vollständig geimpft, über 71,7 Prozent mindestens einmal. Dabei geht das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt, als auf dem Impfdashboard angegeben.

Nun lautet bei Prozentangaben die erste Frage immer, was die Grundmenge ist, auf die sich diese Angabe bezieht, sprich was als 100 Prozent gesetzt wird. Bei diesen Angaben von 68,8 bzw. 71,7 Prozent vollständig Geimpften bzw. mindestens einmal Geimpften ist die Grundmenge die gesamte Bevölkerung in Deutschland vom gerade geborenen Baby bis zur 112-jährigen Josefine Ollmann aus Itzehoe in Schleswig-Holstein. Dies sind derzeit ca. 83,1 Millionen Menschen.

Nun sind die COVID-19-Imfpungen in ihrer Sinnhaftigkeit bei Kindern und Jugendlichen derzeit weitgehend noch umstritten. Unter den 83,1 Millionen Einwohnern sind aber ca. 13,75 Millionen (16,5 Prozent) Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre, die sich wie folgt aufschlüsseln:

  • über 769.000 unter einem Jahr (>0,9 Prozent der Gesamtbevölkerung)
  • fast 4 Millionen Kinder von 1 bis 5 Jahre (4,8 Prozent)
  • über 6,7 Millionen Kinder von 6 bis 14 Jahre (8,1 Prozent)
  • knapp 2,3 Millionen 15 bis 17-Jährige (2,7 Prozent)

Insgesamt machen die 13,75 Millionen bis 17-Jährigen also ca. 16,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland aus. Betrachten wir nun nicht die Gesamtbevölkerung, sondern nur die Erwachsenen ab 18 Jahre, bei den COVID-19-Imfungen – abgesehen von wenigen Fällen bestimmter Vorerkrankungen – fast durchgehend als sehr sinnvoll angesehen werden, so sehen die Impfquoten natürlich entsprechend anders aus.

Ergebnisse telefonischer Befragungen vom RKI

Seit Januar 2021 wird vom Robert Koch-Institut ein Monitoring zu COVID-19 Impfquoten sowie zur COVID19 Impfbereitschaft und -akzeptanz mittels telefonischer Befragungen in Deutschland durchgeführt. In seinem 8. Report vom 22. November 2021 werden die Ergebnisse der Befragungen von Mitte September bis Mitte Oktober 2021 zusammengefasst. In diesem Zeitraum wurden 3.009 Erwachsene zur COVID-19-Impfung befragt. 

Zunächst einmal beklagt das RKI, dass die Impfquote der Einmalgeimpften bei 30- bis 39-Jährigen vor ca. zwei Monaten nur bei ca. 82 Prozent lag, bei den Über-60-Jährigen dagegen um die 95 Prozent.

Hierbei sollte aber erwähnt werden, dass das persönliche Risiko einer schweren Erkrankung an COVID-19 mit dem Alter, vor allem ab 60 Jahre ja auch deutlich ansteigt und die Impfung bei den Senioren daher um ein Vielfaches wichtiger ist als bei 18 bis 39-Jährigen, die ein sehr geringes Risiko einer schweren Erkrankung tragen, die aber natürlich die Viren weitertragen und andere, insbesondere Alte und Personen mit entsprechenden Vorerkrankungen (vulnerable Gruppen) anstecken können.

Alter

Die höchsten Impfquoten hatten die nördlichen Bundesländer, die geringsten die südlichen (BW und Bayern)

Dann fällt weiter auf, dass die Impfquoten der Erwachsenen, die Deutsch sprechen, zwischen den verschiedenen Regionen variieren:

  1. In den nördlichen Bundesländern (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern) war die Impfquote mit 93,2 Prozent am höchsten.
  2. In den westlichen Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) lag die Quote bei 91,6 Prozent.
  3. In den östlichen Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) lag die Quote unter 90, nämlich bei 88,4 Prozent.
  4. Am niedrigsten waren die Impfquoten aber im Süden Deutschlands (Baden-Württemberg und Bayern) mit nur 85,5 Prozent der Erwachsenen, die ordentlich Deutsch sprechen.

Bei den Arbeitssuchenden und Kurzzeitarbeitenden waren nur gut 75 Prozent einmal geimpft

Was ferner neben dem Lebensalter und der Region, in der man lebt, eine Rolle spielt, ist die persönliche Lebenssituation. Vor allem Arbeitssuchende und Kurzarbeitende scheinen hier die größte Problemgruppe in Bezug auf zu geringe Impfquoten darzustellen mit nur gut 75 Prozent, während Erwerbstätige auf fast 88 Prozent kamen, Ruheständler sogar auf über 95 Prozent.8. Lebenssituation

Personen in Verfassungsorganen lassen sich am seltensten gegen COVID-19 impfen

Innerhalb der Erwerbstätigengruppe erzielen die in medizinischen und Pflegeberufen Tätigen seltsamerweise nur durchschnittliche Ergebnisse mit 88,3 Prozent. Noch seltsamer: Die geringsten Impfquoten hat die Berufsgruppe der Personen in Verfassungsorganen mit 85,5 Prozent.

8. Berufsgruppen

Immigranten haben deutlich geringere Impfquoten als Indigene

Weiter auffällig ist, dass Personen ohne Migrationshintergrund auf um 7 Prozentpunkte, mithin deutlich höhere Impfquoten kommen als Personen mit Migrationshintergrund, die ordentlich Deutsch können:

Migrationshintergrund

Hierbei ist zu beachten: Direkte und indirekte Immigranten, die kaum Deutsch sprechen sind hier nicht erfasst. Hier dürften die Quoten nochmals deutlich niedriger sein. Insgesamt können wir also drei Gruppen unterscheiden:

  1. Personen ohne Migrationshintergrund: 91 – 92 % Impfquote
  2. Personen mit Migrationshintergrund + ordentliche Deutschkenntnisse: 84 – 85 %
  3. Personen mit Migrationshintergrund, ohne ordentliche Deutschkenntnisse: ?

Nur 6 Prozent der Erwachsenen, die Deutsch sprechen, lehnen COVID-19-Impfungen ab, nur 3,7 Prozent völlig

Dabei sind dies Zahlen von Mitte September bis Mitte Oktober. Inzwischen dürften die Quoten also noch höher sein, wobei Impfungen, die mehr als sechs Monate bzw. bei älteren Menschen über vier Monate zurückliegen eine deutlich geringere Schutzwirkung haben als in den ersten Monaten, so dass spätestens nach einem halben Jahr eine sogenannte Booster-Impfung mehr als sinnvoll ist.

Bei den gänzlich Ungeimpften dürfte bei den Deutschen ohne Migrationshintergrund aber kein sehr großer Spielraum mehr sein, wenn hier bereits ca. 92 Prozent geimpft sind. Das eigentliche Problem scheinen eher die direkten und indirekten Immigranten zu sein, die – vor allem wenn sie kaum Deutsch sprechen – mit Informationen und Aufklärung schwerer erreichbar sein dürften.

Laut RKI waren es übrigens nur 6 Prozent der Über-17-Jährigen, die Deutsch sprechen (inkl. Deutsch sprechenden Immigranten), die COVID-19-Impfungen ablehnen, insbesondere ein harter Kern von 3,7 Prozent Impfgegnern („auf keinen Fall“) und 2,3 Prozent eher Skeptischen („eher nicht impfen“).

Impfbereitschaft (2)

Rund 90 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, die Deutsch sprechen (inklusive Immigranten) waren vor zwei Monaten dagegen mindestens einmal geimpft.

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