In Erinnerung an Ennio Morricone

(Jürgen Fritz, 09.07.2020) Am Montagmorgen ist Ennio Morricone von uns gegangen. Der italienische Komponist und Dirigent verstarb im Alter von 91 Jahren in Rom, wo er auch geboren worden war. Morricone komponierte die Musik für mehr als 500 Filme, darunter die Italowestern-Klassiker seines Freundes Sergio Leone „Zwei glorreiche Halunken“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“, aber auch zu Roland Joffés Drama „Mission“ und zu Giuseppe Tornatores „Cinema Paradiso“. 2007 erhielt das Musikgenie den Oscar für sein Lebenswerk, 2016 einen weiteren für die Musik zu Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“. Morricone hinterließ seinen Liebsten einen ergreifenden Abschiedsbrief, der von seinem Anwalt verlesen wurde.

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Warum eine freiheitliche Demokratie wehrhaft sein muss

(Jürgen Fritz, 05.07.2020) 1919 wurde die Weimarer Republik stolz als „demokratischste Demokratie der Welt“ bezeichnet, die Deutschen als das „freieste Volk der Erde“. Doch die Weimarer Verfassung war eine solche, ohne eine klare, feste Bindung an Wertvorstellungen und ohne Wehrhaftigkeit gegenüber den Gegnern der liberalen Demokratie, ohne Intoleranz zweiten Grades. Und so hatte sie kaum mehr als 13 Jahre Bestand. Aus diesem schweren Fehler hat die Bundesrepublik gelernt und hat bereits im Grundgesetz Schutzmechanismen eingebaut gegen die Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

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Hölderlin, Hegel, Beethoven: Die Popstars der Freiheit feiern 250. Geburtstag

(Stefan Groß-Lobkowicz, 04.07.2020) Das Jahr 2020 ist so etwas wie der Rock’n’ Roll der Geistesgeschichte und es ist das Jahr der großen Deutschen. Die drei Genies Hölderlin, Hegel und Beethoven feiern ihren 250. Geburtstag. Der Geist der Freiheit wehte durch ihre Dichtungen, Philosophien und wurde Musik. Die Freiheit floss buchstäblich durch die Adern aller drei und in der Französischen Revolution sahen sie einen Aufbruch in eine neue Welt, ein Göttergeschenk, wie Stefan Groß-Lobkowicz aufzeigt.

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Nicht Polizisten sollten auf die Knie fallen, sondern Prediger mehrerer Religionen

(Herwig Schafberg, 28.06.2020) Heute vor 51 Jahren, am 28. Juni 1969, begannen in der New Yorker Christopher Street die Stonewall riots, durch welche die gay liberation gewaltigen Auftrieb bekam. Bei der Glorifizierung dieser riots wird allerdings kaum erwähnt, dass es damals nicht bloß um schwule, sondern auch um schwarze Opfer von Polizeigewalt ging. Reumütig auf die Knie fallen sollten jedoch weniger Polizisten als viel mehr Prediger – nicht vor Gott, sondern vor Menschen. Denn Prediger unterschiedlicher Religionen sind es gewesen, die Jahrhunderte lang verkündet haben, dass Schwule den Tod und Schwarze Knechtschaft verdient hätten. Herwig Schafberg nimmt uns mit zurück ins Jahr 1969.

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Philosophie versus Religion: Vom Mythos zum Logos

(Jürgen Fritz, 19.06.2020) Wenn man vom Anfang der Philosophie – und damit auch dem wissenschaftlichen Denken – spricht, stellt sich natürlich die Frage nach dem Vorher. Auch die Menschen vor dieser Zäsur, vor dieser Wendezeit des menschlichen Geistes hatten das Bedürfnis nach Sicherheit und einer Ausrichtung in der Welt. Was gab ihnen Halt und Orientierung? Es war dies der Mythos.

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Wie Achille Mbembe und Aleida Assmann den Holocaust verharmlosen

(Thomas Schmid, 16.06.2020) Nie zuvor war das Töten von Menschen Selbstzweck gewesen. Das ist der Kern dessen, was heute Zivilisationsbruch genannt wird: Im Holocaust und im Gulag maßten Menschen sich an, im Prinzip die Menschheit insgesamt für wertlos zu erklären. Gegen die Singularität dieses Verbrechens regte sich von rechtsaußen schon immer Widerstand. Seit einiger Zeit kommt das Unbehagen hieran aber auch aus anderer Richtung. Insbesondere zwei Namen seien genannt: Achille Mbembe und Aleida Assmann verharmlosen damit den Holocaust, sagt Thomas Schmid und widerspricht ihnen dezidiert.

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Denkmalsturz: Wehret den Anfängen der Bilderstürmerei

(Herwig Schafberg, 14.06.2020) In den USA werden Statuen von konföderierten Generälen gestürzt. In Belgien werden an mehreren Orten Denkmäler von König Leopold II. beschädigt oder zerstört. In Bristol wurde die Statue des Sklavenhändlers Edward Colston von Demonstranten vom Sockel gerissen und ins Hafenbecken geworfen. Aber selbst britische Nationalhelden wie der legendäre Premierminister Winston Churchill und der Entdecker James Cook sind nicht sicher vor dem Zorn der Antirassisten. In Richmond (Virginia) wurde inzwischen sogar eine Statue von Christoph Kolumbus in einen Teich geworfen. Der Historiker Herwig Schafberg warnt vor politischem Ikonoklasmus.

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In Erinnerung an Marcel Reich-Ranicki

(Jürgen Fritz, 02.06.2020) „Das ist meine Tätigkeit, Frauen lesen und Bücher umarmen.“ So umschrieb er sich, seine Tätigkeit und sein Leben selbst. Heute vor 100 Jahren erblickte Marcel Reich-Ranicki (02.06.1920 – 18.09.2013) das Licht der Welt. Für mich bis heute der unterhaltsamste, der interessanteste, der eindringlichste Literaturkritiker von allen. Hier meine 21 Lieblingszitate des Literaturpapstes.

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Der Zauber der Umhüllung: Christo, Jeanne-Claude und der Deutsche Reichstag

(Thomas Schmid, 02.06.2020) „Nichts bleibt für die Ewigkeit“, hatte der Meister der Verhüllung, der Meister der vergänglichen Kunst einmal gesagt. Und ganz so war ein großer Teil seiner Arbeit. Christo und seine Frau Jeanne-Claude wurden berühmt vor allen Dingen durch ihre Umhüllungsaktionen an Gebäuden und Großprojekte in Landschaftsräumen. Hierzulande wurden die beiden besonders durch die Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes 1995 populär. Am gleichen Tag, dem 13. Juni 1935, geboren, ist Jeanne-Claude schon im November 2009 von uns gegangen. Vorgestern folgte ihr Christo kurz vor seinem 85. Geburtstag. Nichts bleibt für die Ewigkeit, aber manches bleibt irgendwie doch. Thomas Schmid mit einer persönlichen Erinnerung.

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Vom Wirken des Heiligen Geistes zur Verbreitung von Verschwörungstheorien

(Herwig Schafberg, 31.05.2020) Auch an Pfingsten wird deutlich: Vielen ist ihre persönliche Freiheit wichtiger als soziale Verantwortung. Und noch ein zweites: Manche Menschen wollen nicht Ursachen für Geschehenes herausfinden, sondern Täter, denen sie die Schuld an diesem geben können. Ein uraltes, primitives Deutungsmuster. Dabei haben die Verschwörungsgläubigen längst einen neuen Sündenbock, ein neues Feindbild gefunden, dem sie die Schuld an der Corona-Pandemie zuweisen können. Verschwörungsgläubigen mangelt es vor allem an einem, wie Herwig Schafberg deutlich macht: an der Bereitschaft zum Verstehen von Zusammenhängen.

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An Xavier Naidoo und Andreas Gabalier

(Jürgen Fritz, 26.05.2020) Lieber Xavier Naidoo und Andreas Gabalier, Sie haben neulich ein Lied zusammen gesungen „A Meinung ham, dahinter stehn“. Ein sehr schönes Lied übrigens. In dem Song stellen Sie beide es so dar, als sei das schon eine Tugend, überhaupt irgendeine Meinung zu haben und zu dieser zu stehen. Doch Sie übersehen dabei etwas Entscheidendes.

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Das Ende des Zweiten Weltkrieges: Rückbesinnung auf die Grundlagen Europas

(Herwig Schafberg, 09.05.2020) Am 8. beziehungsweise 9. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg beendet; wenigstens in Europa, dessen Neuordnung unter deutscher Vorherrschaft die Nationalsozialisten im Krieg angestrebt hatten. Ebenfalls am 9. Mai ist der Tag zum Gedenken der Erklärung, mit der Robert Schuman, damals als französischer Außenminister, vor 70 Jahren den ersten Schritt zur Einheit Europas tat. Herwig Schafberg blickt zurück auf dreitausend Jahre europäische Geschichte.

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Richard von Weizsäcker 1985: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung“

(Dokumentation, 08.05.2020) Heute vor 35 Jahren hielt Richard von Weizsäcker seine berühmt gewordene Rede zum 40. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkrieges, in welcher er den 8. Mai 1945 explizit als „Tag der Befreiung“ bezeichnete. Von Weizsäckers Rede gilt als Meilenstein in der öffentlichen Aufarbeitung der NS-Zeit. JFB dokumentiert die komplette Rede in Text, Bild und Ton.

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SARS-CoV-2 und die Büchse der Pandora

(Jürgen Fritz, 02.04.2020) Immer wieder sieht und hört man diese Tage von Fachärzten, die über ihren Todes-Statistiken sitzen, die Kurven anstarren, wie viele bisher gestorben sind, und dann sagen: „Ich kann nichts sehen. Da ist keinerlei Auffälligkeit“. Bis sie dort etwas sehen, ist es natürlich zu spät. Man weiß gar nicht, was man diesen Leuten sagen soll. Man möchte Sie bitten, die Geschichte von Prometheus, „dem Vorausdenkenden“, und seinem Bruder Epimetheus, „dem Nachherbedenkenden“, nochmals zu lesen. Aber auch das würde ja voraussetzen, dass sie die Parallele erkennen und zu ziehen vermochten.

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