Kanzlerfrage: Friedrich Merz Favorit der Wähler

Von Jürgen Fritz, Di. 07. Mai 2019

„Ganz unabhängig von den Mehrheitsverhältnissen im Bundestag: Welcher der folgenden Politiker sollte Ihrer Meinung nach Angela Merkels Nachfolger als Bundeskanzler werden?“, fragte YouGov Ende April 2.095 Personen und gab vier Namen vor, die zwei aussichtsreichsten Kandidaten von CDU/CSU, sowie jeweils den aussichtsreichsten der SPD und der Grünen. Das Ergebnis war denn doch überraschend.

Friedrich Merz vor Kramp-Karrenbauer, Olaf Scholz und Robert Habeck

Heute sind es exakt fünf Monate seit Annegret Kramp-Karrenbauer mit 51,75 Prozent der Stimmen vor Friedrich Merz mit 48,25 Prozent zur neuen Bundesvorsitzenden der CDU gewählt wurde und damit natürlich zugleich als Anwärterin Nummer eins für die Kanzlerkandidatur der Union angesehen werden muss. Und da die Union die bei weitem stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag stellt und wohl auch nach der nächsten Wahl stellen wird, eine Mehrheit gegen CDU/CSU nur über ein grün-rot-dunkelrotes Bündnis denkbar erscheint, kommen im Grunde nur wenige Personen als kommender Kanzler in Frage: entweder der Spitzenkandidat der Union, welcher AKK oder Merz heiße dürfte, oder der Spitzenkandidat der Grünen, hier dürfte am ehesten der Bundesvorsitzende Robert Habeck in Frage kommen, bzw. der SPD. Bei der SPD wird es sich wohl zwischen der Parteivorsitzenden Andrea Nahles und dem Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz entscheiden, wobei Scholz die besseren Chancen eingeräumt werden. Daher gab YouGov vier Namen vor: Kramp-Karrenbauer (CDU), Merz (CDU), Scholz (SPD) und Habeck (Grüne).

In Auftrag gegeben wurde die Umfrage vom RedaktionsNetzwerks Deutschland. YouGov formulierte die Frage wie folgt: „Ganz unabhängig von den Mehrheitsverhältnissen im Bundestag: Welcher der folgenden Politiker sollte Ihrer Meinung nach Angela Merkels Nachfolger als Bundeskanzler werden?“ (1) Annegret Kramp-Karrenbauer (2) Friedrich Merz (3) Olaf Scholz (4) Robert Habeck (5) Keiner dieser Politiker. (6) Weiß nicht. Und hier das Ergebnis der Befragung:

  1. Keiner dieser Politiker: 37 %
  2. Weiß nicht: 22 %
  3. Friedrich Merz (CDU): 13 %
  4. Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU): 11 %
  5. Olaf Scholz (SPD): 8 %
  6. Robert Habeck (Grüne): 8 %

CDU und AKK im Abwärtstrend

Dieses Ergebnis (durch Rundungen bedingt insgesamt nur 99 statt 100 Prozent) dürfte vor allen Dingen für die neue CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer äußerst enttäuschend sein. Am 28. April erlaubte ich mir öffentlich über Twitter und Facebook der CDU folgende Frage zu stellen:

„Der Aufschwung nach Merkels Rückzug von der Parteispitze war ja nun ein sehr kurzer, der nach wenigen Wochen schon vorüber war. Ihre Partei befindet sich bereits im nächsten Abwärtstrend (jetzt schon unter 29 Prozent, Tendenz wieder Richtung 26 Prozent) . Was wollen Sie dagegen tun? Glauben Sie allen Ernstes, AKK wäre dem Amt als Bundesvorsitzende und womöglich sogar Kanzlerin auf Dauer gewachsen und könnte dem Trend hin zu den Grünen und zur AfD etwas entgegensetzen?“

KK (2)

Und damit kommen wir auch schon zu den aktuellen Werten für die Parteien, die YouGov im Zeitraum 26.04. bis 29.04. ebenfalls ermittelte und die wie folgt aussehen (in Klammern die Veränderungen zum Vormonat):

  1. CDU/CSU: 29 % (– 1)
  2. SPD: 18 %
  3. GRÜNE: 17 %
  4. AfD: 13 % (+ 1)
  5. LINKE: 9%
  6. FDP: 9 %
  7. Sonstige: 5 %

Zwei Drittel der Befragten gaben bei YouGov übrigens an, sie hätten sich bereits endgültig entschieden, wie sie bei der nächsten Bundestagswahl abstimmen würden.

Aktueller Bundestagswahltrend

Und hier der ganz aktuelle Bundestagswahltrend, ermittelt aus dem arithmetischen Mittel der Werte von Civey (22.04.-29.04.), YouGov (26.04.-29.04.), Emnid (25.04.-30.04.), Infratest dimap (29.04.-30.04.), Forsa (29.04.-03.05.) und INSA (03.05.-06.05.):

  1. CDU/CSU: 28,6 %
  2. GRÜNE: 19,0 %
  3. SPD: 16,7 %
  4. AfD: 13,1 %
  5. LINKE: 8,9 %
  6. FDP: 8,7 %
  7. Sonstige: 5,0 %

2019-05-07

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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