Die innerlich Defizitären – Ein Psychogramm der arabischen Seele

Von Michael Klonovsky, Mo. 20. Aug 2019, Titelbild: Pixabay, CC0 Public Domain

Manchmal sei das Getrenntleben nicht nur für Paare die bessere Lösung, resümiert der Hamburger Facharzt für Psychotherapeutische Medizin Dr. Burkhard Hofmann, der seit zehn Jahren Patienten am Persischen Golf behandelt, in seinem Buch Und Gott schuf die Angst – Ein Psychogramm der arabischen Seele. Unsere Vorstellung der Trennung von Glaube und Staat werde von streng gläubigen Muslimen als abwegig wahrgenommen. Der Glaube gebe ihnen Halt und Struktur wie ein Exoskelett, das gar nicht abgelegt werden könne, denn das defizitäre Selbst werde mit dem Glauben wie mit einer Plombe aufgefüllt, die Teil des Ich werde. Insofern sei es unvermeidbar, dass sich Deutschland in Richtung Gottesstaat verändern werde, sobald der Islam Mehrheitskonsens sei. Dieses aufklärerische und spannende Buch blieb in den deutschen Medien weitgehend unrezensiert. Michael Klonovsky stellt es uns vor.

Und Gott schuf die Angst

In einem Interview, das ich vor fünf Jahren für Focus mit Akif Pirincci führte, damals ging das noch, verwendete der Skandal-, Krawall- bzw. Klimbim-Autor zur Beschreibung des Islam den Freud’schen Terminus „sexuelle Zwangsneurose“. Es handle sich um eine Religion, „die sich in Wahrheit zu 90 Prozent mit der Kontrolle der Frau beschäftigt. Wenn man diesen Teil aus dem Islam wegnehmen würde, bliebe fast gar nichts mehr übrig. Es geht nur um die Geschlechter. Wer wen wann vögeln darf, was passiert, wenn die Frau ihre Periode hat, und ob sie dem Mann drei Meter hinterherlaufen muss oder fünf.“ Also sprach Akif Pirincci.

Das wirklich gravierend Andere am Islam ist in der Tat die Behandlung der Frau. (Als Napoleon – Glückwunsch zum 250. übrigens! – 1798 in Ägypten einmarschierte, hielt er es für geboten, seine Soldaten darauf vorzubereiten, dass man die Weiber im Orient anders behandele als in Europa.) Diese Welt der nichtöffentlichen, verhüllten Maiden und der männlichen Polygamie ist für westliche Psychologen normalerweise verschlossen. Desto spannender, wenn sich ein Profi dort jahrelang umtun konnte und seine Erfahrungen niederschreibt. Interessante Lektüren gibt es zuhauf, wirklich aufschlussreiche indes sind selten. Als eine solche empfand ich das Buch: Und Gott schuf die Angst – Ein Psychogramm der arabischen Seele (München 2018) von Burkhard Hofmann.

Der Hamburger Psychotherapeut Burkhard Hofmann, Jahrgang 1954, betreut vornehmlich muslimische Patienten, sowohl in seiner Hamburger Praxis als auch auf der arabischen Halbinsel. Bei Letzteren handelt es sich ausnahmslos um Angehörige der wohlhabenden Schichten, aber das liegt in der Natur der Sache; der Blick in die Milieus darunter dürfte noch deprimierender ausfallen.

Die Verbindung aus Tradition und Religion ist im Orient nicht zu entwirren

Hofmann geht von der Prämisse aus, dass sich in den psychischen oder seelischen Leiden eine Gesellschaft wie unter einem Vergrößerungsglas offenbare. Was seine Patienten aus diesem Weltteil auf frappierende Weise eine, sei das monotone Symptom, mit welchem sie zu ihm kommen: Angst. Warum? Zumindest der männliche Araber wirkt doch gemeinhin alles andere als ängstlich. Wenn man als erkenntnisleitenden Begriff Nietzsches Bonmot vom „Monotono-Theismus“ wählt, reicht das zwar nicht zur Erklärung, aber man ist auf dem richtigen Weg.

Die Verbindung aus Tradition und Religion ist im Orient nicht zu entwirren, beide Komponenten haben sich sozusagen amalgamisiert. So ist schwer zu sagen, ob kollektive Verhaltensweisen und Normen ihren Ursprung eher da oder dort haben, was die Ursache und was die Reaktion ist. Zum Beispiel der extreme sowohl familiäre als auch religiöse Bindungszwang. (Entsprechend abenteuerlich verliefen manche Therapiesitzungen, etwa via Chat mit einem Gegenüber auf einem einsamen nächtlichen Parkplatz.)

Es ist dem Gläubigen verboten, sich loszulösen, es ist ihm verwehrt, Abhängigkeit und Bindung aufzulösen. Wie ein roter Faden zieht sich dies durch die gesamte arabisch-muslimische Kultur. Und es beginnt bei der Mutter. Sie wird unendlich respektiert, verehrt und gefürchtet. Ein Loskommen ist unmöglich. Dieses Festkleben ist das Paradigma der gesamten Kultur.“

Separation, sagt eine Patientin, sei für sie ein anderes Wort für den Tod. Wie bei anderen Aspekten auch, ist diese Mutter-Fixierung in einem der verbindlichen Texte fixiert; in einem Hadith sagt Mohammed, das Paradies liege zu Füßen der Mutter. Nicht loszukommen bedeutet, dass eine wirkliche Individuation kaum stattfindet. Das betrifft sowohl die Familie als auch die Glaubensgemeinschaft, die Umma („Umm“ heißt „Mutter“). Egal, was Henne und was Ei war: Religion und Tradition lasten in einer unauflösbaren Verbindung auf den Biografien der Einzelnen. Der „eisenharte Griff der Kultur“ (Hofmann) hält die Menschen fest umklammert.

Die starke soziale (Ein-)Bindung führe zu Reifeverzögerungen, zum Nichterwachsenwerden

Aufgrund des sagenhaften Ölreichtums hausen dort quasi aller Geldsorgen ledige Nomadenfamilien bzw. Dorfgemeinschaften in klimatisierten, mit allem technischen Komfort ausgestatteten Wolkenkratzern, wurzeln aber mit einem Teil ihrer Person nach wie vor im 7. Jahrhundert. Bürger im westlichen Verständnis existieren nicht. Durch Wohlstand wird der Einzelne korrumpiert bzw. sediert. Solange das Öl fließt, ist dieses System hundertfach stabiler als beispielsweise Merkeldeutschland.

Die Mittel- und Oberschicht, so Hofmann, lebe in quasi dörflichen Verhältnissen mit einem Höchstmaß an sozialer Kontrolle. Mindestens die Hälfe der Ehen werde noch arrangiert. Sämtliche Sozialkontakte fänden in der erweiterten Familie statt. Angehörige dieser Milieus reisten deshalb so häufig wie möglich ins Ausland, um für einen Moment der sozialen Kontrolle zu entgehen. Die starke Bindung führe zu Reifeverzögerungen, zum Nichterwachsenwerden. „Da die Separation in Arabien oft spät oder gar nicht stattfindet, verschiebt sich die Problematik in die Lebenszeit der Zwanzigerjahre des Patienten oder sogar in ein höheres Alter.“

Nahezu alle seine arabischen Patienten haben im Westen studiert, auch die Frauen. Doch für diese Frauen bleibe das Studium üblicherweise folgenlos: „Man studiert in England oder den USA, absolviert alle Examina, kommt nach Hause, und dann folgt aus alldem nichts. … Keine Passion, kein Zwang zum Geldverdienen, keine stimulierende Kultur, nur die täglichen Gebete.“

Die Mädchen werden Mütter, die Jungen bleiben entweder ewige Söhne oder arbeiten als Geschäftsleute (Knochenjobs werden am Golf ausschließlich von Ausländern verrichtet). Folgenlos bleibt vor allem, bei aller Liebe zum westlichen Konsum, der Kontakt mit der anderen Kultur. Aufklärung, säkulares Recht, Demokratie, Pluralismus, Individualismus, Frauenemanzipation, nichts davon gilt als nachahmenswert, nichts wird importiert. Unter den Patienten waren Mathematiker und Informatiker, Männer mit einem hohen Abstraktionsvermögen, doch keiner von ihnen stellte die Regeln und die Alleingültigkeit des Islams in Frage.

Seelisch ganz schnell in schwerer See

Die Kinder der Oberschicht wachsen mit „unsichtbaren Eltern“ auf, berichtet Hofmann, sie werden betreut von Nannys, die über Agenturen aus Indien oder den Philippinen als Lohnsklaven ins Land kommen. Die Kindermädchen übernehmen alle anstrengenden Teile der Erziehung. „Die Nanny verbringt die Nacht bei den Kindern, während die Herrschaft den ungestörten Schlaf genießt.“ Es entstehe keine Eltern-Kind-Beziehung durch körperliche Nähe und gemeinsam durchgestandenen Stress.

Die Nannys haben oft eigene Kinder, die sie jahrelang nicht sehen. Zum Schmerz des Getrenntseins kommen Schuldgefühle, und „wie zum Hohn“ ziehen sie fremde Kinder auf. Viele dieser Kindermädchen wirkten „depressiv-unlebendig“ und verrichteten ihre Dienste rein mechanisch, was auch für die von ihnen betreuten Sprösslinge ein emotionales Desaster bedeutet.

„In Arabien erscheinen mir die Väter wie die Mütter spätestens ab dem zweiten Kind uninteressiert und emotional kaum verfügbar“, beobachtet der Psychologe. Auf einen konkreten Patienten bezogen heißt es, „die emotionale Abwesenheit der Eltern“ habe sich „wie ein roter Faden“ durch dessen Kindheit und Jugend gezogen. Die Verschleierung der Mütter in der Öffentlichkeit wirkt als ein weiterer Kontaktverhinderer und Gefühlskiller. Die Kinder „sind dann in gewisser Weise allein oder beziehen sich auf die unverschleierte Nanny“.

Die Polygamie sei ein weiterer Quell seelischer Leiden – aber durch das Vorbild des Propheten sakrosankt. „Kränkung, Wut, Neid, Hass, Missgunst, Scham, Zorn, Ohnmacht, Trauer, Verzweiflung und all die Mischformen der Kränkung durch diesen als existentiellen Verrat empfundenen Akt des Vaters lagern sich auf den Seelen wie Mehltau ab. Mich beeindruckte immer wieder, wie die Patienten auf meine Nachfrage nach ihren darüber noch vorhandenen Gefühlsregungen sofort seelisch in schwere See gerieten.“

Religiöse Hirnwäsche und ein Klima der sexuellen Bedrückung durch permanente gegenseitige Kontrolle

Ab dem vierten oder fünften Lebensjahr beginnt die religiöse Erziehung, die traditionell der Vater übernimmt. Aber der biete sich auch nicht als wirkliches Gegenüber an, sondern der gemeinsame Blick richte sich auf den fortan ewig anwesenden Dritten, auf Big Brother. „Hat das Kind erst einmal verstanden, dass hinter dem großen Vater eine noch viel größere und mächtigere Gestalt wartet, kann mit der religiösen Hirnwäsche frühzeitig begonnen werden. Dem Kind wird statt des menschlichen Vaters das ferne Bild Allahs angeboten.“

Die Moschee sei der einzige Ort gewesen, erzählt ein Patient, an dem er je die Liebe seines Vaters habe spüren können. Nach Gesprächen mit vielen Männern am Golf, notiert der westliche Beobachter, könne er resümieren, dass diese Initiation in den Islam eine universelle, positive Erinnerung aus vielen Biografien arabischer Männer sei, der aber die Frustration auf dem Fuß folge. „Der Vater zeigt dem Sohn, wie man betet, und dann zieht er sich recht bald wieder aus der Erziehung zurück. Dem Sohn bleibt die Aufgabe, durch seine Religionsausübung und ein gottgefälliges Leben die verlorene Intimität wiederherzustellen.“

Ein für den Psychologen interessantes, für die Betroffenen indes extrem belastendes Problem in diesen Breiten ist das „Klima der sexuellen Bedrückung“ durch permanente gegenseitige Kontrolle. Zur Illustration erzählt Hofmann eine Anekdote. Mitten auf einer Schnellstraße sah er ein schwarzes Bündel liegen. Beim Näherkommen entpuppte es sich als eine Frau, die reglos in ihrem schwarzen Umhang lag. „Der Verkehr schoss an ihr vorbei, keiner hielt. Ein Stück weiter stand ein demoliertes Auto.“ Der ärztliche Reflex befahl ihm, anzuhalten. Die Frau war verletzt, aber ansprechbar. Erst nach ihm hielten auch andere Autos an der Unfallstelle.

Deren Fahrer versuchten, den Verkehr zu verlangsamen, mit mäßigem Erfolg. Er bat die anderen, ihm zu helfen, die Verletzte auf die Rückbank eines SUVs am Fahrbahnrand zu tragen. „Alle schauten mich entgeistert an. Dass ein Notstand das Berührungsverbot auch für sie außer Kraft setzen könnte, war ihnen nicht in den Sinn gekommen. Sie lagerten die Frau so vorsichtig wie möglich im Fond des Wagens, die Verletzte klagte über Schmerzen, doch die drei Männer waren ausschließlich damit beschäftigt, an ihrer Kleidung zu ziehen, damit weder Arme noch Beine irgendein Stück Haut zeigten. Das war ihnen weit wichtiger als der Zustand der Frau.

Der Trieb wird verdrängt und kehrt in Gestalt diffuser Ängste wieder

Kontrolle ist elementarer als Gesundheit, die Fassade hat um jeden Preis rein zu bleiben. Man muss kein Freudianer sein, um zu ahnen, welche verborgenen Feuer dort lodern. Gerade weil er so irritierend unkontrollierbar ist, wird der Trieb unter Kuratel gestellt. Man darf, ob Mann oder Frau, vor der Heirat nichts falsch machen. „So fehlt der Gesellschaft das friedensstiftende körperliche Miteinander der Geschlechter.“ Aber der Trieb verschwindet nicht, er wird nur verdrängt und kehrt in Gestalt diffuser Ängste wieder. Da „die Seele eine Domäne der Religion“ sei, komme eine seelische Erkrankung jedoch einer „spirituellen Entgleisung“ gleich.

Auch die Existenz des Unbewussten sei für seine Patienten ein fremder Gedanke, notiert der Therapeut, denn es vertrage sich nicht mit dem Wunsch nach Kontrolle, Ordnung und Herrschaft über das eigene Selbst. Mit dem hirnphysiologischen Zugang zu Erkrankungen der Psyche könne man dort ebenfalls nichts anfangen. Fremd bleibe den Patienten auch der Psychologe als Person. Zwar nehme man seine Hilfe in Anspruch, aber manche Patienten sahen in ihm einen Agenten des Scheiterns. Andere dankten Allah, dass er ihnen in bedrängter Zeit einen Psychologen geschickt habe. Eine Arzt-Patienten-Bindung wie im Westen sei selten entstanden. Er habe sich oft gefragt, schreibt Hofmann, was er hier eigentlich tue.

Das Wort, das unsereinem bei der Lektüre zur Beschreibung des geschilderten arabischen Alltags einfällt, lautet: Stumpfsinn. Wenn man über einen wachen Geist und Sensibilität verfüge, scheine dieses Leben kaum auszuhalten zu sein, schreibt der Gastheiler. Eine häufig gewählte Variante der „Kompensation von emotionaler Leere“ als auch der Triebablenkung sei die „Stimulussuche“. Dazu gehörte der kompensatorische Konsum, gerade bei Frauen (Shopaholics). In Europa werde vieles erworben, was unausgepackt im Keller lande, weil einzig der Vorgang des Kaufens zähle. Der Verbrauch von Psychopharmaka und Drogen sei enorm; fast alle Patienten, die bei ihm vorsprachen, waren von einheimischen Ärzten auf Psychopharmaka gesetzt worden. Die jungen Männer suchten zudem den Thrill durch Extremsport und Autofahren, und die Todesrate durch Verkehrsunfälle sei hoch.

Das defizitäre Selbst wird mit dem Glauben wie mit einer Plombe aufgefüllt

Eine andere Kompensation bietet der Glaube. Er gibt Halt und Struktur. Das Wertesystem des Islam werde „umgeschnallt wie ein Exoskelett. – „Gerade in einer so narzisstischen und durch den Mangel an Selbstwirksamkeit beschädigenden Kultur wie der arabischen ist der Wunsch nach Beruhigung der aufgebrachten See der Seelen groß. Durch die Religion wird zudem der Anspruch der Überlegenheit ständig wiederholt.“ So habe man gegenüber dem zugleich beneideten und verachteten Westen „wenigstens auf dem wichtigsten aller Gebiete die Nase vorn“.

Das defizitäre Selbst werde mit dem Glauben wie mit einer Plombe aufgefüllt. „Der hohe Status der Religion, die ständig wiederholte Betonung der Weisheit und Schönheit des Korans, die verliebte Inbrunst im Umgang mit dem Propheten helfen, alle Selbstwertdefizite einzuebnen. Man wird Teil eines unfehlbaren, perfekten Systems. Alles ist gut, aber nur solange man glaubt. … Die Plombe wird scheinbar Teil des Selbst. Erlebt der Patient dennoch Selbstwertdefizite, ist die nächstliegende Maßnahme eine Vertiefung der Glaubensanstrengungen.“ Wenn der Islam die perfekte Religion ist, können seelische Probleme nur aus einem Mangel an Gläubigkeit herrühren.

Deutschland wird sich unvermeidlich in Richtung Gottesstaat verändern, sobald der Islam Mehrheitskonsens ist

Zum Schluss richtet Hofmann den Blick auf Deutschland und seine Einwanderungspolitik. Die Vorstellung, dass das Grundgesetz über dem Wort Allahs stünde, könne „bei einem gläubigen Muslim nur Kopfschütteln hervorrufen“. Die Idee eines Euro-Islam sei „für meine arabischen Patienten lächerlich oder bestenfalls abwegig. Ein bisschen Unterwerfung geht genauso wenig wie ein bisschen schwanger.“ Vielmehr sei das Überlegenheitsgefühl ein „unverzichtbarer Bestandteil des Islams“. Es sei „unvermeidbar“, dass sich in Deutschland die Strukturen „in Richtung Gottesstaat verändern“ werden, „wenn der Islam einmal Mehrheitskonsens ist“.

Der Psychologe mahnt, man möge sich keinen Illusionen über die Machbarkeit von Integration hingeben, „wo dies schlichte Realitätsverleugnung bedeutet. Der Glaube bleibt für den strenggläubigen Muslim auch in weltlichen Fragen die letzte Autorität. Unsere Vorstellung der Trennung von Kirche, Glauben und Staat wird als defizitäre Position wahrgenommen. Aus dieser Perspektive betrachtet, gehört der Islam eben nicht zu Deutschland.“ Wenn der Skepsis als Grundlage des Zusammenlebens „der Respekt versagt bleibt, sollten wir aufhören, uns gegenseitig zu überfordern. Nicht alles ist überbrückbar, nicht jede Eigenart ist mit der des anderen so kompatibel, dass ein gedeihliches Zusammenleben eine Chance hat. Und manchmal ist das Getrenntleben nicht nur für Paare die bessere Lösung.“

Aus diesen Worten folgt auch die Erklärung, warum dieses aufklärerische und spannende Buch in den deutschen Medien praktisch unrezensiert blieb.

P.S.

„Die angenehme Meinung wird als wahr angenommen: dies ist der Beweis der Lust (oder, wie die Kirche sagt, der Beweis der Kraft), auf welchen alle Religionen so stolz sind, während sie sich dessen doch schämen sollten. Wenn der Glaube nicht selig machte, so würde er nicht geglaubt werden: wie wenig wird er also wert sein!“(Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches, I)

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Buchempfehlung: Burkhard Hofmann, Und Gott schuf die Angst – Ein Psychogramm der arabischen Seele, Droemer/Knaur, München 2018, EUR 19,99

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Diese Buchbesprechung erschienen zuerst auf dem Blog von Michael Klonovsky, Acta diurna. Sie erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des Autors und Blogbetreibers.

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Zum Autor des Artikels: Michael Klonovsky, 1962 im Erzgebirge geboren, ist Romanautor und Publizist. Aufgewachsen in Ostberlin. Maurerlehre. Abitur. Seit 1990 Journalist. “Wächterpreis der Tagespresse” für die „Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen durch die DDR-Justiz und den Staatssicherheitsdienst“. 1992: Wechsel zum Focus, zunächst als Redakteur, später als Chef vom Dienst bzw. Textchef, Leiter des Debattenressorts, sodann als Autor. Am 31. Mai 2016 endete die Ehe mit Focus, die Partner hatten sich auseinandergelebt. Von Juni 2016 bis Anfang 2017 war er parteiloser Berater von Frauke Petry, von Juni bis November 2017 Sprecher der von Jörg Meuthen geführten Landtagsfraktion der AfD Baden-Württemberg. Michael Klonovsky ist Autor mehrerer Bücher.

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