Die zwei Sorten von Menschen in Bezug zur Epistemologie

(Jürgen Fritz, 03.03.2021) In ihrem Verhältnis zur Erkenntnis gibt es zwei Sorten von Menschen: Erstens solche, die grundsätzlich wissen wollen, was der Fall ist, sprich Wissens- und Wahrheitsorientierte. Diese versuchen, die innere Repräsentation der Welt ständig der Wirklichkeit anzupassen, um diese immer besser zu erkennen und zu verstehen, ohne dabei die Augen vor bestimmten Dingen, die sie nicht wahrhaben wollen, zu verschließen. Diese Gruppe ist immer in der Minderheit, seit Jahrtausenden.

Read More…

Christen und Muslime: einander ähnlicher als man denkt?

(Jürgen Fritz, 26.12.2020) Christentum und Islam gelten neben Buddhismus, Judentum, Daoismus, Baha’i und Hinduismus als zwei der sieben Weltreligionen und zwar als die beiden mit den meisten Anhängern. Alle metaphysisch spekulativen Weltanschauungen weisen natürlich Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf. Zwischen Christen und Muslimen oder vielleicht genauer Mohammedanern sind die Gemeinsamkeiten aber größer als vielen bewusst ist.

Read More…

Jesus: Vermenschlichter Gott oder vergotteter Mensch?

(Jürgen Fritz, 24.12.2020) Das Christentum, mit etwa 2,1 Milliarden Anhängern noch immer die größte Religionsgemeinschaft der Erde, nimmt seinen Anfang in einer Person: in Jesus. Das tun andere Religionen auch. Gleichwohl hebt sich Jesus von allen anderen Religionsstiftern markant ab. Denn er gilt den Christen als der menschgewordene Sohn Gottes, als die höchste Erscheinungsform des Heiligen in der Welt, ja als Gott. Wie diese Vorstellung entstanden ist, soll im folgenden erläutert werden.

Read More…

Von den Göttern zum dem einen und einzigen Gott: Die erste Wurzel des Judenhasses

(Jürgen Fritz, 22.12.2020) Derjenige, der den einen und einzigen Gott erfindet, verschafft sich damit einen uneinholbaren strategischen Vorteil, handelt sich unter Umständen aber auch jede Menge Ärger ein. Durch diese Erfindung kann er bestimmen, kann als erster vorgeben zu wissen, was dieser einzige Gott will. Das verschafft ihm gleichsam ein Monopol und etwas, was kein anderer mehr einholen kann: eine Legitimation, die alles übersteigt, was es sonst an Legitimation geben kann.

Read More…

Der Terror liebt die Religionen, eine aber besonders – und sie ihn

(Jürgen Fritz, 30.10.2020) In Nizza wird eine 70-jährige Frau in einer Kirche (noch lebend?) enthauptet. Zwei andere ebenfalls mit dem Messer ermordet. Keine zwei Wochen zuvor wird in Paris ein 47-jähriger Lehrer (noch lebend?) enthauptet. Drei Wochen zuvor werden zwei Journalisten in Paris mit einer Machete angegriffen und schwer verletzt. Die Reihe ließe sich über Seiten fortführen. Dazu ein Kurzkommentar.

Read More…

Dieter Nuhr zum Einknicken der DFG vor dem Shitstorm der Ideologen

(Dokumentation, 01.08.2020) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hatte den Kabarettisten Dieter Nuhr gebeten, ob er nicht ihre Kampagne „Gemeinsam #fürdasWissen“ unterstützen wolle, um mitzuhelfen, „ihre Überzeugung für eine freie und erkenntnisgeleitete Forschung in die Gesellschaft (zu) tragen“. Auch andere prominente Botschafter unterstützen die Kampagne, wie etwa der Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator Ranga Yogeshwar. Dieter Nuhr sendete daraufhin eine 30-sekündige Sprachnachricht ein, für welche sich die DFG herzlich bedankte und diese veröffentlichte. Doch was dann passierte, wirft ein bezeichnendes Licht auf den Zustand unseres Landes (McCarthyism). Hier Dieter Nuhrs Statement zum Löschen seines Beitrags.

Read More…

Nach Überwindung der sakrifiziellen Gewalt ist es Zeit, auch die religiöse Gewalt hinter uns zu lassen

(Jürgen Fritz, 20.06.2020) In Teil eins der dreiteiligen Reihe Monotheismus und die Sprache der Gewalt ging es um die monotheistische Revolution, welche eine neue Unterscheidung in die Welt brachte, die zwischen Rechtgläubigen, die dem wahren Gott dienen, und den „Götzendienern“. In Teil zwei zeigte Jan Assmann wie dadurch zu den bestehenden vier Formen der Gewalt eine völlig neue fünfte in die Welt kam: die religiöse Gewalt, die erstmals Menschen gegen Menschen aufbrachte im Namen des gekränkten, eifersüchtigen Gottes. In Teil drei erläutert der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, dass die Idee des eifersüchtigen Gottes nicht im Raum des Religiösen, sondern des Politischen wurzelt: Gott tritt an die Stelle des Pharaos. Nach der sakrifiziellen sollten wir nun auch die religiöse Gewalt hinter uns lassen.

Read More…

Religiöse Gewalt im Namen des eifersüchtigen Gottes

(Jürgen Fritz, 20.06.2020) In Teil eins der dreiteiligen Reihe zum Thema Monotheismus und die Sprache der Gewalt ging es darum, wie mit der monotheistischen Revolution eine völlig neue Pseudospeziation in die Welt kam, welche die Menschheit trennte in Rechtgläubige und Ketzer, Heiden bzw. Ungläubige, eine Unterscheidung, welche fortan zum wichtigsten Generator von Fremdheit und Feindschaft wurde. In Teil zwei erläutert Prof. Jan Assmann, dass mit dem Monotheismus zu den vier bestehenden Formen der Gewalt eine völlig neue fünfte hinzu kam: die religiöse Gewalt, welche erstmals im Namen des eifersüchtigen Gottes Menschen gegen Menschen aufbrachte.

Read More…

Monotheismus und die Sprache der Gewalt

(Jürgen Fritz, 20.06.2020) Religiöse Gewalt, also eine solche, die sich auf metaphysische Spekulationen beruft, mit denen sie einen absoluten Wahrheitsanspruch verbindet, neben dem sie nichts anderes gelten lässt, gehört zu den großen Bedrohungen unserer Zivilisation. Doch woher kommt diese Gewalt? Ist sie so alt wie die Religion und das hieße wie die kultivierte Menschheit? Oder ist sie eine neuere Erscheinung, die erst mit dem Monotheismus aufkam? Der Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Jan Assmann, mehrfacher Honorarprofessor, zusammen mit seiner Frau Aleida Assmann Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, geht der Frage nach.

Read More…

Philosophie versus Religion: Vom Mythos zum Logos

(Jürgen Fritz, 19.06.2020) Wenn man vom Anfang der Philosophie – und damit auch dem wissenschaftlichen Denken – spricht, stellt sich natürlich die Frage nach dem Vorher. Auch die Menschen vor dieser Zäsur, vor dieser Wendezeit des menschlichen Geistes hatten das Bedürfnis nach Sicherheit und einer Ausrichtung in der Welt. Was gab ihnen Halt und Orientierung? Es war dies der Mythos.

Read More…

Wintersonnenwende: Religionen mögen kommen und gehen, dieser Tag bleibt

(Jörg Schneidereit, 26.12.2019) Die längste Nacht des Jahres liegt nun hinter uns, damit zugleich der kürzeste Tag. Es ist das jahrtausendealte Fest des Endes und des Neubeginns. Seit dem 22. Dezember werden die Tage wieder länger, das Licht kehrt zurück. Ganz real und greifbar ist dies der eigentliche Beginn des neuen Jahres. Jörg Schneidereit zeigt auf, wie die Natur selbst diesen Wendepunkt festgelegt hat.

Read More…

Verschwindet die Wirklichkeit in uns, dann verschwinden wir mit der Zeit aus ihr

(Jürgen Fritz, 16.12.2019) Warum sehnen sich so viele Menschen nach völligem Realitätsverlust? Darauf gibt es zwei Antworten, eine auf der Hand liegende und eine tiefer gehende. Schaut man man offen und ehrlich überall genau hin, entdeckt man viel Unschönes und Desillusionierendes. Das verkraften viele Seelen einfach nicht. Also entwerfen sie für sich ein Bild von der Welt, wie sie schöner, tröstlicher und erträglicher wäre, und ignorieren einfach, was diesem Bild widerspricht. Doch es kommt noch etwas weiteres hinzu, was mit Macht und Unterwerfung zu tun hat.

Read More…

Maria als Anti-Eva und der Mythos von der „unbefleckten Empfängnis“

(Herwig Schafberg, 21.11.2019) Heute ist der Mariengedenktag Mariä Opferung, außerdem bald Weihnachten, die Zeit, in der an die Geburt Jesu Christi im judäischen Bethlehem erinnert wird. Vieles spricht dafür, dass die Urgemeinde im Unterschied zu anderen Juden, aber der Logik jüdischer Prophezeiungen folgend, Jesus für den verheißenen Messias (Christus) hielt. Der Apostel Paulus ging allerdings einen Schritt weiter: Er entjudete Jesus der Herkunft nach und deutete ihn als „überirdisches, himmlisches Wesen“, das “von Anfang an bei Gott“ gewesen wäre, „sich freiwillig seiner göttlichen Herrlichkeit“ entledigt, zum „Heil der Menschen Knechtsgestalt“ angenommen hätte und in der Gestalt von Maria geboren wäre. Diese Deutung hat sich nahezu in der gesamten Christenheit durchgesetzt, wird aber seit dem 19. Jahrhundert selbst von den Kirchen in Frage gestellt.

Read More…

Christ aus Kirche geworfen, weil er Vaterunser betet

(David Berger, 11.11.2019) Ein ganz besonderes Event hatte sich der evangelische Stadtpfarrer von Schwerte im Ruhrgebiet, NRW, am diesjährigen Reformationstag ausgedacht. Die Kanzelrede sollte diesmal eine Muslima halten. Das begeisterte freilich nicht alle. Presseberichten der Regionalpresse zufolge soll ein „AfD-Mitglied“ laut das Vaterunser gebetet haben, als die Muslima ihre Predigt beginnen wollte. Welch Ungeheuerlichkeit! Das Vaterunser in einer christlichen Kirche! Das geht natürlich gar nicht. Der fromme Christ kam aber nicht sehr weit mit seinem Gebet, denn seine Glaubensbrüder setzten den Betenden voller Nächstenliebe ruck zuck vor die Tür. David Berger hat mit dem „Täter“ Hans-Otto Dinse gesprochen.

Read More…