AKK ist raus: Wen wünschen sich die Deutschen als nächsten Kanzler?

Von Jürgen Fritz, Mo. 10. Feb 2020, Titelbild: © JFB

Annegret Kramp-Karrenbauer hat heute bekanntgegeben, dass sie nicht die Kanzlerkandidatur anstrebe und das Amt als CDU-Vorsitzende spätestens bis zum Sommer abgeben wolle. Damit stellt sich die Frage, mit welchem Spitzenkandidaten die Union in den nächsten Bundestagswahlkampf gehen möchte und wer Angela Merkel im Kanzleramt ablösen soll. Campo-Data hat dazu die Bundesbürger gefragt, wer ihrer Auffassung nach ein guter Merkel-Nachfolger wäre, wen sie mithin wählen würden, wenn der deutsche Bundeskanzler direkt gewählt würde.

Friedrich Merz vor Olaf Scholz und Robert Habeck

Den Bundeskanzler wählt in Deutschland bekanntlich der Deutsche Bundestag, also nicht das Staatsvolk. Gleichwohl ist es auch für die Parteien natürlich interessant, wen sich die Bürger als Regierungschef wünschen. Das Müncher Marktforschungsinstitut Campo Data, zur WEIMER MEDIA GROUP gehörend, führte dazu – noch vor der Rücktrittsankündigung von AKK – eine Befragung durch. Und so sähe das Ergebnis aus, wenn die Bürger den Kanzler direkt wählen könnten, wobei hier Mehrfachnennungen möglich waren:

  1. Friedrich Merz (CDU): 29 %
  2. Olaf Scholz (SPD): 26 %
  3. Robert Habeck (Grüne): 25 %
  4. Markus Söder (CSU): 21 %
  5. Annalena Baerbock (Grüne): 13 %
  6. Armin Laschet (CDU): 12 %
  7. Annergret Kramp-Karrenbauer (CDU): 11 %

Campo-Data-2020-02

Könnten die Bürgern den Bundeskanzler direkt wählen, so hätte derzeit also Friedrich Merz sowohl von allen CDU-Kandidaten als auch überhaupt die besten Chancen. Er würde mit 29 Prozent als einziger Unionspolitiker alle Kandidaten der SPD und der Grünen hinter sich lassen.

Auf Platz zwei landete der Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), den aber die eigenen Parteimitglieder Anfang Dezember 2019 sehr überraschend nicht zum neuen Parteivorsitzenden wählten, obschon er die Unterstützung nahezu der gesamten Parteiführung hatte mit 26 Prozent.

Ganz knapp hinter Scholz liegt im Votum der Bürger der eine Parteivorsitzende der Grünen Robert Habeck mit 25 Prozent, also fast gleichauf mit Scholz. Damit erhält er fast doppelt so viele Stimmen wie seine Co-Vorsitzende Annalena Baerbock, die auf Platz fünf landete.

Scholz und Habeck würden bei einer Direktwahl jeden Unionskandidaten schlagen – bis auf einen

Auffällig ist auch, dass die ersten drei Spitzenpolitiker alle bessere Werte als ihre jeweiligen Parteien erreichen und deutlich vor allen weiteren Kandidaten liegen. Der Einzige, der diesen drei nahe käme, ist der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder, der auf 21 Prozent käme.

Abgeschlagen waren dagegen der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit nur 12 Prozent und eben Annegret Kramp-Karrenbauer, beide CDU, mit sogar nur 11 Prozent, die aber seit heute aus dem Rennen raus ist.

Damit dürfte für die jeweiligen Parteien auch klar sein, mit welchen ihrer Politiker sie jeweils die besten Aussichten hätten, möglichst viele Wähler zu mobilisieren:

  1. Für die Union wäre das Friedrich Merz mit einer eventuellen Alternative Markus Söder,
  2. für die SPD wäre das klar Olaf Scholz und
  3. für die Grünen Robert Habeck,

wobei sowohl Scholz als auch Habeck alle Unionskandidaten schlagen würden – mit einer Ausnahme: Friedrich Merz.

*

Aktive Unterstützung: Jürgen Fritz Blog (JFB) ist vollkommen unabhängig und kostenfrei (keine Bezahlschranke). Es kostet allerdings Geld, Zeit und viel Arbeit, Artikel auf diesem Niveau regelmäßig und dauerhaft anbieten zu können. Wenn Sie meine Arbeit entsprechend würdigen wollen, so können Sie dies tun per klassischer Überweisung auf:

Jürgen Fritz, IBAN: DE44 5001 0060 0170 9226 04, BIC: PBNKDEFF, Verwendungszweck: JFB. Oder über PayPal  5 EUR – 10 EUR – 20 EUR – 30 EUR – 50 EUR – 100 EUR