Ein Sozi hat Omikron bereits in den Bundestag getragen

Von Jürgen Fritz, Mo. 27. Dez 2021, Titelbild: BuzzClips News-Screenshot

In der Weihnachtswoche haben zwei Abgeordnete, einer von der SPD, einer von der Linkspartei, die sich – ohne davon zu wissen – mit SARS-CoV-2 infiziert hatten, an einer Sitzung im Verteidigungsausschuss des Bundestages teilgenommen. In Baden-Württemberg sind zwei AfD-Politiker an COVID-19 gestorben.

Ein SPD-ler und ein Linker tragen Delta und Omikron in den Bundestag

Die hoch ansteckende Omikron-Variante des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 hat bereits in der Weihnachtswoche den Deutschen Bundestag erreicht. An der konstituierenden Sitzung des Verteidigungsausschusses am Mittwoch, dem 22. Dezember, haben nach Angaben aus dem Gremium zwei Abgeordnete mit einer zu diesem Zeitpunkt nicht erkannten Infektion teilgenommen. Einer von beiden habe sich mit der Delta-, einer mit der Omikron-Variante infiziert.

Die beiden Fälle traten ersten Erkenntnissen zufolge, über die die Nachrichtenagentur AFP berichtete, nicht in der AfD-Fraktion auf, in deren Reihen sich viele Impfkritiker befinden, sondern bei den beiden Abgeordneten handelte es sich um einen SPD- und einen Politiker von Die Linke (SED), hieß es gegenüber AFP aus Ausschusskreisen. Von Ansteckungsfällen im Ausschuss war zunächst nichts bekannt.

Die AfD-Vertreter, die an der Sitzung teilgenommen hätten, seien zumindest auf das Virus getestet gewesen. Bei allen anderen sei davon auszugehen, dass sie zwei Mal geimpft seien, hieß es weiter aus dem Ausschuss. Das umstrittene AfD-Ausschussmitglied Hannes Gnauck, der vom Militärischen Abschirmdienst aufgrund fehlender Verfassungstreue in die Farbkategorie (Rot) eingeordnet wird, habe wegen einer COVID-19-Erkrankung nicht an der Sitzung teilgenommen.

Das Sekretariat des Ausschusses wies die Abgeordneten danach in einem Schreiben darauf hin, dass „eine Infektion mit dem Omikron-Virus bekanntgegeben wurde“. In der Folge zeigte die Warn-App bei zahlreichen Verteidigungspolitikern auch eine rote Warnung. Die Politiker hatten bei der Sitzung am vergangenen Mittwoch Masken getragen, legen diese aber üblicherweise bei Redebeiträgen ab.

In Rastatt starb der AfD-Fraktionsvorsitzende Roland Oberst infolge einer SARS-CoV-2-Infektion

Die Badische Neueste Nachrichten berichten darüber hinaus, dass gestern Morgen, am Sonntag, dem zweiten Weihnachtstag, der Fraktionsvorsitzende der Rastatter AfD Roland Oberst nach einer SARS-CoV-2-Infektion gestorben sei. Der Vorsitzende der AfD-Fraktion im Gemeinderat Rastatt sei schon seit mehreren Wochen wegen COVID-19 im Krankenhaus gelegen.

Noch in der letzten Gemeinderatssitzung habe Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (CDU) dem Kommunalpolitiker gute Genesungswünsche übermittelt. Der Co-Sprecher der AfD im Kreisverband, Joachim Kuhs, sagte: Mit Roland Oberst verliere „nicht nur der Kreisverband eines seiner engagiertesten und profiliertesten Mitglieder, ich persönlich verliere einen guten Freund und Mitstreiter für die gute Sache.“

Nach Informationen der Badischen Neueste Nachrichten hatte sich der 68-jährige Rastatter AfD-Chef Oberst gegenüber Stadträten als Impfgegner zu erkennen gegeben.

Am Rand der vergangenen Kreistagssitzung am 14. Dezember hatte AfD-Kreisrat Volker Kek bestätigt, dass es seinem Fraktionskollegen im Gemeinderat „nicht gut“ gehe. Gleichzeitig betonte Kek, dass auch er sich vorerst nicht impfen lassen wolle. Er sei zwar kein Impfgegner, es würden aber Nebenwirkungen der aktuellen Impfstoffe verschwiegen.

Der verstorbene Roland Oberst hatte sich auch in der Musikszene einen Namen gemacht. Mehr als 40 Jahre war er Sänger, Gitarrist und Trompeter der bekannten Rastatter Tanz- und Showband Troubadix.

In Pforzheim starb der AfD-Landtagsabgeordnete Bernd Grimmer ebenfalls an COVID-19

Zuletzt hatte die überwiegend impfskeptische Haltung der AfD in Pforzheim Wellen geschlagen, als der nicht geimpfte Kommunalpolitiker und Landtagsabgeordnete Bernd Grimmer an Covid-19 starb. Grimmer war einer von drei Sprechern des AfD-Landesvorstandes in Baden-Württemberg. Anfang Dezember 2017 hatte Grimmer auf dem Parteitag der AfD einen Antrag Wolfgang Gedeons unterstützt, der im März 2020 aus der AfD ausgeschlossen wurde. Grimmer war einer der erfolgreichsten AfD-Politiker im Südwesten, er holte sogar das erste Direktmandat für seine Partei. 

Neben seiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter war Grimmer in Pforzheim vor allem als engagierter Stadtrat bekannt. Vor seinem Beitritt zur AfD war er bei den Freien Wählern und den Unabhängigen Bürgern engagiert. Zudem war er in den 1980er-Jahren ein Gründungsmitglied der Grünen, die er 1991 verließ.

Grimmer war bereits vor mehreren Wochen erkrankt und hatte auch an den Haushaltsberatungen des Gemeinderates nicht mehr teilgenommen. Wie die PZ unter Berufung auf seine Witwe berichtete, erlag der 71-Jährige einer COVID-19-Erkrankung. „Er ist an Corona gestorben, nach drei Wochen Krankheit“, zitiert das Blatt Gabriele Germershausen-Grimmer.

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