AfD auch in Brandenburg ganz nah an SPD und CDU dran

Von Jürgen Fritz

Über 54 Prozent errang die SPD bei der Landtagswahl 1994 in Brandenburg. Davon ist nicht einmal annähernd die Hälfte übrig geblieben. Der Niedergang der SPD scheint unaufhaltsam. Inzwischen wird er flankiert vom Aufstieg einer anderen Partei, die bei Null startend innerhalb weniger Jahre den ehemaligen Hegemon Brandenburgs schon fast eingeholt hat.

Der stetige Niedergang der SPD

Bei der letzen Landtagswahl vor drei Jahren (2014) verlor die SPD gegenüber 2009 zwar mehr als einen Prozentpunkt, fiel von 33 auf 31,9 Prozent, ging aber nach wie vor als stärkste Partei aus der Wahl hervor, wie auch bei allen anderen Landtagswahlen in Brandenburg. 1994 kam sie in dem neuen Bundesland rund um Berlin sogar auf über 54 Prozent. Doch was ist davon 23 Jahre später übrig geblieben von diesen 54,1 Prozent? Laut neuester Umfrage von Infratest dimap für den RBB (Rundfunk Berlin Brandenburg) gerade noch 23 Prozent. Weniger als die Hälfte, ja fast 60 Prozent Verluste. Unglaublich!

Wo gingen denn aber all die Wähler hin, die sich von der SPD abgewandt haben? Nicht zur CDU, wie man im ersten Moment vielleicht vermuten würde. Diese schwankte in Brandenburg immer so etwa zwischen knapp 20 und 30 Prozent. Beim letzten Mal kam sie auf 23,0 Prozent. Dieses Ergebnis konnte sie trotz der riesigen Verluste der SPD nicht einmal halten und verliert aktuell auch einen Punkt, liegt also nur bei 22 Prozent, knapp hinter der SPD.

Der fulminante Aufstieg der AfD

Und ganz knapp hinter der CDU liegt dann die Partei, zu der die allermeisten Wähler abwandern: zur Alternative für Deutschland. Vor drei Jahren erstmals in Brandenburg angetreten, kam sie direkt auf ein fulminantes Ergebnis von 12,2 Prozent. Und dieses könnte sie, wenn jetzt schon Landtagswahlen wären, nochmals deutlich steigern, wie Infratest dimap jetzt ermittelte, auf 20 Prozent.

Damit liegt die AfD sogar schon klar vor der Linkspartei (SED-Nachfolgerin), die in Brandenburg traditionell sehr stark ist, dort teilweise sogar 7 bis 8 Prozentpunkte und mehr vor der CDU lag. 2004 kam die PDS/Linke auf 28,0 Prozent, vor drei Jahren dann auf 18,6, jetzt nur noch auf 17 Prozent. Auch hier geht es also immer weiter nach unten.

Weit abgeschlagen liegen auf Platz 5 und 6 die FDP und die Grünen mit 7 respektive 6 Prozent, wobei die FDP sich im Vergleich zu 2014 deutlich steigern kann von 1,5 auf 7 Prozent, während die Grünen minimal verlieren.

Überblick

Hier die aktuellen Werte im Überblick (1.005 Befragte im Zeitraum 7. bis 11. November):

  1. SPD: 23 %
  2. CDU: 22 %
  3. AfD: 20 %
  4. LINKE: 17 %
  5. FDP: 7 %
  6. GRÜNE: 6 %
  7. Sonstige: 5 %

2017-11-14

Gewinne und Verluste gegenüber der letzten Landtagswahl 2014

  1. AfD: + 7,8 %
  2. FDP: + 5,5 %
  3. GRÜNE: – 0,2 %
  4. CDU: – 1,0 %
  5. LINKE: – 1,6 %
  6. Sonstige: – 1,8 %
  7. SPD: – 8,9 %

Die Mehrheit für Rot-Dunkelrot ist weg

In Brandenburg regiert seit über acht Jahren eine rot-dunkelrote Landesregierung, seit vier Jahren unter dem SPD-Ministerpräsidenten Dietmar Woidke. Kamen SPD + Linkspartei 1994 zusammen noch auf 72,8 Prozent, 2009 auf 60,2 Prozent und zuletzt (2014) auf 50,5 Prozent, so liegen sie jetzt zusammen gerade noch bei 40 Prozent. Die rot-dunkelrote Herrschaft dürfte in Brandenburg also bald schon beendet sein.

*

Bild: © Jürgen Fritz

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8 thoughts on “AfD auch in Brandenburg ganz nah an SPD und CDU dran

  1. anvo1059

    Wenn selbst der behäbige Brandenburger Bauer auf die AfD „abfährt“ dann steht es verdammt schlecht in diesem Land…………Na vielleicht wird’s ja noch. Wenn nach Sachsen,
    Sachsen-Anhalt nun auch Brandenburg rot-blau wird….

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  2. Clemens Bernhard Bartholdy

    Es ist mir ein absolutes Rätsel – vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen hier -, was Menschen dazu bringen kann, die FDP zu wählen. Diese Partei ist doch nicht Fisch noch Fleisch, dafür aber geradezu das Sinnbild gebrochener Wahlversprechen.

    Vor der Wahl –> Nach der Wahl
    „NetzDG abschaffen“ –> „NetzDG behalten und weiterentwickeln“
    „Steuererleichterungen“ –> „Hä?“
    „Untersuchungsausschuss Merkel“ –> „öhm…“
    „Einwanderungsgesetz nach AfD-Programm“ –> „Familiennachzug nach Grünen-Programm“
    etc. ad nauseam

    Und keiner (!) kann behaupten, er habe das nicht vorher kommen sehen. Niemand (!), der sich intellektuell nicht nur aus der SZ, der „Welt“ oder SpOn ernährt, konnte ernsthaft glauben, dass das Getrommel von Pleitier und Narzist Lindner auch nur im Ansatz etwas mit seinen tatsächlichen Absichten zu tun gehabt hätte.

    Wie – um der Liebe Christi Willen – kann es denn jetzt sogar noch eine Steigerung des schon völlig irren Wahlergebnisses der „Freunde Drittklassiger Politclowns“ geben?

    Oder – um es mit dem geschätzten Hadmut Danisch zu sagen:

    „Wer wählt sowas??“

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    1. Petra

      Ich denke mal, alle die so gehirngewaschen sind das sie nicht die bösen, bösen Rechten wählen können wiel sie ja nicht rechts sind die aber weder CDU noch SPD wählen wollen. Hab ich jetzt schon ein paar mal gehört. Gehirnwäsche durch MSM ist wirksam……

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      1. Clemens Bernhard Bartholdy

        Ja, sehe ich ja ein. Das war mir ja auch klar, was die BTW2017 anging.

        Was ich aber meinte, war:
        Wie können – obschon bereits jetzt klar ist, dass die FDP nicht willens und in der Lage ist, die gemachten Versprechen und Lockungen einzulösen – jetzt sogar noch mehr (!) Menschen auf den Schwindel reinfallen?

        Wie kann es sein, dass sich diejenigen, die die FDP des Wechselwillens (streng genommen noch ein gebrochenes Versprechen, da sich der Anzughohlrohrständer Lindner jetzt ja offenbar dicht an Mutti schmiegt und nicht ihren Abgang zum unverhandelbaren Bestandteil der „Sondierungen“ macht) wegen gewählt haben, jetzt sogar vermehrt haben?

        Das kann ich einfach nicht nachvollziehen.

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  4. neukonservativ

    Schöne Entwicklung im Osten, aber das muss schneller gehen. Die Zeit läuft uns davon.

    Und der Westen muss endlich aufholen. Sonst können wir irgendwann von Glück sagen, wenn uns eines Tages lediglich noch der Osten als Restdeutschland bleibt.

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  5. Paul

    Vorgestern war es die CDU, gestern die Grünen, heute die AfD und morgen ist es die….(politisch nichts Neues unter der deutschen Sonne. Hauptsache konservativ….)

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  6. Pingback: AfD in Brandenburg ook heel dicht bij de SPD en de CDU | E.J. Bron

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