AfD schießt im Saarland von 6 auf 15 Prozent nach oben

Von Jürgen Fritz, Sa. 23. Jun 2018

Zuerst stieg die AfD diese Woche in Rheinland-Pfalz und in Hessen auf neue Rekordhochs, nun auch noch im Saarland. Allein der Ausdruck „Allzeithoch“ stellt hier sogar noch eine drastische Untertreibung dar. Denn in dem kleinen Flächenland im Südwesten steigt die Alternative für Deutschland nicht nur ein, zwei Punkte höher als je zuvor, sondern erreicht Dimensionen, die man dort noch vor wenigen Monaten für unmöglich gehalten hätte.

CDU und SPD fallen immer tiefer

Der Saarland war noch niemals AfD-Land. In dem an Frankreich und Luxemburg grenzenden kleinen Flächenland regiert seit 1999 die CDU. Diese stellte seit 1956 mit Ausnahme der Lafontaine-Zeit (1985 – 1999) immer den Ministerpräsidenten. Wahlergebnisse von 35 bis 50 Prozent waren für die CDU seit 1960 hier nicht nur völlig normal, sondern wurden nahezu immer erreicht. Bei der Landtagswahl im letzten Jahr konnte die damalige saarländische Ministerpräsidentin und jetzige CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (Merkels Kammerzofe) nochmals 40,7 Prozent holen für die „Christdemokraten“.

Aber auch für die SPD war das Saarland bislang kein schlechtes Pflaster. Wahlergebnisse von 30 bis 45 Prozent waren hier meist ebenfalls locker drin, unter Lafontaine sogar um die 50 Prozent und einmal sogar fast 55 Prozent (1990). Würde morgen gewählt werden im Saarland, dann käme die SPD aller Voraussicht nach nicht einmal auf die Hälfte (auf 26). Und auch die CDU würde laut neuester Umfrage von Infratest dimap für den SR massiv verlieren, fiele deutlich unter 40 Prozent (auf 35).

Auch die Linkspartei verliert, Grüne und FDP steigen etwas, die AfD legt enorm zu

Die drittstärkste Partei war bei der letzten Landtagswahl Die Linke (SED, PDS, Linkspartei), die im Saarland traditionell überproportional stark ist, was wohl mit der Person Lafontaine zusammenhängen dürfte. Letztes Jahr kam sie bei der Wahl auf 12,8 Prozent. Auch sie würde verlieren, aber nur leicht (auf 12).

Leicht zulegen könnten dagegen die Grünen und die FDP, wobei es für Letztere mit ca. 4 Prozent noch immer nicht für den Einzug in den Landtag reichen würde. Die Fünf-Prozent-Hürde überspringen könnten dagegen jetzt wohl die Grünen, die Infratest dimap derzeit bei ca. 6 Prozent taxiert. Nun aber zu der Partei, die mit ihren Zuwächsen nicht nur alle anderen in den Schatten stellt, sondern im Grunde fast die gesamte Wählerwanderung an sich zieht.

Die AfD steigt innerhalb von nicht mal 15 Monaten von 6,2 auf sage und schreibe 15 Prozent. Dabei gilt der saarländische Landesverband als einer der schwächsten in Deutschland. Werte von mehr als 9 bis maximal 11 Prozent wurden hier noch niemals gemessen respektive ausgewiesen. Von 6,2 auf 15 Prozent bedeutet bezogen auf die Anzahl der AfD-Wähler ein Plus von 142 Prozent (!). Wo letztes Jahr zwei AfD-Wähler waren, da sind jetzt fast fünf. Unglaublich!

Landtagswahltrend Saarland

Hier die aktuellen Ergebnisse von Infratest dimap im Überblick (1.000 im Zeitraum 14.06. – 19.06. Befragte, veröffentlicht am 21.06.2018):

  1. CDU: 35 %
  2. SPD: 26 %
  3. AfD: 15 %
  4. LINKE: 12 %
  5. GRÜNE: 6 %
  6. FDP: 4 %
  7. Sonstige: 2 %
Saarland-2018-06-21

(c) Jürgen Fritz

Gewinne und Verluste gegenüber der Landtagswahl 2017

  1. AfD: + 8,8 %
  2. GRÜNE: + 2,0 %
  3. FDP: + 0,7 %
  4. LINKE: – 0,8 %
  5. Sonstige: – 1,4 %
  6. SPD: – 3,6 %
  7. CDU: – 5,7 %

Da sowohl die Piraten als auch die Grünen letztes Jahr aus dem saarländischen Landtag rausflogen und die FDP den Einzug wieder nicht schaffte, hatte Kramp-Karrenbauer (CDU) nur drei mögliche Koalitionspartner: 1. die SPD, 2. Die Linke oder 3. die AfD. Die Saarland-CDU entschied sich für die SPD. Zusammen kamen CDU und SPD auf über 70 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen (1999, vor weniger als zwei Dekaden, waren es noch 90 Prozent). Heute wären es nur noch knapp über 60 Prozent.

Die AfD hat dagegen mit einem ihrer schwächsten Landesverbände Die Linke (SED, PDS, Linkspartei), die letztes Jahr noch mehr als doppelt so stark war, im Lafontaine-Land inzwischen deutlich hinter sich zurückgelassen.

Fazit

Zusammen mit den neuesten Ergebnissen in Rheinland-Pfalz und Hessen, wo die Alternative für Deutschland mit 13 und 15 Prozent ebenfalls neue Rekordergebnisse erzielt, zeigt dies, wo der Trend insgesamt hingeht. Selbst in ihren schwachen Gebieten  steht die AfD inzwischen bei 13 bis 15 Prozent, in den neuen Bundesländern dagegen eher bei 20 bis 25 Prozent.

Offensichtlich erkennen immer mehr Menschen, dass diese irrsinnige, selbstzerstörerische Politik der Merkel-CDU, der SPD, der Grünen und der Linkspartei so nicht weitergeführt werden kann und sind nun auch zunehmend bereit, die Konsequenzen daraus zu ziehen, gehen der Lügen- und Manipulationspresse zunehmend weniger auf den Leim. Dies gibt Grund und Anlass für ein wenig Hoffnung.

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Titelbild: © Saarschleife by Monika Ledig-Martin

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