Opfer erster und zweiter Klasse: der Auto-Rassismus der Neuen Linken

Von Christian Horst, Di. 26. Mrz 2019

Für ihre mitfühlenden Worte und Gesten wurde die sozialdemokratische neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern weithin gelobt. Zugleich sprach sie vom „Frieden“, der „mit uns allen“ sein möge. Unwillkürlich fragt man sich, ob die Neuen Linken wirklich nicht wissen, dass in der traditionellen islamischen Lehre alles, was nicht unter muslimischer Herrschaft steht, automatisch zum „Haus des Krieges“ gehört. Und noch zwei Dinge fallen auf, wie Christian Horst herausarbeitet: Wie Moslems in In- und Ausland den Anschlag von Christchurch für ihre Zwecke einsetzen und dass es offensichtlich so etwas wie Opfer erster und zweiter Klasse gibt.

Neuseeland gehört zum Dār al-Harb, Miss Ardern

Das Massaker in Christchurch war ein furchtbares und unmenschliches Verbrechen. Der Angriff auf wehrlose Menschen ist in keiner Form zu legitimieren und wird zu Recht von Politikern aller Länder verurteilt. Dies sollte selbstverständlich sein und die mitfühlenden Worte der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern wurden überall gelobt.

„Salam Aleikum – Friede sei mit euch und Friede sei mit uns allen“, mit diesen Worten hatte sie die Sitzung im neuseeländischen Parlament nach den Anschlägen eröffnet. Dazu hätte sie vielleicht wissen müssen, dass es nach traditioneller islamischer Auffassung keinen Salām („Frieden“) in Ländern des Dār al-Harb geben kann. Dār al-Harb heißt wörtlich übersetzt „Haus des Krieges“ oder besser: „Gebiet des Krieges“ und bezeichnet alle Gebiete der Welt, in denen der Islam nicht Staatsreligion ist, also auch Neuseeland. Das nur als kleiner Exkurs, nachzulesen auch bei Wikipedia.

Weiterhin besuchte Premierministerin Jacinda Ardern die muslimische Gemeinde in Christchurch, um mit den Hinterbliebenen zu trauern. Eine herzliche Geste, die man sich von hiesigen Politikern bei den hier verübten Terroranschlägen unmöglich vorstellen kann. Dass sie zu diesem Besuch ein Kopftuch tragen musste, das Symbol der Unterdrückung der Frau in der patriarchalen Welt des Islam, befremdet natürlich. Auf dem Foto sehen wir sie, wie sie einer Muslimin Trost zuspricht, die ihrerseits kein Kopftuch trägt (hier Bild 2). Aber auch das nur am Rande.

JA2 (2)

Hier Jacinda Ardern, wie sie eine schwarze Muslimin voller Liebe, voller Schmerz und Mitgefühl umarmt, https://www.youtube.com/watch?v=drSjapWc9YU

„Die Kreuzritter im eigenen Blut ersäufen“

Weitaus befremdlicher war für mich die Instrumentalisierung dieses Anschlags – ja, hier trifft dieser Begriff wirklich – durch Muslime. Dies soll an zwei Beispielen dokumentiert werden. Zunächst musste natürlich die Opferrolle eingenommen werden und wer böte sich da besser an als Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime. Er forderte nach diesem singulären Verbrechen eines irren Einzeltäters am anderen Ende der Welt tatsächlich einen umfassenden Schutz für die hiesigen Moscheen. Er plädierte dafür, das Thema auch als eigenen Punkt für die nächste Deutsche Islamkonferenz aufzunehmen.

Weitaus widerlicher war allerdings die Instrumentalisierung des starken Mannes vom Bosporus, Recep Tayyip Erdogan. Der türkische Präsident setzte das Täter-Video vom Massaker im türkischen Kommunalwahlkampf ein, das auf Großleinwände projiziert wurde. Dem Westen wirft er einen Kreuzzug gegen die Türkei vor. Sein politischer Bündnispartner Devlet Bahçeli von der rechtsextremen MHP sagte, die Türkei werde „die Kreuzritter im eigenen Blut ersäufen“.

Hier wird Hass geschürt und man kann davon ausgehen, dass die Moscheen in Deutschland, die zum Großteil von der türkischen Behörde Diyanet über die DITIB gelenkt und finanziert werden, die Botschaft Erdogans weiter verbreiten werden.

Opfer erster und zweiter Klasse: Auto-Rassismus

Dabei sind wir noch nicht einmal beim Kern des Problems angekommen. Der Islam, der sich hier als Opfer stilisiert, könnte bei näherer Betrachtung auch eine ganz andere Rolle spielen. Denn überall wo der Islam Staatsreligion ist oder wo Muslime eine ernst zu nehmende Größenordnung erreicht haben, werden Andersgläubige bekämpft, attackiert und verdrängt.

Um dies zu verdeutlichen habe ich den Weltverfolgungsindex der Organisation OpenDoors analysiert, siehe Bild unten. Von den 30 Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden, weisen 23 Länder einen muslimischen Anteil an der Bevölkerung von 40 Prozent oder mehr auf.

Exemplarisch hierfür steht Nigeria. Dort wurden seit Februar mindestens 120 Christen massakriert. Täter waren Boko Haram oder Fulani. Leider sind diese Toten in unseren westlichen Leit- und Massenmedien kaum zu finden und von unseren Politikern wird man keine Trauerbekundungen hören, ja nicht einmal von den Kirchen und ihren Vertretern ist ein Aufschrei zu hören. Offensichtlich gibt es Opfer erster und zweiter Klasse.

OpenDoors

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Zum Autor: Christian Horst ist studierter Wirtschaftswissenschaftler. Sein beruflicher Werdegang führte ihn über Exxon, den OTTO Konzern und als Geschäftsführer einer Werbeagentur zu seiner selbstständigen Tätigkeit als Marketingberater.

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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