Karlsruher vor Zug gestoßen: Zwei Asylanten verhaftet

Von Jürgen Fritz, Fr. 31. Jul 2020, Titelbild: Bahnhof Waghäusel

Am Dienstagabend kam es in Waghäusel, nahe Karlsruhe zu einem versuchten Tötungsdelikt. Ein jüngerer Mann zerrte einen 54-jährigen Karlsruher ins Gleisbett. Anschließend hinderte er ihn daran, wieder hochzuklettern, während sein Komplize das Geschehen nach hinten absicherte. Der einfahrende Güterzug legte zwar sofort eine Notbremsung hin, der 54-Jährige wurde aber gleichwohl von dem Zug erfasst und schwer verletzt. Am Mittwoch nahm die Polizei in einer Asylanten-Unterkunft zwei aus Syrien stammende Brüder fest. Nachdem sich der Tatverdacht gegen sie erhärtete, wurden sie am Donnerstag wegen versuchtem Tötungsdelikt in U-Haft genommen.

Ohne erkennbaren Grund plötzlich angegriffen, aufs Gleisbett gezerrt und daran gehindert, wieder herauszukommen

Das Verbrechen ereignete sich am Dienstagabend gegen 18 Uhr auf dem Bahnhof in Waghäusel, einer großen Kreisstadt am Nordrand des Landkreises Karlsruhe in Baden-Württemberg. Nach neuesten Erkenntnissen griff der Haupttäter den 54-jährigen Deutschen aus Karlsruhe ohne erkennbaren Grund plötzlich an und zerrte ihn ins Gleisbett.

Als der Mann von dort wieder herauszuklettern versuchte, habe ihn sein Angreifer gezielt daran gehindert, aus dem Gleisbett herauszukommen, während sein Mittäter das Geschehen nach hinten abgesichert habe, so dass niemand eingriff und er den Tötungs- respektive Mordversuch auf diese Weise gefördert habe.

Der einfahrende Güterzug legte zwar eine Notbremsung hin, aber das reichte nicht mehr. Der Mann auf den Gleisen wurden von dem Zug erfasst und erlitt schwere Verletzungen. Der 54-Jährige erlitt laut gemeinsamer Pressmitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Karlsruhe eine Oberschenkelfraktur, diverse weitere Knochenbrüche und eine tiefe Fleischwunde.

Am Mittwoch in der Asylanten-Unterkunft: Festnahme zweier Tatverdächtiger

Ersthelfer versorgten den Mann. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn schließlich in ein Krankenhaus. Die Bahnstrecke wurde vorübergehend gesperrt. Beamte der Kriminaltechnik Karlsruhe betrieben Spurensicherung am Tatort. Die Polizei leitete mit insgesamt 20 Streifenwagenbesatzungen und zwei Polizeihubschraubern eine groß angelegte Fahndung ein.

Zeugen beschrieben den Haupttäter als etwa 1,85 m groß. Er habe kurzes Haar, sei komplett schwarz oder dunkelblau gekleidet gewesen, vermutlich mit einem Jogginganzug der Marke Nike. Darüber habe er einen Mund-Nasen-Schutz getragen. Er hätte eine „orientalische Erscheinung“ gehabt. Den Komplizen beschrieben sie als etwa gleichen Alters, ca. 1,80 m groß, ebenfalls mit kurzem Haar und ebenfalls von „orientalischer Erscheinung“. Er sei mit einem dunklen Trainingsanzug und möglicherweise weißen Schuhen bekleidet gewesen.

Auf die Spur der Tatverdächtigen kamen die Ermittler aufgrund der Zeugenangaben in Verbindung mit einer Polizeikontrolle im Rahmen der eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen. So konnten die zwei Tatverdächtigen bereits am Mittwoch in einer Asylanten-Gemeinschaftsunterkunft ermittelt und vorläufig festgenommen werden. Im Zuge der weiteren Ermittlungen konnte der Tatverdacht gegen die beiden Asylanten weiter erhärtet werden.

Mutmaßliche Täter: ein aus Syrien stammendes Bruderpaar

Am Donnerstag wurden sie auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe dem Haftrichter vorgeführt, der gegen beide Tatverdächtige Untersuchungshaft anordnete. Bei den beiden mutmaßlichen Tätern handelt es sich um „ein aus Syrien stammendes Bruderpaar im Alter von 22 und 25 Jahren“.

Das 54 jährige Deutsche befinde sich inzwischen auf dem Wege der Besserung und war bereits vernehmungsfähig. Er gab an, ohne jeden erkennbaren Grund völlig unvermittelt angegriffen worden zu sein.

Dem 25-jährigen syrischen Asylanten wird versuchter Mord sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, seinem jüngeren Bruder Beihilfe zu Mord und gefährlicher Körperverletzung.

Gemeinsames Muster: Menschen direkt vor einen einfahrenden Zug stoßen

Der Fall erinnert an mehrere andere Fälle, so dass sich immer deutlicher ein Muster abzeichnet:

1. Ein mehrfach vorbestrafter 28-jähriger Roma kosovarischer Herkunft mit serbischer Staatsangehörigkeit stieß vor einem Jahr, im July 2019, in Voerde eine 34-jährige Frau, die Mutter einer 13-jährigen Tochter, direkt vor den einfahrenden Zug, so dass der Lokführer überhaupt keine Chance mehr hatte zu reagieren. Die Frau wurde vom Zug überrollt und starb noch im Gleisbett. Da der Täter und sein Opfer sich überhaupt nicht kannten und kein Streit vorausgegangen war, ging die Staatsanwaltschaft von reiner Mordlust als Motiv aus.

2. Ebenfalls im Juli 2019 stieß in Frankfurt am Main ein 40-Jähriger aus Eritrea (Nordostafrika) zuerst eine Frau, dann gleich darauf ihren achtjährigen Sohn direkt vor einen einfahrenden Zug. Anschließend versuchte der Afrikaner sogar noch eine dritte Person ins Gleisbett zu stoßen, die sich dem aber entziehen konnte. Die Frau konnte sich gerade noch in letzter Sekunde auf einen Fußweg zwischen den Gleisen rollen respektive retten. Der achtjährige Junge wurde dagegen vor dem einfahrenden ICE erfasst und „überrollt“. 

3. Im August 2019 trat ein Mann in der Metro von Madrid einem anderen mit voller Wucht in den Rücken, so dass dieser direkt vor einen einfahrenden Zug fiel. Nur dank seiner Reaktionsschnelligkeit konnte sich der auf die Gleise Gestoßene förmlich in letzter Sekunde retten. Der Angreifer, ein 27-jähriger Brasilianer, handelte offensichtlich ohne jeden erkennbaren Grund mit Tötungsabsicht.

4. Im Oktober 2019 stießen zwei Männer „südländischen Phänotyps“ in Berlin einen 30-jährigen Iraner direkt vor den Zug. Die zwei Täter hatten zuvor versucht, einen Rollstuhlfahrer zu berauben. Als sein 30-jähriger Neffe dazwischen ging, griffen die beiden Täter den jungen Mann massiv an. Als der U-Bahn-Zug einfuhr, stießen sie ihn davor. Er geriet zwischen den Zug und die Bahnsteigkante. Das Opfer war nicht sofort tot. Menschen, die sich auf dem Bahnsteig aufhielten, sollen gemeinsam gegen den U-Bahn-Wagen gedrückt haben, um den 30-Jährigen zu befreien. Eine Notärztin und Rettungssanitäter der Feuerwehr haben versucht, den Schwerverletzten zu stabilisieren, doch konnte dessen Leben nicht mehr gerettet werden. Er erlag seinen schweren Verletzungen.

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