Das Urteil gegen Prof. Ulrich Kutschera: Wann und wo endet die wissenschaftliche Freiheit?

(Rainer Thesen, 06.08.2020) Ulrich Kutschera ist ein international renommierter Evolutionsbiologe. Er ist Professor an der Uni Kassel und arbeitet seit 2007 zusätzlich als Visiting Scientist in Palo Alto, Kalifornien, USA. Kutschera bezog zu verschiedenen Themen öffentlich sehr klar Stellung, so gegen den Einfluss des Kreationismus sowie zu den Themen Gender Studies und gleichgeschlechtliche Ehe. Homosexuelle, die sich „beleidigt“ fühlten, zeigten ihn daraufhin an und der Staatsanwalt erhob tatsächlich Anklage gegen den Wissenschaftler wegen „Beleidigung“ und „Volksverhetzung“. Das Amtsgericht Kassel wies die Anklage wegen „Volksverhetzung“ zwar zurück, verurteilte den Professor aber wegen „Beleidigung“ zu einer Geldstrafe von 6.000 Euro. Der Jurist Rainer Thesen beleuchtet den Fall und stellt ihn in den Kontext des Zeitgeistes.

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Über 150 Intellektuelle wenden sich gegen Cancel Culture

(Jürgen Fritz, 24.07.2020) Alte Filme werden aus Archiven gelöscht, Statuen gestürzt, Referenten ausgeladen. Menschen, die Positionen vertreten, die als falsch gebrandmarkt werden, werden entlassen, weil sie die heilige Dreifaltigkeit von Gleichheit, Diversität und Inklusion verletzen. Cancel Culture versucht mittels Diffamierung und persönlichen Attacken über sogenannte Shitstorms Menschen mundtot zu machen, bis hin zur Vernichtung ihrer medialen und ökonomischen Existenz. Wir sehen hier eine Anti-Aufklärung am Werk, welche im Namen der Toleranz Intoleranz ersten Grades pflegt und einen Volksgerichtshof der politischen Korrektheit errichtet, der in der Praxis zu einer Art Berufsverbot für Andersdenkende führt. Dagegen haben nun über 150 liberal denkende Intellektuelle Stellung bezogen.

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Sind die Gedanken wirklich noch frei?

(Thomas Schmid, 20.07.2020) Der Fanatismus der einzig zugelassenen Meinung macht die Korridore des Sagbaren immer schmaler. Wirklicher Dissens ist kaum noch gefragt. Dafür sehen wir zunehmend mangelnde Neugier, den Verzicht auf ein Denken ohne Geländer, Diskursverweigerung als Absage an die Aufklärung und eine Moralisierung der Diskurse. Man müsste diesem Unfug laut und in großer Zahl entgegentreten. Und im Namen der Freiheit schwungvoll nicht nur trial, sondern auch error verteidigen. Die Tugendwächter sind Spukgestalten. Nackte Kaiser. Eingeschüchtert können aber nur die werden, die sich einschüchtern lassen. Thomas Schmid mit einem Appell zu mehr Mut zum offenen Diskurs.

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Texte und Gedanken geistig erfassen versus das Eigene in sie hineinprojizieren

(Jürgen Fritz, 14.07.2020) „Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir. An jedem Punkt öffnet das Verstehen eine Welt. Das Verstehen ist ein Wiederfinden des Ich im Du. Nur was der Geist geschaffen hat, versteht er“, schrieb der deutsche Philosoph, Psychologe und Pädagoge Wilhelm Dilthey (1833 – 1911). Könnte es sein, dass diese Fähigkeit des Verstehens von geistig Geschaffenem, speziell das Erfassen von Gedanken und Texten zunehmend verloren geht? Wenn ja, woher kommt das und wozu führt es? Der Versuch einer Erklärung.

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Was heißt Aufklärung? Wann und wo setzte sie erstmals ihren Fuß auf die Erde?

(Jürgen Fritz, 05.07.2020) Aufklärung bezeichnet zum einen eine historische Epoche, nämlich die Zeit des 17. und dann vor allem des 18. Jahrhunderts. Das Wesen der Aufklärung ist aber weniger eine Epoche, als vielmehr ein Grundsatz, ein Grundsatz des Denkens und Handelns. Dieser Grundsatz lautet: selbst zu denken, wobei denken etwas anderes ist als sich etwas zusammen zu reimen, wie dies ein Xavier Naidoo und Attila Hildmann tun. Denken muss man mithin wie Skifahren erlernen. Man kann zwar alles, was Beine und Füße hat, auf Skier stellen, aber ohne Übung kommen die meisten nicht sehr weit. Was aber bedeutet Selbstdenken?

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Manifest des Aufklärungs-Universalismus

(Jürgen Fritz, 01.07.2020) Die alte Linke, nicht die Marxisten und ihre Nachfolger, sondern die Aufklärer des 17. und 18. Jahrhunderts und auch schon die der griechischen Antike (Sokrates etc.), war progressiv, nicht traditionalistisch. Die Neuen Linken sind das nicht mehr. In Bezug auf andere Kulturen sind sie konservativ. Deren Tradition werten sie a priori und per se als positiv, einfach weil sie die anderen sind, zumal wenn es sich um Rückständige handelt. In Bezug auf die eigene Kultur sind sie dagegen destruktiv. Die Neue Linke hat die meisten Ideale der alten Linken, welche die universalen Menschenrechte gerade erst hervorbrachte bzw. entdeckte, verraten respektive aufgegeben. Diese Ideale gilt es a) zurückzugewinnen, b) zu bewahren und c) weltweit progressiv weiter zu entwickeln.

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Das Ende des Zweiten Weltkrieges: Rückbesinnung auf die Grundlagen Europas

(Herwig Schafberg, 09.05.2020) Am 8. beziehungsweise 9. Mai 1945 war der Zweite Weltkrieg beendet; wenigstens in Europa, dessen Neuordnung unter deutscher Vorherrschaft die Nationalsozialisten im Krieg angestrebt hatten. Ebenfalls am 9. Mai ist der Tag zum Gedenken der Erklärung, mit der Robert Schuman, damals als französischer Außenminister, vor 70 Jahren den ersten Schritt zur Einheit Europas tat. Herwig Schafberg blickt zurück auf dreitausend Jahre europäische Geschichte.

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Sahra Wagenknecht über die Grünen: unehrlich und nicht verantwortungsvoll

(Jürgen Fritz, 08.03.2020) Das konsequente und konsistente Denken in sachlogischen, funktionalen Zusammenhängen fällt vielen Menschen naturgemäß sehr schwer. Das war schon immer so und wird sich auf absehbare Zeit wohl auch nicht ändern. Doch hat man den Eindruck, wir waren in diesem Punkt im Zuge der Aufklärung schon mal weiter, entwickeln uns gleichsam eher zurück denn nach vorne. Wenn solch ein Denkvermögen mit Ehrlichkeit und moralischer Integrität zusammentreffen, dann ist dies – zumal in unserer immer mehr gefühligen Zeit – immer ein Glücksfall. Von zwei solchen soll hier berichtet werden.

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Tobias R.: rechtsextrem oder schizophren oder rechtsextrem wegen seiner Schizophrenie?

(Jürgen Fritz, 21.02.2020) Das sei weder rechter noch linker Terror, sondern die wahnhafte Tat eines Irren, meinte gestern nach dem schrecklichen Massenmord von Hanau, Prof. Dr. Jörg Meuthen, der erste Bundesvorsitzende der AfD. Jede Form politischer Instrumentalisierung dieser schrecklichen Tat sei daher ein zynischer Fehlgriff, so Meuthen. Nun, dass diese Tat vom politischen Gegner instrumentalisiert wird, davon dürfen wir sicherlich ausgehen. Aber stimmt Meuthens erste Behauptung, die von unzähligen AfD-Anhängern gestern gebetsmühlenartig wie zur Selbstberuhigung immer wieder formuliert wurde, tatsächlich, dass diese Tat nichts mit rechtsextremistischen Einstellungen und Denkmustern zu tun habe?

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Wie die katholische Kirche Giordano Bruno lebendig verbrennen ließ

(Jürgen Fritz, 07.01.2020) Wir schreiben den 17. Februar im Jahre 1600. Nach fast acht Jahren Kerkerhaft, die den 52-Jährigen sichtlich gebrochen haben, steigt Giordano Bruno, der vielleicht größte Geist des Jahrhunderts, auf dem Campo de Fiori in Rom auf den Scheiterhaufen. Jahrelang hat er vergeblich versucht, eine Audienz beim Papst zu erreichen, war sogar bereit, seine Lehre teilweise zu widerrufen. Doch dies genügt der kirchlichen Inquisition nicht. Als sie den vollständigen Widerruf fordert, reagiert der Denker hinhaltend, schließlich sogar trotzig und hält an einigen Punkten seiner Lehre fest. Man weiß nicht, was die Katholiken mit ihm anstellen würden, widerriefe er seine Lehre, aber das ist sein sicheres Todesurteil. Doch Bruno soll nicht einfach nur sterben.

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Prophetin des Postfaktischen: Wie Jugendliche für politisch-industrielle Zwecke missbraucht werden

(Claudia Simone Dorchain, 17.12.2019) Thunberg ist ein Eisberg. Jugendliches Genie ist faszinierend, wo es sich zeigt – Blaise Pascal entwickelte schon mit fünfzehn mathematische Theorien und eine exquisite Rechenmaschine, Edward Halley war mit siebzehn bereits ein As in Astronomie, ließ die Königliche Akademie der Wissenschaften staunen über seine exakten Berechnungen von Sternentransiten, und diese Reihe begabter junger Entdecker ließe sich weit fortsetzen. Die europäische Ideengeschichte verdankt Nachwuchs-Genies große Fortschritte und weitreichende Visionen, jugendlicher Entdeckergeist in der Wissenschaft leuchtet oft Jahrzehnte voran. Doch im Fall Greta Thunberg handelt es sich nicht um Genie. Nicht mal um Talent. Nichts könnte von wissenschaftlicher Akkuratesse, mit jugendlichem Feuereifer betrieben, ja von Wissenschaft überhaupt weiter entfernt sein als ihre blasierte Mitteilung, Fakten seien überflüssig.

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Rechte Verschwörungsmythen um den Weizsäcker-Mord und deren Aufklärung

(Jürgen Fritz, 21.11.2019) Kaum war Fritz von Weizsäcker am Dienstagabend nach diesem schrecklichen Verbrechen verstorben, nur wenige Stunden später geisterten wieder einmal neue Verschwörungsmythen durchs Internet: „Warum hat man denn dem Festgenommenen etwas über die Unterarme gezogen? Vielleicht damit man seine dunkle Hautfarbe nicht erkennen soll?“ Dann tauchte ein ominöser Post von einer Dame auf, die sich als „Augenzeugin“ ausgab und behauptete, „die Presse“ würde „wieder Unwahrheiten“ schreiben. Sie hätte alles „live mitbekommen“ und stellte auch gleich Vermutungen an, was hinter dem Verbrechen stecken würde. Lesen Sie hier, was von all dem zu halten ist.

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Woran das Abendland zugrunde gehen wird: dass wir die Aufklärung nicht zu Ende führten

(Jürgen Fritz, 17.11.2019) Es mag noch immer eine klare Minderheit sein, aber es werden immer mehr Menschen, die es regelrecht spüren, mache auch schon ganz klar sehen und erkennen: das Abendland wird untergehen. Zumindest ist die Gefahr, dass dies passieren wird, dass das Beste, was dieser Planet je hervorbrachte, sich selbst quasi zu Tode stranguliert, nicht nur gegeben, sondern förmlich mit den Händen greifbar. Doch wie konnte es so weit kommen? Was steckt dahinter respektive was steckt im innersten Kern der Problematik? Was ist der Grundfehler, an dem wir zu Grunde zu gehen drohen? Hier die vielleicht beste Erklärung.

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Wie die Kriminalstatistik den Täterhintergrund systematisch verschleiert

(Hartmut Krauss, 08.11.2019) In Limburg hat ein Mann mit tunesischem Migrationshintergrund seine in einer Sicherheitseinrichtung getrennt lebende Frau mit fünf Axtschlägen auf offener Straße hingerichtet. Dieser Fall erfordert längst notwendige Konsequenzen. Zum einen im Hinblick auf einwanderungspolitische Prävention und zum anderen im Hinblick auf die statistische Erfassung von Straftaten zwecks angemessener Aufklärung der Öffentlichkeit, wie Hartmut Krauss dezidiert deutlich macht.

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Immanuel Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten

(Jürgen Fritz, 21.10.2019) „Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein guter Wille.“ Mit diesem Satz beginnt, nach der Vorrede, der erste Abschnitt der 1785 erschienenen „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“, Kants erster wichtigen Schrift rein zur Ethik, zur praktischen, zur Moralphilosophie. Was für ein guter Wille ist das aber, von dem Kant hier spricht? Was genau meint er damit?

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