Wahl-O-Matrix-Prognose: So in etwa dürfte die Bundestagswahl ausgehen

Von Jürgen Fritz, So. 26. Sep 2021, Titelbild: © JFB

Mehr als 60 Millionen Menschen sind heute aufgerufen, den Bundestag, das gesetzgebende Organ der Bundesrepublik Deutschland neu zu wählen, welches zugleich den neuen Bundeskanzler wählen wird. Wahrscheinlich werden um die 47 Millionen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Hier die Wahl-O-Matrix-Prognose: So in etwa dürfte die Wahl ausgehen.

Vorbemerkung

Die folgenden Zahlen sind dabei nicht als exakte Werte zu verstehen. Noch kann natürlich niemand genau wissen, wie das Endergebnis aussehen wird. Auf Grund der repräsentativen Umfragen der letzten Tage, Wochen und Monate kann aber zumindest grob abgeschätzt werden, in welcher Range sich jede Partei beziehungsweise jede Bundestagsfraktion bewegt und welchen Trend – zunehmend oder abnehmend – es gibt. Bei größeren Parteien kann es also leicht zu Abweichungen von 2 bis 3 Prozentpunkten kommen, bei kleineren von 1 bis 2 Punkte. Eine Prognose kann dann als ganz ordentlich bezeichnet werden, wenn die mittlere, absolute Abweichung bei unter 2 Prozentpunkte liegt. Sie ist dann eine gute, wenn dieser Wert unter 1,5 Prozent liegt und sie ist eine sehr gute, wenn die mittlere, absolute Abweichung unter 1 Prozent liegt.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2021 lag Wahl-O-Matrix mit 2,11 Prozent mittlerer Abweichung über der Zwei-Prozent-Marke (wobei nur zwei andere besser waren als Wahl-O-Matrix), sonst aber fast immer darunter, teilweise weit darunter. Bei der EU-Wahl 2019 beispielsweise mit 1,22 Prozent mittlerer absoluter Abweichung sogar unter der 1,5 Prozent-Marke auf Platz drei. Bei der Landtagswahl in NRW 2017 lag Wahl-O-Matrix mit einer mittleren Abweichung von nur 0,56 Prozent sogar unter der idealen Ein-Prozent-Marke auf Platz eins. Ebenso bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021. Hier betrug die mittlere Abweichung nur 0,76 Prozent. Damit war Wahl-O-Matrix erneut auf Platz eins. Bei der Bundestagswahl 2017 lag Wahl-O-Matrix mit 1,09 Prozent mittlerer Abweichung auf Platz zwei von insgesamt 17 Vergleichswerten ((nur INSA war mit 1,05 Prozent minimal besser).

So in etwa dürfte die heutige Bundestagswahl ausgehen

Das Ziel ist also auch heute, in der mittleren Abweichung maximal 2 Prozentpunkte daneben zu liegen, besser sogar weniger als 1,5 Prozent und idealerweise unter 1 Prozent. So sind die folgenden Zahle zu verstehen.

  1. SPD: 25 %
  2. CDU/CSU: 23 %
  3. GRÜNE: 15,5 %
  4. FDP: 11,5 %
  5. AfD: 11 %
  6. LINKE: 6 %
  7. Sonstige: 8 %
Wahl-O-Matrix-Prognose

(c) JFB

Der Unterschied zwischen SPD und CDU/CSU ist mit nur zwei Punkten dabei innerhalb der Fehlertoleranz. Denn der Wert der SPD kann in der Wahl auch leicht um einen Punkt oder etwas mehr nach unten abweichen (auf unter 24 Prozent) und der der Union kann leicht um etwas mehr als ein Punkt nach oben abweichen (auf über 24 Prozent), so dass diese Wahl sehr offen und ausgesprochen spannend verlaufen dürfte. Doch was würde ein solches Ergebnis für die kommende Regierungsbildung bedeuten?

Vier realistische Regierungskoalitionen: rote Ampel, Jamaika, eine rote GroKo oder aber Rot-Grün-Dunkelrot (RGD)

Was sehr vielen Wählern wohl nicht klar ist: Man kann mit weit weniger als 50 Prozent der Stimmen eine Mehrheit der Sitze im Parlament erreichen. Entfallen 8 Prozent der Stimmen auf Kleinparteien (Sonstige), die den Einzug in den Bundestag wegen der Fünf-Prozent-Hürde nicht schaffen, so reichen ca. 46,1 Prozent der Zweitstimmen für mehr als 50 Prozent der Sitze im Bundestag.

Damit dürfte sich bei dem oben prognostizierten oder einem nur sehr wenig davon abweichenden Ergebnis die kommende Bundesregierung aus einer dieser Kombinationen zusammensetzen:

  1. RotGrünGelb, rote Ampel mit einem Kanzler Scholz: 52 % 
  2. Schwarz–GrünGelb, Jamaika-Koalition mit einem Kanzler Laschet: 50 %
  3. Rot-Schwarz, rote GroKo, also die bisherige Regierungskoalition, nun aber mit einem SPD-Kanzler Scholz: 48 %
  4. RotGrünDunkelrot (RGD) mit einem Kanzler Scholz (oder auch Esken): 46,5 %

Sollte es für Rot-Schwarz nicht ganz reichen, so könnten die Grünen (Kenia-Koalition) oder die FDP (Deutschland-Koalition) als dritte Fraktion dazu genommen werden. Eine solche Kombination scheint aber wenig wahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist nach heutigem Stand eine dieser vier oben genannten Koalitionen.

Ob es so, so ähnlich oder doch deutlich anders kommt, werden wir heute Abend genauer wissen. Fest steht: Diese Bundestagswahl verspricht ungemein spannend zu werden, die Regierungsbildung aber ausgesprochen schwierig, da vieles für ein Bündnis aus drei Bundestagsfraktionen spricht, so dass entweder die FDP ins rot-grüne Lager wird wechseln müssen oder aber die Grünen ins schwarz-gelbe Lager, wenn eine neuerliche GroKo und Rot-Grün-Dunkelrot vermieden werden sollen.

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