AfD steigt leicht, Linkspartei fällt deutlich

Von Jürgen Fritz, Di. 28. Aug 2018

Das war ein „Griff ins GroKlo“ schrieb ich vor einer Woche, als CDU/CSU und SPD zusammen bei INSA auf einem neuen absoluten Tiefstand von 44,5 Prozent landeten. Und aus diesem großen Klo kommen die drei Regierungsparteien vorerst auch nicht heraus, denn weder die Union noch die SPD kann auch nur ein wenig zulegen. Ein wenig zulegen kann dagegen die AfD, die nun wieder gleichzieht mit der SPD, während die Linkspartei deutliche Verluste verzeichnet.

AfD kann Verluste der Vorwoche zur Hälfte wieder wettmachen, Linkspartei verliert massiv

Die Union bleibt auf ihrem historischen Tief von 28 Prozent. Nicht mal einen halben Punkt kann sie zulegen. Und CDU, CSU und SPD bleiben zusammen auf 44,5 Prozent, denn die SPD verharrt auf ihren niedrigen 16,5 Prozent. Hier bleibt also alles beim Alten. Die AfD kann sich dagegen leicht von ihren Verlusten der Vorwoche, als sie von 17 auf 16 Prozent fiel, erholen und zieht nun wieder gleich mit der SPD auf 16,5 Prozent.

Die einzige Nichtmini-Partei, die diese Woche Verluste verzeichnet, ist Die Linke. Hier sind die Einbußen aber besonders heftig, denn diese fällt von 12 auf 10,5 Prozent, verliert also gleich 1,5 Punkte, was in etwa über 700.000 Wählern entspricht. Solche Verluste sind für eine mittelgroße Partei enorm viel. Bei allen anderen Instituten liegt die Linkspartei übrigens niedriger als 10,5 Prozent. Drei von fünf sehen sie aktuell sogar nur bei 9 Prozent. Die Wählerwanderung geht hierbei neben der AfD vor allem zu den Miniparteien (Sonstige), die um einen ganzen Punkt zulegen von 4 auf 5 Prozent. Alle anderen Parteien bleiben unverändert.

INSA-Meinungstrend vom 28. August 2018

INSA befragte im Zeitraum 24.08. (Fr.) bis 27.08.2018 (Mo.) über 2.000 Personen (2.079) per Online-Befragung von gezielt ausgewählten Mitgliedern einer Personengruppe (Befragten-Pool) und rechnete die Ergebnisse nach hauseigenen Formeln hoch. Die maximale Fehlertoleranz beträgt +/- 2,5 Prozentpunkte. Hier die Ergebnisse (in Klammern die Veränderungen zur Vorwoche):

  1. CDU/CSU: 28 %
  2. SPD: 16,5 %
  3. AfD: 16,5 % (+ 0,5)
  4. GRÜNE: 13,5 %
  5. LINKE: 10,5 % (– 1,5)
  6. FDP: 10 %
  7. Sonstige: 5 % (+ 1)

2018-08-28

Zum Vergleich: die Werte aller Institute

Hier zum Vergleich die jeweile Bandbreite der Parteien, wenn wir alle fünf Institute zu Grunde legen, die in den letzten drei Wochen (bezogen auf den mittleren Tag der Befragung) Umfragen durchführten, und hierbei von jedem Institut die aktuellste heranziehen (in Klammern die Durchschnittswerte dieser fünf Institute).

  1. CDU/CSU: 28 – 31 % (29,6)
  2. SPD: 16,5 – 18 % (17,7)
  3. AfD: 14 – 17 % (15,5)
  4. GRÜNE: 13,5 – 15 % (14,5)
  5. LINKE: 9 – 10,5 % (9,5)
  6. FDP: 8 – 10 % (8,6)
  7. Sonstige: 3 – 5 % (4,6)

Bei der FDP ist es ähnlich wie bei der Linkspartei, alle anderen Institute sehen sie niedriger als INSA, drei bei 8, eines bei 9 Prozent.

Gewinne/Verluste gegenüber der Bundestagswahl 2017

Bei Neuwahlen gäbe es derzeit zwei große Gewinner: Die Grünen und die AfD sowie zwei große Verlierer: die SPD und CDU/CSU. Bezogen auf die INSA-Werte ergeben sich folgende Veränderungen im Vergleich zur Bundestagswahl vom 24. September 2017:

  1. GRÜNE: + 4,6 %
  2. AfD: + 3,9 %
  3. LINKE: + 1,3 %
  4. Sonstige: +/– 0
  5. FDP: – 0,7 %
  6. SPD: – 4,0 %
  7. CDU/CSU: – 4,9 %

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Titelbild: YouTube-Screenshot

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