Erstmals weist auch das ZDF-Politbarometer die AfD mit 17 Prozent aus

Von Jürgen Fritz, Fr. 31. Aug. 2018

Vor drei Tagen errechnete INSA die AfD auf 16,5 Prozent, YouGov gestern auf 17 Prozent und heute sieht auch Forschungsgruppe Wahlen (ZDF-Politbarometer) die AfD bundesweit erstmals überhaupt bei 17 Prozent. Doch zu den ZDF-Zahlen muss man noch etwas wissen.

AfD erreicht Allzeithoch bei Forschungsruppe Wahlen

Im Osten Deutschlands erreichte die AfD bei Umfragen, die letzte Woche direkt vor dem Totschlag (Mord) an Daniel Hillig erhoben, aber erst am Dienstag veröffentlicht wurden, in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen Werte von 21, 23 und 25 Prozent. Gestern veröffentlichte nun YouGov eine neue Umfrage bezogen auf ganz Deutschland und heute legt Forschungsgruppe Wahlen (ZDF-Politbarometer) nach. Betrachten wir zunächst die neueste Umfrage, die von Dienstag bis Donnerstag von der Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt wurde.

CDU/CSU und SPD können sich im ZDF bei 31 bzw. 18 Prozent halten. Die 31 Prozent für die Union fallen dabei etwas aus dem Rahmen. Die fünf anderen Institute, die in den letzten zwei bis drei Wochen (bezogen auf den mittleren Tag der Befragung) Umfragen durchführten, sehen CDU/CSU alle niedriger, nämlich zwischen 28 und 30 Prozent. Auch der SPD-Wert liegt mit 18 Prozent am oberen Ende. INSA sieht die SPD nur bei 16,5 Prozent.

Am interessanteste aber ist folgendes: Die AfD steigt im ZDF erstmals überhaupt auf 17 Prozent, kann zum vierten Mal in Folge einen Punkt (entspricht ca. 470.000 Wählern) zulegen. Dies entspricht einem Zuwachs von insgesamt ca. 1,9 Millionen Wählern seit Anfang Juni. Sowohl Grüne als auch Linke verlieren dagegen jeweils einen Punkt und fallen auf 14 bzw. 8 Prozent zurück. Damit liegt die Linkspartei im ZDF nunmehr gleichauf mit der FDP. Die sonstigen Parteien zusammen steigen von 3 auf 4 Prozent.

ZDF-Politbarometer vom 31. August 2018

Forschungsgruppe Wahlen befragte im Auftrag des ZDF im Zeitraum 28.08. (Di.) bis 30.08.2018 (Do.) 1.216 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte per Telefon. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Anschließend wurden die Ergebnisse nach hauseigenen Formeln hochgerechnet. Die Befragung ist laut Forschungsgruppe Wahlen – welche auf Grund ihrer Hochrechnung, die entsprechende Korrekturfaktoren berücksichtigt – repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von zehn Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Hier die Ergebnisse (in Klammern die Veränderungen zur letzten ZDF-Umfrage vor drei Wochen):

  1. CDU/CSU: 31 %
  2. SPD: 18 %
  3. AfD: 17 % (+ 1)
  4. GRÜNE: 14 % (– 1)
  5. LINKE: 8 % (– 1)
  6. FDP: 8 %
  7. Sonstige: 4 % (+ 1)

2018-08-31

YouGov-Werte vom 30. August 2018

Zum Vergleich nun die Werte von YouGov, welches vom 24.08. (Fr.) bis 28.08. (Di.) eine internetbasierte Befragung von ausgewählten 1.538 Mitgliedern einer Personengruppe (Befragten-Pool) durchführte. Hier sehen die Zahlen wie folgt aus:

  1. CDU/CSU: 28 % (– 2)
  2. SPD: 17 %
  3. AfD: 17 %
  4. GRÜNE: 13 % (+ 1)
  5. LINKE: 11 %
  6. FDP: 9 %
  7. Sonstige: 5 % (+ 1)

2018-08-30

Schlussbemerkung

Dass das ZDF die AfD erstmals bei 17 Prozent ausweist, ist durchaus bemerkenswert, bedeutet es doch, dass bereits mehr als jeder Sechste die AfD nicht nur als wichtiges und notwendiges Korrektiv empfindet, sondern sie auch schon wählen will.

Zu den ZDF-Zahlen muss aber noch folgendes wissen: Forschungsgruppe Wahlen gibt ähnlich wie das sehr umstrittene Forsa-Institut die CDU/CSU-Werte regelmäßig mit am höchsten an, die der AfD tendenziell meist eher niedrig. Vor der letzten Bundestagswahl am 24. September 2017 gab Forschungsgruppe Wahlen die Union zum Beispiel Anfang September noch mit 39 Prozent an. Tatsächlich aber landeten CDU/CSU nur bei 32,9 Prozent, also mehr als 6 Punkte tiefer. Umgekehrt sah das ZDF die AfD Anfang September, also nur dreieinhalb Wochen vor der Wahl bei 8 Prozent. Bei der Bundestagswahl errang die AfD aber weit mehr, fast 1,6 mal so viel (!), um genau zu sein, nämlich 12,6 Prozent.

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Titelbild: ZDF-Screenshot

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