Sie geht und das wird kommen

Von Jürgen Fritz, Sa. 3. Nov 2018

Anfang Dezember wird die CDU Friedrich Merz zum neuen Parteivorsitzenden wählen. Dieser wird zunächst betonen, dass er gut mit Merkel zusammenarbeiten werde. Auch sie wird das betonen und sagen, dass sie sich auf die Zusammenarbeit freue. Dann wird Merz innerhalb der nächsten Monate anfangen, die CDU umzubauen. Er wird Merkels Vermächtnis natürlich nicht gänzlich zerstören, aber er wird viele Korrekturen vornehmen, so dass die Partei in wenigen Jahren wieder eine völlig andere sein wird. Schon ab Dezember wird Merkel in den Koalitionsgesprächen mit CSU und SPD gar nicht mehr im Namen der CDU sprechen können. Das werden alle wissen, die am Tisch sitzen. Doch dies ist nur der Anfang.

Bei der ersten Gelegenheit wird Merkel die zweite Reißleine ziehen und das Kanzleramt räumen

Ebenso wird es auf EU-Ebene sein. Auch dort wissen alle: Diese Frau spricht gar nicht mehr für die mächtigste Partei Deutschlands, die Kanzlerpartei. Sie ist ein Kopf ohne Unterleib. Alle werden wissen, sie hat gar nicht mehr den unbedingten Rückhalt ihrer eigenen Partei. Merz wird zunächst nur feine Nadelstiche setzen, die ihre Autorität aber allmählich immer mehr untergraben. Merkel, weder hochintelligent noch sehr gebildet, aber ungemein schlau, ja raffiniert, vor allem in allen Fragen, die mit Macht zu tun haben, weiß schon jetzt, dass sie sich nicht mehr wehren kann und wird bei der ersten Gelegenheit, vielleicht nach der Europawahl im Mai, die zweite Reißleine ziehen und das Kanzleramt räumen, um ihr Ansehen und ihren Ruf nicht gänzlich zu ruinieren.

Merz wird die CDU inhaltlich von der SPD und den Grünen wegführen, hin zur FDP, vielleicht auch ein klein wenig zur AfD. Daher haben diese so Angst vor ihm, weil sie fürchten, er könnte viele Wähler zur CDU zurückholen. Die SPD wird sich links radikalisieren, wird den Mindestlohn drastisch erhöhen und alle möglichen „soziale“ Wohltaten unters Volk bringen wollen, während Merz dies strikt ablehnt und versuchen wird, einen liberalen Wirtschaftskurs mit langfristig solidem Staatshaushalt einzuschlagen, was Deutschland zu einem enormen Aufschwung gereichen könnte.

Die SPD wird so schnell wie möglich raus wollen aus der „GroKo“

Zugleich wird die SPD an ihrem Kurs der grenzenlos offenen Grenzen, also dem Kurs des Finis Germaniae, festhalten, dies womöglich sogar noch akzentuieren, um sich auch hier der SED-Nachfolgerin (Die Linke“) und den Grünen noch mehr anzunähern und sich von AfD, FDP, CSU und CDU wegzubewegen. Doch das könnte dazu führen, dass allmählich auch den Vorletzten allmählich dämmern wird, dass dies beides zusammen nicht gehen kann, die halbe Welt nach Deutschland zu holen, alle auf derartigem Niveau zu versorgen, wie wir es haben, und dieses sogar noch drastisch anzuheben. Aus diesem tiefen inneren Widerspruch, der im fehlerhaften Menschenbild sowie im fehlerhaften Staatsverständnis der „Sozialdemokraten“ begründet liegt, mithin nicht heilbar ist, wird es kein Entrinnen geben und das könnte ihr das Genick endgültig brechen. Es droht hier das Abgleiten in den einstelligen Bereich.

Das heißt, CDU und SPD werden sich deutlich entfremden, so dass das Ende der „GroKo“, also von Schwarz-Rot, schnell bevorstehen wird, zumal die SPD ohnehin schon lange aus der „GroKo“, in welche sie Steinmeier hineingenötigt hatte, raus will und sich in der Opposition regenerieren möchte.

Merz und Lindner werden eine Jamaika-Koalition schmieden, in welche Die Grünen wohl oder übel rein müssen, was sie entzaubern wird

Da sowohl CDU als auch CSU, SPD und FDP wenig Interesse an Neuwahlen haben werden, sie würde alle deutlich verlieren, wird Merz sich bemühen, eine Jamaika-Koalition zustande zu bringen. Mit der FDP wird dies sehr leicht funktionieren. Genau auf diese Entwicklung hat Lindner gebaut. Die Grünen werden sich damit enorm schwer tun, in diese Regierungskoalition einzusteigen. Sie würden ja von Neuwahlen enorm profitieren. Aber diese würden zu dem gleichen Ergebnis kommen: Jamaika, nur mit veränderten Kräfteverhältnissen (deutlich mehr Grün, etwas weniger Gelb und viel weniger Schwarz).

Damit werden Die Grünen in die Position geraten, in welcher letzten November die FDP mit der völlig vergrünten Merkel-CDU war. Und nun werden die Vorwürfe, die Die Grünen der FDP letztes Jahr und viele Monate lange immer wieder machten, sie würde sich der staatspolitischen Verantwortung verweigern, wie ein Bumerang auf sie selbst zurückfliegen, mitten ins Gesicht, so dass Robert (Redford) Habeck – „Es gibt kein Volk, ergo auch keinen Volksverrat“ – plötzlich ganz anders aussehen respektive ganz anders wahrgenommen werden wird.

Die Grünen werden es sich also nicht leisten können, eine Jamaika-Koalition, für welche sie selbst ja ein Jahr lang geschwärmt und diese wie nichts anderes gepriesen haben, auszuschlagen. Jetzt werden sie aber fürchterliche Kröten schlucken müssen, denn Merz ist nicht Merkel und die CDU des Jahres 2019 wird nicht mehr die CDU des Jahres 2017 sein. Unzählige grüne Tränen werden grüne Wangen hinabrinnen und sich in wahre grüne Strömen ergießen. Jahrelang wird man wehmütig an das goldene grüne Zeitalter zurückdenken, als Merkel I. noch regierte, so wie der Salafist vom 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung träumt, welches für ihn das erste und einzig wahre Jahrhundert ist.

Merz – Lindner – Habeck

Dann wird der Deutsche Bundestag Friedrich Merz zum neunten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wählen. Christian Lindner wird ein Schlüsselressort übernehmen, ich würde am ehesten auf das Finanzministerium tippen, wenn er schlau ist. Robert Habeck wird man ein anderes Schlüsselressort überlassen müssen, welches er sich frei auswählen kann, und die Drei werden die Geschicke Deutschlands die nächsten Jahre maßgeblich bestimmen.

Jens Spahn wird Friedrich Merz sicherlich in sein Kabinett einbauen und ihm, so meine Vermutung, ebenfalls ein Schlüsselressort anvertrauen, wo er sich noch mehr profilieren und weiter reifen kann. In acht Jahren wird Spahn eventuell übernehmen, dann ist Merz 70, er 46.

Die SPD wird sich der Linkspartei (SED) bedenklich annähern und man wird davon träumen, irgendwann so stark zu werden, dass man wieder eine linksextremistische Regierung zustande bringen könnte, dieses Mal aber richtig, nicht so wie unter Schröder, der ja gar kein Linker war. Vielleicht wird man sich irgendwann wieder mit der Linkspartei zu einer neuen Gesamt-SED zusammentun, wenn beide unter 10 Prozent liegen.

Die sich öffnende Tür für Schwarz-Blau-Gelb

Die AfD wird sich zunächst schrecklich ängstigen, dass eine Merz-CDU ihr ganz viele Wähler wieder abluchsen könnte, was zum kleinen Teil auch geschehen wird, aber nicht so schlimm, wie die AfD befürchtet, da die meisten AfD-ler keine starke EU, keinen Euro, keine starke, enge Bindung zur USA wollen, Merz aber gerade. Da Merz, der überzeugte Europäer und Transatlantiker, europapolitisch nur wenig ändern wird und seine Verschärfungen der Grenzkontrollen und der Abschiebe-Praxis nicht annähernd ausreichend sein werden, die Immigrantenkriminalität und auch die islamischen Terroranschläge aber immer weiter zunehmen werden, werden sich viele wieder von der CDU abwenden und die AfD wird ihre dritte große Welle erleben, die sie womöglich, so sie sich bis dahin weiter professionalisiert und neue gute Leute in die Partei bekommen kann, noch stärker machen wird, als sie es derzeit ist.

Nun werden Merz und Lindner und ihre engen Vertrauten und Vordenker in ihren Parteien entscheiden müssen, wo sie diese hinführen wollen. In einigen Jahren wird es so erstmals kommen, dass die Tür sich öffnet, für ein schwarz-blau-gelbes Bündnis, das Deutschland zu ungeheurem Wohle gereichen würde. Dann werden Merz, Lindner und ihre Parteien entscheiden müssen, ob sie an dem grünen Elend festhalten oder ob sie durch diese neu entstandene Tür gehen wollen.

P.S.

Aber natürlich kann auch alles ganz anders kommen. Wer weiß das schon?

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Bild: Youtube-Screenshot

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