Union fällt erstmals seit zehn Monaten unter 35 Prozent

Von Jürgen Fritz, Mi. 17. Feb 2021, Titelbild: © JFB

Anfang April 2020 stiegen CDU/CSU erstmals seit 2017 über 35 Prozent. Die COVID-19-Pandemie brachte der Union einen deutlichen Aufschwung. Innerhalb von zwei bis drei Monaten stieg sie von 26 auf 39 Prozent und konnte ihre hohen Werte lange halten. Doch nun fällt sie im Wahl-O-Matrix-Mittel aller Institute erstmals wieder unter 35 Prozent. Etwas zulegen können dagegen die SPD und die FDP, welche erstmals seit einem Jahr Die Linke eingeholt hat.

CDU/CSU fallen erstmals seit zehn Monaten unter 35 Prozent, FDP holt Die Linke ein

Aktuell liegen von sieben verschiedenen Instituten repräsentative Umfragen vor, die in den letzten drei Wochen durchgeführt wurden. Die Erhebungen zeigen: Die Zustimmung zur Union bewegt sich die letzten Wochen erstmals seit zehn Monaten unter die 35 Prozent-Marke. Etwas zulegen können dagegen die SPD und die FDP. Diese kann erstmals seit einem Jahr Die Linke einholen, wie hier in der Dawum-Grafik zu sehen (Dawum berechnet die Durchschnittswerte der Parteien auf sehr ähnliche Weise wie Wahl-O-Matrix und kommt zu fast identischen Ergebnissen):

So würden die Deutschen heute wählen

Angegeben ist für jede Partei der Wahl-O-Matrix-Mittelwert aller Institute,  die – bezogen auf den mittleren Tag der Befragung – in den letzten drei Wochen repräsentative Erhebungen durchführten. Dies waren insgesamt sieben. Aufgeführt ist für jede Partei der niedrigste und der höchste Wert dieser sieben einbezogenen Institute (für jedes Meinungsforschungs-Institut wurde jeweils nur die neueste Umfrage herangezogen) sowie fettgedruckt das arithmetische Wahl-O-Matrix-Mittel aller sieben Werte:

  1. CDU/CSU: 33 – 37 % ==> 34,8 %
  2. GRÜNE: 17 – 21 % ==> 18,7 %
  3. SPD: 15 – 17 % ==> 16,0 %
  4. AfD: 810,5 % ==> 9,6 %
  5. LINKE: 69 % ==> 7,7 %
  6. FDP: 79 % ==> 7,7 %
  7. Sonstige: 47 % ==> 5,4 %

Erläuterung: Diese Werte sind so zu verstehen, dass es für jede Partei bzw. für jede Bundestagsfraktion ein Fenster gibt, innerhalb dessen sie derzeit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit läge. Die aufgeführten Zahlen stellen die Mitte dieses Fensters dar. Kleine Abweichungen von dieser Fenster-Mitte von ein bis zwei Prozent sind also jeweils in beide Richtungen möglich, bei größeren Parteien auch drei Prozent, wobei die Wahrscheinlichkeit, je weiter man sich von der Mitte des Fensters weg bewegt, immer mehr abnimmt und zwar drastisch. Abweichungen von fünf bis zehn Prozent sind daher nahezu ausgeschlossen. Dies läge weit außerhalb des Fensters.

Weiterhin deutet alles auf eine kommende schwarz-grüne Bundesregierung hin

Für eine Mehrheit der Sitze im Bundestag wären mit diesen Ergebnissen zum derzeitigen wegen der 5,4 Prozent für sonstige Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, nicht über 50, sondern etwas über 47,3 Prozent der Stimmen notwendig. Folgende Koalitionen wären zu erwarten:

  • SchwarzGrün: 53,5 %
  • SchwarzRot: 50,8 %
  • SchwarzGelb: 42,5 %
  • GrünRotDunkelrot: 42,4 %
  • GrünRotGelb (Ampel): 42,4 %

Zum heutigen Stand hätten also sowohl Schwarz-Grün als auch Schwarz-Rot deutlich über 47,3 Prozent der Stimmen und damit eine klare Mehrheit der Sitze im Parlament. Mit der FDP zusammen würde es derzeit für die Union dagegen nicht reichen für eine Mehrheit. Ebenso hätte eine von den Grünen angeführte Regierungskoalitionen derzeit kaum Aussichten. Dies galt sowohl für Grüne + SPD + Linkspartei (Grün-Rot-Dunkelrot) als auch für eine Ampelkoalition aus Grünen + SPD + FDP.

Da die SPD kaum ein viertes Mal in fünf Legislaturperioden in eine schwarz-rote Koalition eintreten wollen wird, welche sie immer mehr verzwergt hat, deutet weiter alles auf eine schwarz-grüne Bundesregierung hin nach der Bundestagswahl am 26. September 2021.

Die Erhebungen dieser Institute wurden ausgewertet

Die sechs Institute, die (bezogen auf den mittleren Tag der Befragung) in den letzten drei Wochen Erhebungen durchführten, welche ausgewertet wurden, waren:

  • YouGov, mittlerer Tag der Befragung: 30./31.01.2021, internetbasierte Befragung von 1.606 nach Quotenvorgaben ausgewählten Mitgliedern eines Befragten-Pools
  • Infratest dimap (ARD-Deutschlandtrend), mittlerer Tag der Befragung: 02.02.2021, telefonische Befragung von 1.503 zufällig ausgewählten Personen
  • Kantar (BILD am Sonntag), mittlerer Tag der Befragung: 07.02.2021, telefonische Befragung von 1.569 zufällig ausgewählten Personen
  • Forsa (RTL/ntv-Trendbarometer), mittlerer Tag der Befragung: 12.02.2021, telefonische Befragung von 2.502 zufällig ausgewählten Personen
  • GMS, mittlerer Tag der Befragung: 12./13.02.2021, telefonische Befragung von 1.005 zufällig ausgewählten Personen
  • Civey (SPIEGEL), mittlerer Tag der Befragung: 12./13.02.2021, netzwerkbasierte Panel-Rekrutierung + Teilnehmerverifizierung + quotierte Stichprobe unverzerrter Antworten + Echtzeitgewichtung, Stichprobe: 10.075 Befragte
  • INSA (BILD), mittlerer Tag der Befragung: 13./14.02.2021, internetbasierte Befragung von 2.051 nach Quotenvorgaben ausgewählten Mitgliedern eines Befragten-Pools

Wahl-O-Matrix, Deutschlands führendes Meta-Analyse-Tool (von JFB gegründet), hat damit eine recht breite Datenbasis von insgesamt 20.311 Befragten.

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