Es geht nur noch darum, wer über wen herrschen wird

Von Michael Klonovsky und Jürgen Fritz, Do. 14. Mrz 2019

Anfang März gab Macron seine Vorstellungen einer zentralistischen EU zum Besten. Einige Tage später antwortete dann Alexander Gauland auf die Pläne Macrons in einem Gastkommentar in der Welt. Fast noch interessanter als diese Antwort waren die Reaktionen hierauf. Denn diese lassen tief blicken und zeigen, worum es denen, die seit langem die Hegemonie an sich gerissen haben, inzwischen ausschließlich geht. Michael Klonovsky und Jürgen Fritz berichten.

A. Alexander Gauland zu Macrons Zentralisierunsplänen

In einem Gastkommentar in der Welt (nur Print bzw. hinter der Bezahlschranke) hat Alexander Gauland auf Macrons Pläne zur weiteren Vertiefung und Zentralisierung der EU reagiert und dortselbst unter anderem geschrieben:

„Europa war und ist von allen Erdteilen der heterogenste. Ausgerechnet diesen Kontinent vereinheitlichen zu wollen, ist eine verrückte, ja größenwahnsinnige Idee. Europa bedeutet Vielfalt, Vielfalt von Kulturen, Sprachen, Mentalitäten und Identitäten, ja auch von Küchen und Lebensstilen, und genau das zeichnet Europa aus.

Die innereuropäische Konkurrenz war oft mörderisch, aber in der Gesamtbilanz hat immer das Konstruktive überwogen. Gerade aufgrund seiner Vielfalt war Europa stets ein Laboratorium für Zukunftsentwürfe. Die Vielfalt und Konkurrenz der Völker ist die menschliche Entsprechung zur Artenvielfalt in der Natur; diese Arten und diese Völker sind gleichsam Speerspitzen der Evolution, sei sie nun biologisch oder technisch oder kulturell. Wer auf diese Vielfalt das Leichentuch des Zentralismus legen will, muss gerade in Europa mit Widerstand rechnen.

Der überall aufbrechende europäische Populismus ist nicht aggressiv, sondern rein defensiv. Es ist ein Eigensinn, der niemanden bevormunden will, sondern sich gegen Bevormundung wehrt. Es handelt sich um eine Reaktion auf die Aufblähung der EU, wie sie sich beispielhaft in der Schuldenkrise und der Migrationskrise zeigte. Der EU-Nationalismus, für den Merkel und Macron stehen – denn nichts anderes ist es ja –, kann allenfalls noch eine kleine globalistische Elite ansprechen, nicht aber die europäischen Völker.“

B. Es geht nur noch darum, wer über wen herrschen wird

Auf twitter extrahiert einer den Passus mit den „Speerspitzen der Evolution“ und schreibt„Welcome to the jungle!“

Twitter

Ähnlich kundig fallen die folgenden Reaktionen aus: „Sozialdarwinismus“, „Rassismus“, „Herrenrasse“, „völkisch“, „Hitler“ etc. ad nauseam pp.

Der Wille zum Missverständnis ist in diesen Kreisen monströs geworden. Da werden nur noch Reflexe gepostet, ob nun aus Intelligenzmangel, Böswilligkeit, Meutendruck, schierem Hass oder warum auch immer. Jeder Dialog erübrigt sich. Es geht nur noch darum, wer über wen herrschen wird.

C. Johannes Hillje – ZDF – UN – Die Grünen

Soweit Michael Klonovsky. Ich habe mir nun angeschaut, wer dieser Johannes Hillje ist. Hillje, Jahrgang 1985, war unter anderem – ach, wer hätte das gedacht?! – als Journalist in der heute.de-Redaktion beim ZDF tätig. 2013 absolvierte er das Carlo-Schmid-Programm in der Kommunikationsabteilung des Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UN) in New York (einer der Hauptantreiber der Massenmigration und der schleichenden Umvolkung).

Zu den Europawahlen 2014 arbeitete er als Wahlkampfmanager der Europäischen Grünen ParteiSeit 2015 ist er als selbstständiger „Politik- und Kommunikationsberater“  tätig. 2017 veröffentlichte er das Buch „Propaganda 4.0 – Wie rechte Populisten Politik machen“ und 2019 „Plattform Europa – Warum wir schlecht über die EU reden und wie wir den Nationalismus mit einem neuen digitalen Netzwerk überwinden können.“

D. Professionelle, gut bezahlte Hetze?

Zu Hilljes Beratungsschwerpunkten zählen: Politische Strategie, Strategische Kommunikation, Framing … und zu seinen Kunden zählen unter anderem:

  • Bündnis 90/Die Grünen
  • SPD
  • das Auswärtige Amt (mit dem SPD-Außenminister Heiko Maas an der Spitze)
  • das EU-Parlament
  • die Heinrich-Böll-Stiftung (Grünen-nah)
  • die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD-nah)

Referenzen

Und Herr Hillje ist auch sehr gut in einschlägige Presseorgane vernetzt, in denen er regelmäßig „als Experte“ zu den Themen politische Kommunikation, Framing, Populismus, europäische Politik, Wahlkämpfe etc. kommentiert: FAZ, SZ, Der Spiegel, Deutschlandfunk, Die Zeit.

Presse

Man könnte also sagen, Hillje, der mit dem ZDF, der UN und den Grünen verbandelt war oder ist, betreibt professionelle Propaganda für die „Überwindung (Zerstörung) der demokratischen, souveränen Nationalstaaten“. Man könnte es natürlich auch dergestalt formulieren, er betreibe professionelle gut bezahlte Hetze gegen alle und jeden, der diese „Überwindung“ nicht gut findet.

Und noch etwas dürfte aus dem Ganzen überdeutlich werden: wie viele Köpfe diese Hydra hat und wie viele Vernetzungen es hier gibt.

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Die Teile A und B erschienen zuerst auf dem Blog von Michael Klonovsky. Sie erscheinen hier mit freundlicher Genehmigung des geschätzten Autors und Blogbetreibers.

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Zum Autor: Michael Klonovsky, 1962 im Erzgebirge geboren, ist Romanautor und Publizist. Aufgewachsen in Ostberlin. Maurerlehre. Abitur. Seit 1990 Journalist. “Wächterpreis der Tagespresse” für die „Aufdeckung von Menschenrechtsverletzungen durch die DDR-Justiz und den Staatssicherheitsdienst“. 1992: Wechsel zum Focus, zunächst als Redakteur, später als Chef vom Dienst bzw. Textchef, Leiter des Debattenressorts, sodann als Autor. Am 31. Mai 2016 endete die Ehe mit Focus, die Partner hatten sich auseinandergelebt. Von Juni 2016 bis Anfang 2017 war er parteiloser Berater von Frauke Petry, von Juni bis November 2017 Sprecher der von Jörg Meuthen geführten Landtagsfraktion der AfD Baden-Württemberg. Michael Klonovsky ist Autor mehrerer Bücher.

 Schilda wird täglich bunter. Reaktionäres vom Tage. Acta diurna 2016 Die Liebe in den Zeiten der Lückenpresse. Reaktionäres vom Tage: Acta diurna 2015

Bitte nach Ihnen. Reaktionäres vom Tage: Acta diurna 2012−2014   Aphorismen und Ähnliches   

Land der Wunder  

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Titelbild: YouTube-Screenshots von Johannes Hillje und Alexander Gauland

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